Hospitäler


Das "Hadassah-Krankenhaus" in Jerusalem

Hadassah (nach dem hebräischen Wort für Myrte, zugleich Name der biblischen Königin Esther) ist eine 1912 von Henrietta Szold gegründete zionistische Frauenorganisation in den USA. Sie setzt sich insbesondere für das Gesundheitswesen in Israel und für die Stärkung der Position der Frauen ein. In Israel unterstützt Hadassah die eigene Hadassah Medical Organisation. Die Organisation baute auf dem Berg Skopus im Osten von Jerusalem das "Hadassah-Krankenhaus". Dieser Berg war bis 1967 eine israelische Enklave in arabischem / jordanischem Gebiet in Ostjerusalem. Am 13. April 1948, einen Monat vor der Gründung des Staats Israel, wurde ein Versorgungskonvoi im arabischen Viertel Sheich Jarrah auf dem Weg zum Krankenhaus angegriffen. Die britische Armee griff erst nach sechs Stunden ein. Bei diesem Überfall wurden 77 jüdische Ärzte, Krankenschwestern und Patienten getötet. Daraufhin wurde das Krankenhaus nach Ein Kerem in Westjerusalem verlegt. Das ursprüngliche Spital auf dem Skopusberg wurde erst 1967 wiedereröffnet. Die Architektur des Krankenhauses, das Werk US-amerikanischer Fachleute, blieb in Israel nicht unumstritten. Der Bau fügt sich nicht sehr gut in die herrliche Umgebung ein. Das Hadassah-Krankenhaus beherbergt eine viereckige hauseigene Synagoge, die Abel-Synagoge. Sie wurde am 6. Februar 1962 im Rahmen der 50-Jahr-Feier der Organisation Hadassah eingeweiht. Sie erwies sich allerdings als viel zu klein für die 12 Glasfenster, 

die Marc Chagall   für sie in Paris hergestellt hatte: dadurch kann man die inzwischen berühmt gewordenen Kunstwerke nicht gebührend erfassen. Die 12 Fenster stellen Szenen aus dem Leben der 12 Stämme Israels dar.  ***


Heutzutage ist das Krankenhaus eines der führenden und größten Krankenhäuser im Nahen Osten. Es wird vollständig aus Spenden und erbrachten medizinischen Leistungen finanziert. Das Motto des Krankenhauses lautet: "Building a better world through medicine" (Durch Medizin eine bessere Welt erbauen). Getreu diesen Mottos steht das Hadassah-Krankenhaus allen Menschen der Region offen, unabhängig von Religion, Geschlecht oder Staatsangehörigkeit. Das Hadassah-Krankenhaus ist ein Universitätskrankenhaus, an dem auf vielen Feldern geforscht wird. Im Krankenhaus ist neben der medizinischen und pharmazeutischen Fakultät der Universität auch das Ausbildungszentrum für Zahnärzte untergebracht.


 

Blichrichtung nach Westen

 


Blickrichtung nach Nordosten




das deutsche "Johanniter Hospiz" in Jerusalem

 


Lage des Deutschen Johanniter Hospizes in der Altstadt von Jerusalem


In unmittelbarer Nähe der 8. Station auf der Via Dolorosa führt eine schmale Treppe zu einem Tor, über dem eine Tafel mit dem Text "Johanniter Ordens-Hospiz" angebracht ist. Hier ist der Eingang zu einem deutschen Hospiz, das in der Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet wurde. Das erste Hospiz - es waren zwei Zimmer für reisende Handwerker - stand allerdings auf dem Zionsberg. Von dort zog man 1854 in ein größeres Haus in die Altstadt. 1866 tauschte man dieses Haus gegen das Gebäude in der Nähe der 8. Kreuzwegstation. Seit dieser Zeit trägt das Haus die Inschrift über dem Eingang. Während der arabisch-israelischen Unabhängigkeitskrieges 1984 wohnten hier arabische Flüchtlinge. Im Jahr 1964 kam das Haus wieder in den Besitz des Johanniter-ordens. Nachdem das Haus ab 1986 für einige Jahre an die Jesus-Bruderschaft Gnadenthal vermietet wurde, kam es im Jahr 1994 zu einem Mietvertrag mit der Jesus-Gemeinschaft e. V. in Marburg (Christus-Treff).

Im Johanniter Hospiz stehen heute 5 Gästezimmer mit insgesamt 14 Betten für Pilger und Gäste zur Verfügung. Beim gemeinsamen Frühstück besteht Möglichkeit zu Begegnung und Gespräch mit der Hausgemeinschaft. Zu den täglichen Morgenandachten in der Hauskapelle sind alle Gäste herzlich eingeladen.


