Nichts als Gespenster    von Hermann Judith

Kurzbeschreibung

Alle Personen in Judith Hermanns neuem Buch sehen sich von außen, sind distanziert, aus weiter Ferne, leicht. Gefühle haben sie keine, sie haben sie verloren, oder nie gehabt, oder vermuten, da draußen, weit weg, könnten sie liegen, aber besser, wir gehen dort nicht hin. In allen Geschichten kommt Berlin vor, aber keine der Geschichten spielt in Berlin. Sie spielen in Island und in Nevada, in Tschechien und in Italien, in Norwegen, Prag und einmal sogar in Würzburg. Doch überall ist es gleich. „Es spielte keine Rolle, dass wir in Prag waren. Wir hätten auch in Moskau oder Zagreb oder Kairo sein können." Wie Raymund Carver betrachtet Judith Hermann ihre Gestalten, wie ein Forscher seine Insekten. Aber bei Carver sehen wir wenigstens in dem, was seine Personen tun und sagen, Andeutungen ihrer Gefühle, bei Judith Hermann fehlt selbst das.