Ben-Yehuda



Elieser Ben Yehuda (1858-1922) - geboren in Luschki (Wilna Gouvernement) als Eliezer Jitzchak Perlman – 

 

war der Mann, der dem Hebräischen wieder zu Popularität verhalf. Er war einer der führenden Figuren der zionistischen Bewegung und von der Idee besessen, die hebräische Sprache wieder zu beleben. Deshalb drängte er die Juden, die in ihr Land zurückkamen, Hebräisch zu sprechen. Und tatsächlich gelang es ihm, das alte Hebräisch, welches Jahrhunderte lang ausschließlich dem Gebet und der religiösen Studien gedient hatte, zur modernen Alltagssprache zu formen. Ben-Yehuda wanderte 1881 nach Palästina aus. Von 1905 bis nach dem Ersten Weltkrieg lebte er in einem Haus, das der äthiopischen Kirche gegenüber liegt. Später baute er ein neues Haus in Talpiot. Er verstarb jedoch kurz vor dessen Fertigstellung am 16.12.1922, so daß nur seine Frau in das neue Domizil umziehen konnte. Das Ben-Yehuda-Haus in Talpiot wird heute von der "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste" als Länderzentrale und als internationale Begegnungsstätte (Beit Ben Yehuda) genutzt. Der Ort ist zu einem Treffpunkt zwischen Deutschen und Israelis geworden, da die "Aktion Sühnzeichen Friedensdienste" dort eine Jugendherberge eröffnet hat und Hebräischsprachkurse anbietet. Elieser Ben Yehuda ist als „Begründer der modernen Hebräischen Sprache“ weltbekannt geworden. Er wuchs in einem traditionellen jüdischen Stedtl Litauens in einem religiösen Elternhaus auf und lernte als Kind die jiddische und hebräische Sprache. Unter dem Einfluss der jüdischen Aufklärungsbewegung (Haskala) brach er mit seiner Vergangenheit, sprach im Alltag Russisch und wandte sich der Weltliteratur zu. Ben Yehuda lernte Deutsch und Französisch, später folgten Englisch, Latein und Arabisch. In Bezug auf die „Jüdische Frage“ sprach er sich für ein Recht des jüdischen Volkes auf nationale Selbstbestimmung aus und wurde zu einem der Gründungsväter des Zionismus. Sein Ziel war die Schaffung einer nationalen jüdischen Identität in einem säkularen Gemeinwesen – mit einem modernisierten Hebräisch als einigender neuer Sprache. Im Jahre 1881 wanderte der damals 23-jährige Ben Yehuda nach Palästina ein und ließ sich in Jerusalem nieder. Von nun an widmete er sein Leben der Neubegründung der Hebräischen Sprache, die viele Jahrhunderte lang fast ausschließlich als jüdische Gebetssprache gegolten hatte, zu einer modernen säkularen Alltagssprache. Sein wissenschaftliches Lebenswerk ist das „Gesamtwörterbuch der alt- und neuhebräischen Sprache“, das zwischen 1910 und 1959 vom Langenscheidt-Verlag in 18 Bänden veröffentlicht wurde. Seine Arbeit hatte großen Erfolg. 1918 wurde Hebräisch neben Englisch und Arabisch Amtssprache in Palästina. Elieser Ben Yehuda starb 1922. Nach der Staatsgründung Israels wurde das moderne Hebräisch (Iwrith) zu einem zentralen Faktor der nationalen Identität. 

das "Ben-Yehuda-Haus" in Jerusalem

 




 

in Talpiot, ca. 2 km südlich der Jerusalemer Altstadt, befindet sich das neue Ben-Yehuda-Haus.


Ben-Yehuda-Straße in Jerusalem

Die Ben-Yehuda-Straße ist eine westliche Seitenstraße der Jaffa-Straße und entstand in den 1920er Jahren. Sie führt vom Zionsplatz (Nordosten) bis zur König-Georg V. Straße (Südwesten) und liegt heute im Herzen des modernen westlichen Jerusalems. Zahlreiche Läden und Restaurants säumen die sehr belebte Fußgängerzone.

Um 1925 war die Ben-Yehuda-Straße eine ruhige Wohnstraße. 1930 zeigte sie aber schon städtischen Charakter. In der Mitte der Straße standen Taxis und warteten auf Kundschaft. Ein beliebtes Ziel war Tel Aviv. 1944 hatte die Straße schon bis zu siebenstöckige Stadthäuser. In den 80er Jahren wurde das Zion-Kino am Zion Platz abgerissen, weil es einem Bankhochhaus weichen mußte. Die Ben-Yehuda-Straße war schon vor der Staatsgründung Israels eine Hauptstraße. Ihr Namensgeber war Eliezer Ben Yehuda, der Begründer des modernen Hebräisch. Seit 1983 ist die Straße für den Verkehr gesperrt und heute eine Fußgängerzone.

