nächstes Jahr in Jerusalem von Kaminski

Kurzbeschreibung

Erscheinungstermin: 25. April 1988 Nächstes Jahr m Jerusalem erzählt die Geschichte zweier jüdischer Familien in wirrer Zeit, im von Krieg und Revolution erschütterten Europa vor, im und nach dem Ersten Weltkrieg - und ist doch alles andere als eine traurige Geschichte. Es handelt sich bei dem vorliegendem Roman um den Klassiker unter den modernen Romanen mit jüdischem Sujet. Warum beginnt der Rezensent derart euphorisch? Weil er einfach nicht anders kann! André Kaminski lieferte im Jahre 1988 einen Roman bei seinem Verleger ab, der es in sich hat. Hier geht es schnell, turbulent, kabarretistisch einwandfrei und lustig wie auch traurig zugleich zu. "Jüdisch eben", sagen die, die es glauben zu wissen. Und sie haben recht. Das, was dort zwischen München, dem polnischen Schtetl Stanislau und dem so herrlich beschriebenen Wien der Jahrhundertwende geschrieben wird ist derart rasant, daß es dem Leser die Sprache verschlägt. Der Rezensent muß gestehen, daß er das Buch in einem Durchgang gelesen hat, weil er nicht von der Geschichte loslassen konnte. Es brachte ihm einen Arbeitstag in seinem Leben ein, in dem er sich nach einem Bett sehnte, weil er erst um halb sieben in der Früh "Nächstes Jahr in Jerusalem" ausgelesen hatte - rechtzeitig zum Aufstehen. Was soll der geneigte Leser erfahren, um einen Geschmack auf das vorgestellte Buch zu bekommen? Wie soll beschrieben werden, was zwischen dem Münchener Hofphotographen Leo Rosenbach und der bildhübschen Gerbers-tochter Jana Wertheimer aus Stanislau geschehen ist und welche Rolle der vom Ich-Erzähler als Psychopath und prächtigster Lügner der K.u.K.-Monarchie in Wien beschriebene Onkel Henner - der eigentliche Protagonist des Buches - dabei gespielt hat? Wie sollen alle anderen Charaktere für den Leser kurz beschrieben werden und der Plot der Handlung dargestellt werden, der von einer großen Liebe zwischen der gescheiten Malwa und dem Weltrevolutionär Henryk alias Hershel handelt? Der Rezensent muß kapitulieren und kann nur eines tun, indem er sich direkt an den Leser wendet:  Der Rezensent bleibt weiter sprachlos und entzückt über Kaminskis "Nächstes Jahr in Jerusalem" und rät Ihnen eines sehr eindringlich: "Bitte lesen !"