Eingang zum Deutschen Johanniter Hospiz - Blickrichtung nach Osten


 

das Deutsche Johanniter Hospiz - Blickrichtung nach Westen

 


das Deutsche Johanniter Hospiz

 


das Deutsche Johanniter Hospiz - Blick auf den Ölberg - Blickrichtung nach Osten

 


das Deutsche Johanniter Hospiz

 


das Deutsche Johanniter Hospiz

 


das Deutsche Johanniter Hospiz


das "Bikur-Cholim-Krankenhaus" in Jerusalem

Lages des Bikur-Cholim-Krankenhauses

An der Ecke der HaNeviim-Str. und Strauß-Str. steht das "Bikur-Cholim-Krankenhaus" auf den beiden Seiten der Straße.

Das Motto von "Bikur Cholim" Der ursprüngliche Zweck der "Bikur Cholim-Gesellschaft" bestand darin, gesunde Einwohner Jerusalems dazu zu motivieren, Kranke kostenlos in ihrer eigenen Wohnungen aufzunehmen. Im Jahre 1843 besaß die Gesellschaft drei Räume, welche als Krankenanstalt für jene dienten, die nicht in ihren eigenen Wohnungen versorgt werden konnten. Das eigene Krankenhaus der Bikur-Cholim-Gesellschaft (1867) Die außerordentliche Überbevölkerung der Stadt veranlasste die Gesellschaft zur Errichtung eines Gebäudes, welches ausschließlich der Versorgung von Kranken gewidmet sein sollte. Im Jahre 1862 erwarb man ein Gebäude in der Altstadt, das von 1833 - 1856 als evangelisches Missionszentrum gedient hatte. 1867 wurde das neue Krankenhaus geöffnet. Neben der Versorgung der Kranken wurde auf diese Weise vermieden, daß jüdische Menschen medizinische Hilfe im britischen Missionskrankenhaus suchen, wo sie stets der christlichen Botschaft ausgesetzt waren. Das Krankenhaus wurde jedoch schnell zu klein. Die dringende Notwendigkeit für einen Neubau zeigte sich anläßlich der Cholera-Epidemie, welche ein Jahr später ausbrach. Das Krankenhaus konnte zwar die meisten Einwohner vor dem Tode retten, doch der medizinische Bedarf überstieg die Kapazität des Krankenhauses bei weitem und führte zu hohen Schulden. Zu Beginn des Jahres 1873 reisten zwei der Vertreter der Bilur-Cholim-Gesellschaft nach Deutschland. Sie appellierten an die Führer der deutschen Juden, sich für die medizinischen Bedürfnisse der Bewohner Jerusalems einzusetzen. Es gelang, eine eine Partnerschaft zur Unterhaltung des Krankenhauses durch die deutschen Juden zu gründen und man entwarf gleichzeitig Pläne für weitere Krankenhäuser. Durch diese Bemühungen wurde der Gesellschaft ab 1871 die offizielle Patenschaft des deutschen Konsulates zuerkannt.

Das neue Krankenhaus Bikur-Cholim in der westlichen Neustadt (1925)

Mit Unterstützung des deutschen Konsulats wurde ein Stück Land zwischen dem Deutschen Krankenhaus und dem neuen Deutschen Konsulatgebäude erworben. Dies geschah, um die Kontinuität deutscher Einrichtungen sicherzustellen. Die deutsche Patenschaft wurde auch innerhalb der Altstadtmauern bis zum Jahr 1948 gewährleistet, als die Altstadt von Jordanischen Truppen besetzt wurde. Die feierliche Grundsteinlegung des neuen Krankenhauses erfolgte im Jahre 1912. Der Erste Weltkrieg unterbrach jedoch die Bauarbeiten und während des I. Weltkrieges versorgte das überfüllte Krankenhaus in der Altstadt die Kranken. Der Neubau wurde schließlich im Jahre 1925 vollendet und das neue Gebäude in der Straußstraße wurde im Beisein des Britischen Hochkommissars, Sir Herbert Samuel, in einer feierlichen Zeremonie seiner Bestimmung übergeben.