 


Ben-Yehuda-Str. Blickrichtung nach Südwesten Richtung König-Georg V.-Str. – 

rechts das hohe Eilon Tower Hotel

 

Blickrichtung nach Nordosten Richtung Zionsplatz

 

Eine Seitenstraße - Blickrichtung nach Südosten

 

Blickrichtung nach Nordosten Richtung Zion Platz

 

eine Seitenstraße - Blickrichtung nach Norden

 

Blumenverkauf auf der Ben-Yehuda-Str.

 

Wechselstube am Zionsplatz - rechts Jaffastr. - links Ben-Yehuda-Str.

 

zwei Bankgebäude am Zion Platz

 

Zion Platz - Blickrichtung nach Nordwesten in die Yaffa-Straße


 




Conrad Schick 

Conrad Schick (* 1822 in Bitz, Württemberg; †  1901 in Jerusalem) war ein deutscher Architekt, Archäologe und evangelischer Missionar, der im späten 19. Jahrhundert in Jerusalem lebte.

Conrad Schick besuchte eine pietistische Schule in Korntal, wo er handwerkliche Fähigkeiten und die lateinische Sprache erlernte. Danach trat er in die Pilgermission St. Chrischona bei Basel ein. Christian Friedrich Spittler, der Gründer und Leiter der Mission, sandte ihn mit Ferdinand Palmer 1846, im Alter von 24 Jahren, nach Jerusalem in Palästina. Er war als Missionar unter Juden und Arabern tätig und verdiente seinen Lebensunterhalt anfänglich mit dem Verkauf von Kuckucksuhren. 1850 trat er zur Londoner Judenmissiongesellschaft über, weil er heiraten und nicht zölibatär leben wollte. Schick arbeitete nun im Industriehaus der Mission und unterrichtete jüdische Jugendliche in deren Handwerksschule, die auf dem Gelände der anglikanischen Christuskirche war. 1857 wurde er ihr Schuldirektor.

Arbeit als Architekt und Archäologe

Als Architekt war an der Gründung und Planung von Mea Shearim beteiligt, eine der ersten Siedlungen in Jerusalem, die ab 1874 außerhalb der Mauern der Altstadt angelegt wurde. Schick wurde vor allem durch seine 50-jährigen archäologischen Untersuchungen in Jerusalem und Umgebung bekannt; das Fachwissen hatte er sich im Selbststudium angeeignet. Er untersuchte die Ruinen des Muristan und entdeckte die Siloah-Inschrift im Hiskija-Tunnel der Davidsstadt. Auch war er auch Ansprechpartner für den englischen Forscher Charles William Wilson, der Expeditionen in Jerusalem durchführte. Er arbeitete viele Jahre für den Palestine Exploration Fund und veröffentlichte in der Zeitung des Funds. Desgleichen war er für den Deutschen Palästinaverein aktiv und schrieb für dessen Zeitschrift. Das Haus, das Schick für seine Familie entwarf und baute, das Tabor House (hebräisch: Beit Tabor) an der Hanevi'im Straße, existiert noch. Heute beherbergt es das Schwedische Theologische Institut.

Privates

Schick ist mit seiner Frau Friederike, die wenige Tage nach ihm starb, seit Ende Dezember 1901 auf dem anglikanisch-preußischen Friedhof am Berg Zion begraben. Eine große Trauergemeinde nahm von ihm Abschied, und in der Presse wurde er gelobt, weil er von Juden, Muslimen und Christen geliebt und geachtet wurde.

Biblische Modelle

Schick baute eine beachtenswerte Reihe von Modellen des Jüdischen Tempels. Sein Nachbau des Gotteshauses wurde in Jerusalem von zahlreichen Staatsoberhäuptern besichtigt sowie im Vereinigten Königreich und auf der Weltausstellung 1873 in Wien gezeigt. Er wurde vom König von Württemberg gekauft, der Schick für seine Leistungen in den Ritterstand erhob.

Schick baute auch ein Modell des zeitgenössischen Tempelberges und Felsendomes für den osmanischen Sultan. Sein letztes Modell, in vier Teilen, von denen jedes den Tempelberg in einer Zeit darstellt, wurde auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis gezeigt.

Ein Modell des Tempelbergs von 1873 wurde bis 2011 im Chrischona-Archiv auf St. Chrischona bei Basel aufbewahrt. Heute ist es in einem kleinen Museum in der Nähe des Jaffators, das zur Jerusalemer Christuskirche gehört, ausgestellt.

