Schwester Mond  von Harrison Sue


 

Kurzbeschreibung

Die Augen des Händlers glänzten im Schein der Robbenöllampen. Die Tochter von Blaue Muschel zitterte. »Eine gute Art, die Nacht zu nutzen«, sagte ihr Vater und streckte die Hand aus, um die linke Brust seiner Tochter zu umschließen. »Einen Robbenmagen voll Öl.« Die Tochter von Blaue Muschel hielt die Luft an, aber sie zwang sich, den Mann anzusehen, zwang sich, seinem Blick zu begegnen. Manchmal half das. Manche sahen dann die Leere in ihren Augen, sahen, was ihr Vater ihnen nicht erzählte: daß sie keine Seele hatte. Und eine Frau ohne Seele - wer konnte wissen, was sie tun würde? Vielleicht einem Mann seinen Geist wegnehmen, ein Stück davon, während er sich der Freude ihrer Schenkel hingab. Aber die Augen dieses Händlers waren stumpf, und er war gierig darauf, sie zu berühren. Das Mädchen hatte Angst, daß er nur das glänzende Öl auf ihren Armen und Beinen sah, ihr langes schwarzes Haar. Und sonst nichts.

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