Die Bedeutung des Krankenhauses Bikur-Cholim

Das Bikur-Cholim-Krankenhaus spielte eine zentrale Rolle nach den Pogromen von 1929, als ein Strom von Verwundeten aus Hebron und Mozza eintraf. Während des Unabhängigkeitskrieges (1948), als die Straße zum Hadassah Krankenhaus auf dem Scopusberg abgeschnitten war, wurden zahlreiche Verwundete im Stadtzentrum zum Bikur-Cholim-Krankenhaus geschickt. Während des Sechs-Tage-Krieges (1967) spielte das Krankenhaus wiederum eine wichtige Rolle und wurde für seine Arbeit von der Regierung besonders belobigt.

Das alte Krankenhaus in der Altstadt nach 1967

Mit der Befreiung der Altstadt im Jahre 1967 begaben sich die Leiter des Krankenhauses an die Stätte, an welcher das Alte Krankenhaus gestanden hatte. Betrübt mussten sie feststellen, daß nur noch Ruinen zurückgeblieben waren. Doch ein Wiederaufbau wurde beschlossen. 1978 wurde das alte Gebäude wieder geöffnet, das seitdem als Jugendherberge dient.

das medizinische Zentrum Bikur-Cholim

Viele weltberühmte Ärzte haben an diesem Krankenhaus gearbeitet, wie etwa Professor Tsondak oder Frau Dr. Helena Kagan, beide Träger des israelischen Preises für Medizin. Diese Ärzte haben Generationen junger Ärzte begleitet. Das Bikur-Cholim-Krankenhaus wurde neben den Einrichtungen von Jaffa, Petach Tikvah, Nes Zion und Sichron Jaakov zu einem der wichtigen medizinischen Zentren Israels.  



das "italienische Krankenhaus" in Jerusalem

Eines der seltsamsten Bauwerke in der westlichen Jerusalemer Neustadt ist das Italienische Krankenhaus. Der Bau in der Prophetenstraße wurde im florentinischen Stil errichtet und verbindet architektonische Elemente des Palazzo Vecchio und der Medici-Kapelle. Heute sind in dem Gebäude Büros des Erziehungsministeriums untergebracht. Der Komplex wurde vor dem Ersten Weltkrieg erbaut, um die italienische Präsenz im Heiligen Land zu untermauern. Antonio Barluzzi war der Architekt.



 

 

 



Berg Skopus in Jerusalem

Der "Skopus" ist ein 834 Meter hoher Berg im nordöstlichen Jerusalem. Von hier aus hat man einen guten Blick nach Südwesten auf die ganze Stadt Jerusalem und nach Osten über die Wüste von Juda bis zum Jordan. Der Name "Skopus" (schauen, spähen) ist die griechische Übersetzung des hebräischen Wortes "Har HaZofim", das "Berg der Wache" bedeutet. Der Berg Skopus ist auch unter dem Namen "HaGiva HaTsarfatit" bekannt, in Erinnerung an die Hospize und Kirchen die die Kreuzfahrer hier im Namen des lateinischen Königreiches gebaut hatten. Seit 1925 befinden sich auf dem Berg die Hebräische Universität von Jerusalem und ein großes Krankenhaus (Hadassah-Krankenhaus). Der Berg war schon immer ein strategisch wichtiger Punkt. Er diente seit grauer Vorzeit allen Angreifern als Aufmarschgebiet gegen die Heilige Stadt: Die Babylonier, die Perserheere unter Cyrus, Alexander der Große, die Makkabäer, die Legionen des Titus, die Kreuzfahrer (1099), die Briten (1917) und die arabisch Legion (1948) - sie alle kamen von dieser Seite. Anders als der Rest von Ostjerusalem wurde der Berg Skopus während des Unabhängigkeitskrieges im Jahr 1948 von den Israelis gehalten. Er war deshalb bis ins Jahr 1967 eine isrealische Exklave auf jordanischem Gebiet. Hier in der Nähe ereignete sich ein tragisches Massaker. Als 1948 der Teilungsvorschlag Palästinas durch die UNO bekannt wurde und die Staatsgründung Israels absehbar war, blockierten die Araber die Stadt Jerusalem. Somit waren auch das Universitätsgelände und das Hadassah-Krankenhaus auf dem Berg Skopus abgeriegelt. Immer wieder wurden Konvois, die zwischen der Skopus-Enklave und Jerusalem unterwegs waren, von arabischen Freischärlern angegriffen. Als die Lebensmittel und die medizinischen Vorräte im Krankenhaus langsam zu Ende gingen, versuchte ein großer Versorgungskonvoi die Blockade zu durchbrechen. Jedoch wurde am 13. April 1948 morgens gegen 9.45 Uhr dieser Transport auf dem Weg zum Hadassan-Krankenhaus angegriffen. Fünf Fahrzeuge, darunter zwei Busse und eine Ambulanz gerieten in das Schußfeld der Araber und wurden massiv beschossen. Als die britische Armee, die vorher diesen Zugangsweg als sicher ausgegeben hatte, nach sechs Stunden eintraf, war es viel zu spät. Bei diesem heimtückischen Angriff wurden insgesamt 79 Menschen ermordert. Unter ihnen waren Ärzte, Krankenschwestern, Patienten und ein britischer Soldat. Nach 1948, als der Zugang zum Berg Skopus erschwert war, baute Israel im Westen von Jerusalem eine neue Hebräische Universität und in Ein Kerem ein neues Hadassah-Krankenhaus. Seit 1970 wurden auf dem Hügel, der teilweise den Weißen Vätern der St. Anna-Kirche gehört, zahlreiche neue Stadtviertel angelegt: Ramat Eshkol, Givat Hamitvar, Givat Shapira und Isawiya.