Bauten

1858–1860: Diakonissenkrankenhaus, alter Sitz gegenüber der Zitadelle, Jerusalem

 


1866: Aussätzigen-Asyl Jesus-Hilfe, altes Leprakrankenhaus in der Agnonstraße (jetzt Teil des Lazaristenklosters), Jerusalem


1868: Schule Talitha Kumi (Qumi), Jerusalem (Abriss 1980, Mittelgiebel erhalten)



1874: Wohnhäuser im Viertel Me'ah Scheʿarim

1887: Aussätzigen-Asyl Jesus-Hilfe, neues Leprakrankenhaus, Jerusalem

1882–1889: Haus Tabor, Prophetenweg 58, bis 1901 Schicks Privathaus


1860–1890: Das Haus Rothschild, 1857 von Willy von Rothschild gestiftet, Jüdisches Viertel von Jerusalem




1891–1893: Anglikanische Mädchenschule, Prophetenweg 84, Jerusalem (Abriss 1961)



1890er Jahre: Edler-von-Lämel-Schule, Erweiterung durch Schick


1890er Jahre: Privathaus für Bankier Aaron Valero nordöstlich vor der Stadt Jerusalem


1897: Schaʿarei Zedeq, alter Krankenhausbau in der Jaffastraße (mit Theodor Sandel), Jerusalem


1884–1901: Neues Altenheim, Jaffastraße (Abriss in den 1980er Jahren)

1892–1894: Diakonissenkrankenhaus, Neubau an der Prophetenstraße nach Plänen von Ernst Schwartzkopff & Heinrich Theising, Ausführung Schick mit Sandel, jetzt Teil des Krankenhauses Biqqur Cholim, Jerusalem


1888–1901: Beteiligung am Bau der Kidane-Mihiret-Kirche in der Äthiopienstraße, Jerusalem


© Wikipedia






das Tabor House (hebräisch: Beit Tabor) an der Hanevi'im Straße, existiert noch. 






Heute beherbergt es das Schwedische Theologische Institut.

 

das Institut wurde von Dr. Göran Larsson *1949 in Schweden von 1979 - 1994 geleitet

Dr.Göran Larsson  

wurde Ehrendoktor in England

Göran Larsson, ein bekannter Theologe in Israel (*1949  in Schweden), San Diego, USA, Honkong wurde im Rahmen einer Zeremonie im Europäischen Theologischen Seminar in Birmingham, Großbritannien, zum Ehrendoktor der Philosophie ernannt. – „Absolut wundervoll!“ sagt er spontan nach der party ..

Zum Zeitpunkt der Ernennung hatte das Seminar nach bester britischer Tradition eine fantastisch feierliche Zeremonie organisiert, die dennoch zu einem Gottesdienst voller Lob wurde. Er wurde besonders für sein Buch "Bound for Freedom" belohnt, die englische Ausgabe des Buches "The Breakup". Biblisch-theologischer Kommentar zu Exodus. “Als einziger der Absolventen erhielt er außerdem den Sonderpreis„ The Distinguished Doctoral Prize “. "The Breakup", "Bound for Freedom". Das Buch des Exodus in jüdischen und christlichen Traditionen “, das als Lehrbuch verwendet wird. Es soll in mehrfacher Hinsicht ein "Augenöffner" geworden sein, nicht zuletzt wegen der Bedeutung der jüdischen Schriftinterpretation. In ihren eigenen Worten verbindet es eindrucksvoll solide Bibelstudien mit Seelsorge, sagt Dr.Göran Larsson zu Nya Dagen. Durch das Seminar, in dem sie das Buch "Bound for Freedom" studierten, lasen sie auch Göran Larssons andere Schriften. "Bound for Freedom" wird voraussichtlich im Herbst oder Anfang nächsten Jahres in einer zweiten Ausgabe erscheinen.

Das Europäische Theologische Seminar ist ein unabhängiges christliches Seminar auf ökumenisch-evangelischer Basis. Es hat Niederlassungen auf der ganzen Welt, sowohl in Europa, Afrika als auch auf den Karibikinseln. In den außereuropäischen Ländern findet der erste Teil der theologischen Ausbildung mit Hilfe von Fernkursen statt. Internationaler Charakter - Das Seminar hat somit eine beeindruckende internationale Verbreitung mit einem sehr ehrgeizigen Bildungsprogramm. Dies wurde letzten Samstag nicht zuletzt bemerkt. Große Teile des Lehrpersonals und der Absolventen kamen aus Afrika oder hatten einen afrikanischen Hintergrund. “Das macht mir eine besonders große Freude, von dieser guten Institution geehrt worden zu sein”, sagt Göran Larsson. – “Das Schönste ist jedoch, dass diese Ehre wahrscheinlich nicht nur eine einzelne Episode sein wird. Bereits im November werde ich eine Gruppe von Studenten in Jerusalem empfangen. Sie kommen aus der Zweigstelle des Seminars in Nordirland, wo sowohl Schüler als auch Lehrer einen internationalen Touch haben”. Er ist bereits als Gastdozent zum Seminar in Birmingham im nächsten Jahr eingeladen. Dr.Göran Larsson war zuvor für viele Jahre Direktor des schwedischen theologischen Instituts in Jerusalem, STI Jahr. Er arbeitet jetzt für die Organisation AMI-Jerusalem Center.

