Schrein des Buches 




Der Schrein des Buches ist unterirdisch angelegt und symbolisiert so den verborgenen Fundort, nur die Spitzen der Behälter waren zu sehen. Der Schrein des Buches ist das markanteste Gebäude des Israel Museums und eine der großen touristischen Attraktionen in Jerusalem. Eröffnet wurde der Schrein 1965 vom damaligen Jerusalemer Bürgermeister Teddy Kollek *1911 in Budapest † 2007 in Jerusalem (Vater Jerusalem wurde er genannt). Das damals im Zuge der Einweihung des gesamten Israel Museums. Fertiggestellt wurde das Gebäude bereits fünf Jahre vorher. Kuriosum: Noch vor der eigentlichen Eröffnung wurde der Schrein des Buches 1963 erstmals renoviert. Heute beherbergt er Originale und Abschriften wichtiger antiker Schriftrollen des Alten Testamentes. Darunter die berühmten Schriftrollen von Qumran am Toten Meer und dem Codex von Aleppo. Schrein des Buches – das Äußere

Seinen Namen verdankt der Schrein des Buches seiner außergewöhnlichen Architektur. Das aus schneeweißen Kacheln bestehende Dach ist dem Deckel einer der Steingutbehälter nachempfunden, in denen die Schriftrollen in Qumran die Jahrhunderte über in Höhlen lagerten. Gegenüber der markanten Kuppel befindet sich ein pechschwarzer Basaltwall. Der Kontrast der Farben soll hier an den Kampf zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Gut und Böse erinnern. Hier die heilige Schrift, das Licht. Dort die Finsternis, über das die Bibel siegt. Zur Kühlung wird das Dach des Schreins des Buches mit Wasser bespritzt.

Aus der Nähe ist erkennbar, dass es sich bei den ausgestellten Schriftrollen um Kopien handelt. Die Originale liegen gut gesichert in streng klimatisierten anderen Räumen des Museums.

Schrein des Buches – Jeasaja-Rolle

Das Zentrum im Inneren des Gebäudes mutet wie eine aufgestellte Schriftrolle an. In ihr befindet sich eine 1:1 Digitalreproduktion der Jesaja-Rolle. Diese gilt als ältestes vollständig erhaltenes Manuskript eines Buches der Bibel. Um das gut 2100 Jahre alte Schriftstück zu schonen, wird jeweils immer nur ein Teil des Originals in einer Glasvitrine zu sehen sein. Der zentrale Zylinder mit der Jesaja-Rolle dreht sich ununterbrochen. Der Grund dafür war die Zerbrechlichkeit des Originals. Wäre es unbewegt an einem Ort verblieben, hätte die Gefahr bestanden, dass die wertvolle Rolle auseinander fiel. Auch wenn inzwischen Duplikate zu sehen sind, dreht sich die Vitrine noch immer. Die Kuratoren entschieden sich für diese Regelung.

Schrein des Buches – der Vorraum

Betritt man den Schrein des Buches, so erreicht man zunächst unterhalb der Marmorwand einen unterirdisch gelegenen Ausstellungsteil, der zudem abgedunkelt ist. Die Dunkelheit soll die hochempfindlichen Schriftrollen vor Zerfall schützen. Hier werden auch weitere Fundstücke ausgestellt, die man am Toten Meer gefunden hat, wie alte Werkzeuge der Essener und Tonkrüge aus der Zeit um Christi Geburt. Über ein paar wenige Treppenstufen gelangt man in den eigentlichen Innenraum mit Jesaja-Rolle und weiteren handschriftlichen Fundstücken.


Schrein des Buches – antike Schriften

An den Wänden im Schrein des Buches finden sich kreisförmig zahlreiche handschriftliche Schriftrollen, darunter einige Originale aus Qumran und auch der Codex von Aleppo. Kurz nach seiner Fertigstellung 1960 (Planung und Bau seit 1950) wurde der Schrein des Buches von 1963 bis 1965 erstmals renoviert. In dieser Zeit bekam das Gebäude auch seine weißen Keramikplatten, die auf das Betondach gelegt wurden. Diese wurden nicht nur aus optischen Gründen angebracht. Diese Maßnahme sollte die zahlreichen Besucher auch vor der Hitze schützen.


Der Codex von Aleppo wird heute im Schrein des Buches im Israel Museum ausgestellt.

Schrein des Buches – das Äußere

2003 wurde der Schrein des Buches unter einem enormen finanziellen Aufwand ein weiteres Mal komplett renoviert. Da die Rollen im Laufe der Jahrzehnte Schäden davon trugen, wurden seinerzeit modernste konservatorische Erkenntnisse in die Renovierungsarbeit mit eingebunden. Denn allein durch den menschlichen Atem wurden die Schriftrollen beschädigt. Übrigens: Aufgrund seiner außergewöhnlichen Form diente der Schrein des Buches bereits mehrmals als Kulisse für Science Fiction-Filme. (bgl)

Besucherinformationen

Israel Museum

Ruppin Boulevard, Jerusalem, 91710
Telefon 972-2-670-8811, Fax 972-2-677-1332
E-Mail: info@imj.org.il
Website:
www.english.imjnet.org.il

(© Matthias Hinrichsen)

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