EGO  von Schirrmacher Frank


Kurzbeschreibung

Er, den er im Buch "Nummer 2" nennt, wird auch ausführlich charakterisiert: Als in mathematisch-spieltheoretische Algorithmen gegossene Formel von Profitmaximierung, Eigennutz, Misstrauen ("Was tut der Gegner, wenn er weiß, dass ich weiß, was er plant?"), Fallenstellen, Habgier, Selbstsucht, etc., die im Begriff ist, sich durch laufende Selbstoptimierung zu verselbständigen und die scheinbar niemand mehr in den Griff bekommen wird. Streckenweise liest sich das einfach richtig beklemmend. Was bei mir hängen geblieben ist, ist die nicht zu leugnende Tatsache, dass unser Alltag aufgrund der Mechanismen, denen wir durch virtuell übergestülpte Mechanismen unterworfen sind, reichlich absurd, unberechenbar und abstrakt geworden ist. Aber um die zentralen Aussagen des Buches ausreichend darzustellen, hätte es keiner 300 Seiten bedurft. Da hätten es auch 100 locker getan, ohne an Informationsqualität einzubüßen. Genauso, wie es der Autor im "Appendix" schafft, den Weg des künstlichen Agenten an die Börsen auf gut drei Seiten darzustellen. Und letztendlich bleibt man nach der Lektüre auch etwas ratlos zurück, mündet das Buch doch in den Satz "Die Antwort war falsch" als Lösung dafür, wie die "Marionette" zu töten sei...

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