05 oktober 2001

Dr. Larssons Buch ist ein einzigartiger Beitrag zur christlich-jüdischen Beziehung und lädt uns alle zu einer gemeinsamen theologischen Betrachtung unserer Missionen in der Welt ein. Er hat in seinem Buch heikle Angelegenheiten geklärt, die Christen und Juden seit Jahrhunderten voneinander trennen Damit begann eine christliche Lehre der Verachtung, die die Atmosphäre für den Holocaust vorbereitete. Eine gemeinsame christlich-jüdische Studie und Reflexion seines Buches wird uns helfen, die Bedeutung von Gottes Aufruf zur Begegnung und zum Dialog zu vertiefen und der Welt eine Botschaft des Friedens und der Freundschaft zu vermitteln das braucht dringend unser religiöses Zeugnis. "" Rabbi Leon Klenicki, Direktor, Abteilung für interreligiöse Angelegenheiten, Anti-Defamation League "Welchen Unterschied macht es für einen christlichen Theologen, über das Buch Exodus während vieler Jahre im Gespräch mit jüdischen Gelehrten in nachgedacht zu haben Jerusalem? Goran Larsson bringt die lange Geschichte jüdischer Interpretationen ein, um das zeitgenössische christliche Verständnis dieses Teils der Bibel zu korrigieren und zu informieren, der für beide Traditionen so wichtig ist. Und er tut dies in einem wunderbar spirituellen Schlüssel. "" Krister Stendahl, emeritierter Professor der Harvard Divinity School und emeritierter Bischof der schwedischen Kirche. "Der Kommentar zu Exodus von Dr.Göran Larsson bringt die theologischen und moralischen Herausforderungen einer Passage heraus. . . . „Ich finde Larssons Studie lebendig mit der Botschaft, dass JHWH jede menschliche Konzeptualität übersteigt und dass der Exodus eine Einladung ist, über JHWHs anhaltenden Versuch nachzudenken, jeden von uns zu befreien. "Bound for Freedom" ist sehr empfehlenswert für alle, die einer Welt mit zusammenbrechenden Werten entkommen und versuchen, die Freiheitsversprechen in der fernen "Terra Sancta" einzuhalten. "JH Charlesworth, George L. Collord Professor für neutestamentliche Sprache und Literatur , Princeton Theological Seminary "Exodus zu lesen bedeutet, auf die eng miteinander verflochtenen Themen Offenbarung, Erlösung, Beziehung und Erinnerung zu stoßen. Goran Larssons Kommentar "Bound for Freedom" zu lesen, bedeutet, diese lebendigen Themen in einem riesigen Netzwerk biblischer und postbiblischer Intertexte neu zu erleben. Nach dem Vorbild der Rabbiner, die er ausführlich studiert hat, untersucht der Autor die Netze konzeptioneller Verknüpfungen innerhalb der hebräischen Bibel und des Neuen Testaments. Er beschäftigt sich mit Texten aus zeitgenössischen ägyptischen und kanaanitischen Kulturen, die unser Verständnis der Exodus-Erzählung beeinflussen. Larsson untersucht sorgfältig die Implikationen des hebräischen Textes und zeigt, dass diese dynamischen Wörter für nachfolgende Generationen von Dolmetschern immer wieder lebendig werden, was in seinen beharrlichen und nachdrücklichen Appellen an die Herzen und Absichten seiner eigenen Leser gipfelt. Seine Sensibilität für die lebenswichtigen Rollen von Frauen in den Erzählungen ist ermutigend. Seine Darstellung einer Fülle von interpretativen Einsichten aus rabbinischen Quellen, Josephus und Philo, ist bereichernd. Seine Last, die langjährigen Fehlinterpretationen von "Gesetz und Gnade" zu überwinden, die zu katastrophalen Demonstrationen des Triumphes geführt haben, ist ernüchternd. Larsson vermeidet nicht die schwierigen theologischen Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Verhärtung des Herzens des Pharao, mit "Lex talionis", mit der Kontinuität des Bundes Gottes mit Israel oder mit der Beziehung der nichtjüdischen Gläubigen zum Sinai-Bund ergeben. Die Leser sollten sich herausgefordert sehen, diese und andere Themen erneut zu besuchen. "" Elaine A. Phillips, außerordentliche Professorin für biblische und theologische Studien, GordonCollege

 

Dr.Göran Larsson ist Direktor am Jerusalemer Zentrum für Bibelstudien und -forschung


Göran Larssons Jubiläumsfonds für jüdisch-christliche Beziehungen

Im Zusammenhang mit dem 50. Geburtstag von Göran Larsson am 21. Mai 1999 wurde "Die Stiftung für die Sammelstiftung Göran Larssons Jubiläumsfonds für jüdisch-christliche Beziehungen" gegründet.

Dieser Fonds möchte auf verschiedene Arten arbeiten, um das Verständnis zwischen Juden und Christen zu verbessern und eine theologische Vertiefung des Christentums hinsichtlich der Beziehung zwischen dem Alten und Neuen Testament, der jüdischen Schrift und den tiefen Wurzeln des Christentums im jüdischen Volk zu fördern.

