ein fliehendes Pferd   von Walser

Kurzbeschreibung 

Ein fliehendes Pferd ist die Dramatisierung der bekannten Novelle. Sie ist auf Anregung und nach einem Szenario des Dramaturgen Ulrich Khuon entstanden.Seit Jahren schon verleben Helmut und Sabine ihre Ferien am Bodensee. Es sind Ferien, die sie anspruchslos beginnen, die dahingehen. Vom Cafe-Tisch aus betrachtet Sabine heiter gestimmt die bewegungsvolle Trägheit auf der Uferpromenade. Helmut wünscht sich nichts dringer, als dieser ablichen Idylle zu entkommen. Dann aber geschieht etwas, das das eingespielte Verhältnis, die Rastlosigkeit stört. Vor dem Tischchen bleibt Klaus Buch stehen und will nicht glauben, daß sein Jugfreund Helmut, der nun auch sechsundvierzig Jahre alt ist, ihn nicht mehr erkennt. Und neben ihm, jung und braungebrannt wie er, steht Helene, seine Frau. Immer neue Beweise läßt sich Helmut aus der Erinnerung vortragen, ehe sein Gedächtnis sich regt. Doch nur voll Unlust beginnt Helmut, die gemeinsamen Erinnerungen anzuerkennen; nichts verursacht ihm größeren Widerwillen als Vergangenes, Einzelheiten eines vor einem Vierteljahrhundert verbrachten Nachmittags. Wie anders, wie intensiv muß Klaus Buch gelebt haben, da ß ihm selbst noch der blonde Zopf der Theologiestudentin zum Greifen nah ist. Helmut umgibt sich lieber mit Verblichenem, Zerstörtem, er ist so versessen auf Vernichtetes, daß er am liebsten schon die Gegenwart diesem Vernichtungsprozeß anheimfallen lassen möchte.