Berg-skopus Blick nach Osten


Berg-skopus


Berg-skopus Blick nach Südwesten Richtung Altstadt



Chagall Fenster Hadassah – Entstehung


Im Jahr 1959 erhielt Marc Chagall von der zionistischen Frauenorganisation Hadassah, die Erbauer des Krankenhauses, den Auftrag über die Gestaltung der Fenster. Der Künstler entwarf die Fenster und verzichtete auf sein Honorar, nur die weiteren Kosten wie Material, Arbeitslohn für das Atelier Jaques Simon (Reims) und sonstige Kosten mussten durch die Organisation gedeckt werden.

Zwei Jahre benötigte Chagall für die Entwürfe, unterstützt durch den französischen Glaskunstmeister Charles Marq und seiner Frau Brigitte. Marq hatte neue Techniken entwickelt, wodurch verschiedene Farben auf ein Glasstück aufgebracht werden konnten. Durch eine neue Brenntechnik kam die Leuchtkraft der Farben besonders gut zur Geltung. Über diese Zeit sagte Chagall später: „Während der ganzen Zeit meiner Tätigkeit fühlte ich, wie mir mein Vater und meine Mutter über die Schultern schauten, und hinter ihnen standen Juden, Millionen vergangener Juden von gestern und von vor tausend Jahren.“

Chagall Fenster Hadassah – Paris, New York, Jerusalem

Als die Fenster fertiggestellt waren, wurden sie erst einmal im Louvre (Paris) und anschließend im Museum of Modern Art (New York) ausgestellt. Dann erst gelangten sie an den eigentlichen Bestimmungsort, die von Joseph Neufeld entworfene Synagoge des Hadassah-Hospitals. Zur Einweihung am 6. Februar 1962 sagte Marc Chagall mit Freude erfüllt: „… meine bescheidene Gabe dem jüdischen Volk zu überbringen, dem Volk, das immer von der biblischen Liebe geträumt hat, von Freundschaft und Frieden unter allen Völkern. Dem Volk, das hier schon vor Tausenden Jahren unter anderen semitischen Völkern gelebt hat. Meine Hoffnung ist, dass ich hierdurch meine Hand zu Kultur suchenden, zu Dichtern und zu Künstlern unter den Nachbarvölkern ausstrecke.“

Aus dem tiefer gelegenen Innenraum erheben sich die Fenster in einem Quadrat, an jeder Seite mit drei Fenstern, so wie sich die Stämme Israels auch um die Bundeslade gruppierten, und sind dann von außen ebenerdig zu betrachten.  Jedes Fenster ist 3,40 Meter hoch und 2,50 Meter breit. Die Motive der Kunstwerke beziehen sich auf das 1. Mose, Kap. 49 (Segenssprüche Jakobs für seine 12 Söhne) und das 5. Mose, Kap. 33 (Segnungen Moses für die zwölf Stämme Israels). Die Glasfarben wählte Chagall nach den Anweisungen Moses für die Priestergewänder: Blau, Rot, Grün und Gold oder Gelb (2. Mose, Kap. 28).

Besucherinformationen

Hadassah Medical Center (HMC) – Chagall-Fenster

Buslinien zum HMC: 12, 19, 27א

Öffnungszeiten: Sonntag-Donnerstag jeweils 8.00-15.30 Uhr

Eintritt: 10 Shekel, zahlbar im „Heritage Center“ gegenüber der Anmeldung

Kontakt
Kiryat Hadassah, POB 12000
 Jerusalem, 91120, Israel









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