Die Notwendigkeit einer Aktivität, die darauf abzielt, Respekt und Empathie für das jüdische Volk zu schaffen, ist groß, besonders im Hinblick auf den entzündlichen Antisemitismus, über den wir täglich schmerzhafte Erinnerungen erhalten. Mit der Veröffentlichung von Literatur, Vorlesungen, Kursen und Seminaren in Schweden sowie in Israel, wo Göran Larsson seinen Wohnsitz hat, hofft der Fonds, seinen Zweck zu fördern. Am 1. Juli 2004 wurde Göran Larsson in Teilzeit von dem Jubiläumsfonds beschäftigt. Er besucht regelmäßig Schweden im Frühling und Herbst und in Verbindung mit Kursen im Sommer. 

20.05.2014 "Das Judentum klingt so trocken", sagt Göran Larsson und erklärt, was er tut. "Es geht um die jüdischen Wurzeln des Christentums und die Verbindung zwischen dem, was Christen das Alte und das Neue Testament nennen. Er ist Priester in der schwedischen Kirche, Theologe und Dozent. Seit seinem ersten Besuch im Jahr 1972 hat er viel in Israel gelebt. In den Jahren 1979-1995 war er Direktor des Schwedischen Theologischen Instituts in Jerusalem.

Seine Aufgabe war es, Studenten zu unterrichten, aber auch die Beziehungen zwischen Christen und Juden zu verbessern. Für letztere erhielt er eine der höchsten Auszeichnungen Israels, die Mission, eine von zwölf Fackeln zur Eröffnung des Nationalfeiertags zu entzünden. Es war das erste und einzige Mal, dass ein Nichtjude und Nicht-Israel diese Mission erhielten und es erregte Aufmerksamkeit. "Ich habe viele Glückwünsche erhalten, nicht nur aus Schweden, sondern aus der ganzen Welt", sagt er.

Von der Kirche in Schweden war es jedoch ruhig. Zusätzlich zu einem Verweis, weil er den Preis erhalten hatte, ohne die Kirche um Erlaubnis zu bitten.

Die Kirchenwinde hatten sich gedreht. Die Organisation "Kirche und Judentum", die 1975 mit der schwedischen Kirche umgesetzt worden war, verschwand in den 1990er Jahren still und Göran beschloss, als Direktor zurückzutreten.

Er dient immer noch als Priester am Institut, aber jetzt ist er bei der Stiftung angestellt, die ehemalige Studenten und Freunde im Zusammenhang mit seinem 50. Geburtstag gründeten: Göran Larssons Jubiläumsfonds für jüdisch-christliche Beziehungen.

Er hat einige Jahre in den USA und Braslien unterrichtet und hält regelmäßig Vorlesungen und Kurse in Schweden, aber die Basis bleibt Jerusalem.

"Jerusalem ist in vielerlei Hinsicht das Herzstück der Welt, und für uns Christen ist es unser Ursprung", sagt er. Es war nicht offensichtlich, dass Göran Larsson ein Priester sein würde. Die Familie des Vaters waren Kleinarbeiter und Mütter. Göran ging zur Sonntagsschule und die Bibel wurde jeden Tag in die Familie aufgenommen, aber das Lesen zum Priester war in der Kindheit ziemlich seltsam.



Teddy Kollek


 

Bürgermeister von Jerusalem

 wurde von seinen jüdischen Eltern Alfred Kollek und Margaret Kollek geb. Fleischer nach Theodor Herzl benannt, da sein Vater ein begeisterter Zionist war. Seine Eltern zogen kurz nach seiner Geburt nach Wien. Dort lebte die Familie von 1918 bis 1934 im dritten Wiener Gemeindebezirk, auf der Landstraßer Hauptstraße 147, wo sich heute eine Gedenktafel findet. 1935, drei Jahre vor dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, wanderte die Familie nach Palästina aus, das zu dieser Zeit ein britisches Mandatsgebiet war. Kollek war 1937 Mitbegründer des Kibbuz Ein Gev am Ostufer des Sees Genezareth. Im selben Jahr heiratete er Tamar Schwarz, ebenfalls aus Wien und Tochter eines Rabbiners, mit der er zwei Kinder hatte, einen Sohn, den Regisseur Amos Kollek (* 1947), und eine Tochter, die Kunstmalerin Osnat Kollek-Sachs (* 1960).

Während des Zweiten Weltkrieges setzte sich Kollek innerhalb der Hagana für jüdische Interessen in Europa ein. Für die Jewish Agency suchte er den Kontakt zum US-Geheimdienst Office of Strategic Services und wurde unter dem Decknamen Gerbera Informant in dessen Dogwood-Cereus-Circle. Nach Ausbruch des Krieges konnte er Adolf Eichmann überzeugen, 3000 jüdische Jugendliche aus Konzentrationslagern zu entlassen, und brachte sie anschließend nach England. Später war er auch an der Bricha-Aktion (Fluchthilfe) beteiligt. Kollek wurde ein Unterstützer David Ben-Gurions und arbeitete von 1952 bis 1965 in dessen Regierungen.

