die Insel in der Vogelstrasse von Orlev

Kurzbeschreibung

Alex ist 11 Jahre als er nach seiner Mutter auch noch den Vater verliert, der von den Nazis aus dem Warschauer Ghetto deportiert wird. Alex versteckt sich in einer alten Hausruine und wartet dort, gemäß Anweisung seines Vaters, auf dessen Rückkehr. Monatelang harrt der Junge dort aus, und löst eine stattliche Anzahl von Problemen: Er muß an Essen gelangen, seine Spuren verwischen, den Nazis ausweichen, unge-sehen das Ghetto verlassen, um zu einem Arzt auf der polnischen Seite zu gelangen. Er muß sich einmal sogar aus der direkten Gegenüber-stellung mit einem SS-Mann retten und noch vieles andere bewältigen. All das gelingt ihm, und ich hielt es zunächst für schier unmöglich, daß ein Kind, ja ein Mensch überhaupt, im Warschauer Ghetto so viel Glück haben konnte. Daher war ich zunächst geneigt, dem sehr gut geschriebenen Werk die Bestbewertung vorzuenthalten. Rechtzeitig fiel mir dann aber noch ein Eintrag auf den ersten Seiten des Buches ins Auge. Dort heißt es Autorenporträt, Uri Orlev, daß er selbst "wie durch ein Wunder" den Vernichtungsfeldzug der Nazis gegen die Juden im Warschauer Ghetto überlebt hat. Daher denke ich, daß der Junge Uri kein geringeres Wunder erlebt hat, als der Junge Alex in dieser Geschichte, und daß er wohl manche Episode aus seinem eigenen schweren Erleben in die Geschichte eingebaut hat.