1965 wurde Teddy Kollek als Kandidat der Ben-Gurion-Partei Rafi Nachfolger Mordechai Isch Schaloms als Bürgermeister von Jerusalem und wurde 1969, 1973, 1978, 1983 und 1989 wiedergewählt. In der Wahl 1993 unterlag er 82-jährig dem Likud-Kandidaten Ehud Olmert. 1966 rief Teddy Kollek die Jerusalem Foundation ins Leben, die nunmehr seit über 40 Jahren weltweit Spenden für ihre Koexistenz-Aktivitäten in Jerusalem sammelt. Diese Gelder werden insbesondere in Bildungs-, Kultur- und Gemeinde-Projekten eingesetzt, um das friedliche Zusammenleben zwischen Juden, Christen und Muslimen in der Stadt zu fördern. Nach der Eroberung Ostjerusalems im Jahre 1967 ließ Israel das marokkanische Viertel zerstören, um besser an die Klagemauer zu gelangen. Kollek war Hauptverantwortlicher für die Räumung der Häuser.

Seine Dienstzeit von 28 Jahren wird allgemein als erfolgreich angesehen. Kollek wird zugeschrieben, Jerusalem zu einer modernen Stadt gemacht zu haben, und seine Bemühungen um ein friedliches Nebeneinander der Religionen wurden vielfach gewürdigt. In dieser Zeit gründete er auch das Israel-Museum und ließ das Jerusalemer Theater bauen. Teddy Kollek war ein wichtiger Förderer des Österreichischen Gedenkdienstes.

Am 14. Januar 2002 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft, nachdem er im Jahr zuvor zum Ehrenbürger Wiens ernannt wurde.

Ehrungen:

1988 erhielt Teddy Kollek den Israel-Preis. Weitere Auszeichnungen sind der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1985, das Preisgeld stiftete er der Jerusalem Foundation), der Bayerische Verdienstorden, der Moses-Mendelssohn-Preis, die Auszeichnung zum Associate Knight of the Order of St. John und ein Ehrendoktortitel der Ben-Gurion-Universität des Negev in Be’er Scheva, Israel. 2001 wurde er Ehrenbürger der Stadt Wien. Ihm zu Ehren wurde 1999 von der Jerusalem Foundation der Teddy-Kollek-Preis initiiert, der sowohl israelischen als internationalen Persönlichkeiten, die sich Verdienste um Jerusalem erwarben, verliehen wird.

In Erinnerung an Teddy Kollek benannte die Stadt Wien am 7. Oktober 2008 die zukünftige Verkehrsfläche (bisher Code Nr. 12751), im Stadtentwicklungsgebiet Aspanggründe/Eurogate, Teddy-Kollek-Promenade.

Auszeichnungen:

1971: Bublick Preis, Hebräische Universität / 1974: Henrietta Szold Preis, Hadassah-Organisation

1976: Romano-Guardini-Preis, Katholische Akademie München

1981: Ehrendoktor der Notre-Dame-Universität / 1983: Ehrendoktor der Brown-Universität

1984: Ehrendoktor der Harvard-Universität / 1984: Ehrendoktor, Jewish Theological Seminary

1985: Ehrendoktor der Ben-Gurion-Universität / 1985: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

1985: Rothschild Medaille / 1986: Albert-Einstein-„Torch of Hope“-Friedenspreis

1986: Ehrendoktor des Hebrew Union College / 1986: Joseph Preis der „Anti-Defamation“-Liga

1986: Ehrendoktor des Weizmann-Instituts / 1987: Alon Preis, Midrasha L´Moreshet Alon

1987: Umweltschutz Preis der Knesset

1988: Four Freedoms Award, in der Kategorie Religionsfreiheit, Roosevelt Stichting, Niederlande

1988: Israel-Preis

1989: Die amerikanische Freiheits-Medaille, Amerikanisches Jüdisches Komitee

1989: Jabotinsky-Preis, New York / 1989: Bambi, Deutschland

1989: Ehrendoktor der Universität Tel Aviv / 1990: Moses-Mendelssohn-Preis, Berliner Senat

1990: Ben-Gurion-Preis / 1990: S.C. Davis Preis, Ethics and Public Center, Washington D.C.

1990: Ehrendoktor, Yeshiva-Universität / 1991: Ehrenring der Stadt Wien

1992: Ehrendoktor, Brandeis-Universität / 1992: Ehrendoktor, Yale-Universität

1993: Ehrendoktor, Universität Wien / 1993: Bayerischer Verdienstorden

1994: Ehrendoktor, Technion, Haifa / 1994: UN Menschenrechte Auszeichnung (UN Human Rights Award)

1994: Variety-Humanitäts-Preis / 1995: Ehrendoktor, Columbia-Universität

1995: Ehrendoktor, Boston College / 1995: Ehrendoktor, Brigham-Young-Universität

1995: Ehrendoktor, Universität von Toronto / 1995: Associate Knight of the Order of St. John

1996: Ehrendoktor, Loyola-Universität / 1996: Toleranzpreis der Stadt Münster

1996: B’nai B’rith Goldmedaille 

1997: Toleranzpreis der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg

1998: Ehrenmitglied der Jerusalemer Film- und TV-Schule

1998: Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland

2001: Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Wien

Kritik:

Während Kolleks Amtszeit zogen 160.000 jüdisch-israelische Siedler in den nach internationalem Recht nicht zu Israel gehörenden Ostteil Jerusalems. Den Status Jerusalems, und damit einen der zentralen Streitgegenstände im israelisch-palästinensischen Konflikt, erklärte er 1993 für nicht verhandelbar.

Der israelische Friedensaktivist Uri Avnery kritisierte 1997 den Widerspruch zwischen Kolleks Politik gegenüber den Palästinensern und seiner internationalen Rezeption: „Jerusalems Exbürgermeister Teddy Kollek hat alle Preise in der Welt bekommen. Er war der übelste Siedler im ganzen Land. Kein Mensch hat so viele Juden auf arabischem Boden angesiedelt wie Teddy Kollek. Er hat Boden enteignet, Araber rausgeworfen, jüdische Siedlungen draufgestellt und Friedenspreise bekommen. Genial.“

Wikipédia



Teddy Kollek Park mit Musik-Wasser-Spiel



Teddy Kollek Stadium



Teddy Kolleg mit Golda Meir,  1969



Golda Meir   




Kindheit und Jugend

Porträt der jungen Golda Mabovitch 1914 in Milwaukee

Golda Meirs Eltern waren der Zimmermann Moshe Yitzhak Mabovitch und seine Frau Bluma. Schon während ihrer frühesten Kindheit in Kiew erlebte sie Pogrome gegen Juden. Ihr Vater floh in die Vereinigten Staaten, als sie fünf Jahre alt war, und holte 1906 seine Familie nach Milwaukee, Wisconsin nach. Sie besuchte unter anderem die heute nach ihr benannte Fourth Street School, die sie nach der achten Klasse als Jahrgangsbeste abschloss. Da ihre Mutter höhere Bildung für Mädchen ablehnte und ihre Tochter stattdessen früh verheiraten wollte, verließ Golda 1912 die Eltern, zog zu ihrer älteren Schwester Sheyna nach Denver und ging dort zur High School. In Denver kam sie erstmals in Kontakt mit zionistischen Kreisen und lernte zudem ihren späteren Mann, den aus Litauen stammenden Morris Meyerson (auch: Myerson, 1893–1951) kennen. Nach zwei Jahren der Trennung gaben die Eltern ihrem Wunsch nach Bildung nach, sie kehrte 1914 nach Milwaukee zurück, wo sie 1916 die High School abschloss. In dieser Zeit wurde sie auch aktives Mitglied der sozialistisch-zionistischen Organisation Poale Zion. Ab 1915 unterrichtete sie an der jiddischsprachigen folkschule in Milwaukee, die Kindern jüdische Kultur und Nationalbewusstsein vermittelte. Nach ihrem Schulabschluss begann sie eine Lehrerausbildung an der Milwaukee State Normal School, die sie jedoch nach zwei Semestern abbrach, um sich ganz der Politik zu widmen. Sie engagierte sich stark im Wahlkampf zum American Jewish Congress, war aber selbst keine Delegierte. Im Sommer 1917 zog sie nach Chicago, wo sie Teilzeit in der städtischen Bibliothek arbeitete, ihr Hauptinteresse war aber die politische Tätigkeit für Poale Zion. Golda Mabowehz (wie sie ihren Namen damals schrieb) und Morris Meyerson heirateten im Dezember 1917.

Politische Tätigkeit in Palästina

1921 zog Meir mit ihrem Mann nach Palästina, das damals ein Mandatsgebiet des Völkerbunds unter britischer Verwaltung war. Dort lebten die beiden drei Jahre in dem Kibbuz Merchawia und zogen anschließend nach Tel Aviv. Die beiden Kinder, Menachem und Sahra, wurden in Jerusalem geboren.

Meir war zunächst Aktivistin im Gewerkschaftsbund Histadrut und ab 1928 Exekutivsekretärin des Moʿezet HaPoʿalot (Arbeiterinnenrat). Sie war 1929 Delegierte auf dem Zionistischen Weltkongress. Im Jahr darauf trat sie der „Arbeiterpartei des Landes Israel“ (Mapai) bei, die aus dem „rechten“ Flügel (stärker zionistisch, weniger marxistisch) von Poale Zion hervorging. In der von David Ben-Gurion geführten Partei übernahm sie bald wichtige Funktionen. Von 1932 bis 1934 war sie Abgesandte des Moʿezet HaPoʿalot bei der Pioneer Women’s Organization in den USA. Nach ihrer Rückkehr aus den USA stieg sie in das Exekutivkomitee der Histadrut auf. Nach der Verhaftung Mosche Scharets durch die britische Mandatsverwaltung leitete Meir ab 1946 die politische Abteilung der Jewish Agency. Während der 1940er Jahre wurde sie eine zentrale Persönlichkeit in den schwierigen Verhandlungen mit der britischen Mandatsmacht.

Botschafterin und Ministerin Israels

Vier Tage vor der Proklamation des Staates Israel am 14. Mai 1948 führte Golda Meir geheime, vergebliche Verhandlungen zur Friedenssicherung mit dem jordanischen König Abdallah, in der Absicht, die Teilung Palästinas zwischen seinem Königreich und dem jüdischen Staat zu regeln und die Arabische Legion aus dem bevorstehenden militärischen Angriff herauszuhalten. Geprägt von ihrer Kindheit im antisemitischen Russland, war Politik für sie ein Kampf ums Überleben. Sie sah keinen möglichen Kompromiss zwischen den Interessen der arabischen und der jüdischen Bevölkerung in Israel („Die Araber wollen uns tot sehen. Wir wollen leben. Da gibt es keinen Kompromiss.“).

Golda Meir war von 1948 bis April 1949 die erste Botschafterin Israels in der Sowjetunion. Ab der Unabhängigkeitserklärung gehörte sie zudem als Mapai-Vertreterin dem 37-köpfigen Provisorischen Staatsrat an, der bis zur ersten Knessetwahl als vorläufige Legislativorgan fungierte. Bei der Wahl im Januar 1949 – die die Mapai deutlich gewann – zog sie dann erstmals in das israelische Parlament ein. Sie wurde als Abgeordnete siebenmal wiedergewählt und gehörte der Knesset ohne Unterbrechung bis 1974 an.


Ministerpräsidentin Meir im Jahr 1969

In David Ben-Gurions ersten Kabinett wurde sie zur Arbeitsministerin ernannt. Dieses Amt hatte sie bis 1956 inne (auch unter Ministerpräsident Mosche Scharet). Von 1956 bis 1965 leitete sie unter den Regierungschefs Ben-Gurion und Levi Eschkol das Außenministerium. Von 1966 bis 1968 war sie Generalsekretärin der Mapai-Partei. Ihr Engagement für die Wiedervereinigung der zersplitterten zionistischen Linken führte schließlich zur Fusion.

Regierungschefin

Am 17. März 1969 wurde Golda Meir schließlich als Nachfolgerin des verstorbenen Levi Eshkol zur Ministerpräsidentin gewählt. Zudem übernahm sie auch den Parteivorsitz der Awoda. Für die anstehende Knessetwahl im Oktober 1969 schloss ihre Partei mit der weiter links stehenden Mapam ein Bündnis unter der Bezeichnung HaMaʿarach („Die Verbindung“), das die Wahl gewann. Im August 1970 setzte Meir gegen heftigen Widerstand in den eigenen Reihen den Waffenstillstand am Sueskanal durch, der den sogenannten Abnutzungskrieg mit Ägypten beendete. Für Aufsehen sorgte auch ihr Konflikt mit dem österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky im Herbst 1973, aufgrund seiner Entscheidung, das Transitlager Schönau für jüdische Auswanderer aus der Sowjetunion zu schließen.

Wegen des anfangs erfolgreichen arabischen Überraschungsangriffs geriet sie am Ende des Jom-Kippur-Kriegs von 1973 in heftige innenpolitische Kritik. Der jordanische König Hussein war am 25. September 1973 nach Tel-Aviv geflogen und hatte die israelische Regierung gewarnt, dass Ägypten und Syrien einen Angriff planten. Nach Angaben von Aviezer Yaari, dem Chef des Syrien/Libanon/Irak-Büros des Militärgeheimdiensts Aman, teilte Hussein mit, dass die syrische Armee kriegsbereit sei. Golda Meir maß der Warnung Husseins nach Angaben des Leiters des Aman, Generalmajor Eli Zeira, keine größere Bedeutung zu und fragte nicht einmal nach dem konkreten Datum des geplanten Angriffs.

In der Knesset-Wahl am 31. Dezember 1973 ging ihr Parteienbündnis Maʿarach von 56 auf 51 Sitze zurück. Nach einer längeren Regierungskrise bildete Meir am 10. März 1974 erneut eine Regierung. Bereits am 11. April 1974 kündigte sie ihren Rücktritt an, führte die Amtsgeschäfte jedoch weiter, bis Jitzchak Rabin sie am 3. Juni 1974 ablöste.




Willi Brand und Golda Meir 1973 in Jerusalem


1975 wurde Golda Meir der Israel-Preis verliehen

Sie starb 1978 mit 80 Jahren an Lymphdrüsenkrebs und wurde in Jerusalem auf dem Nationalfriedhof Herzberg beigesetzt.


Meirs Grab in Jerusalem


 

Zitate von Golda Meir:

Jene, die nicht von ganzem Herzen weinen können, können auch nicht von ganzem Herzen lachen...

Die Frauenbewegung ist nichts als Unsinn. Die Männer sind die Diskriminierten. Sie können keine Kinder austragen. Und daran kann niemand etwas ändern...

Es ist keine Sünde, siebzig zu sein, aber auch kein Vergnügen...

Moses schleppt uns 40 Jahre durch die Wüste, um uns an den einzigen Ort im Nahen Osten zu bringen, an dem es kein Öl gibt...

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