Sehenswürdigkeiten in Bethlehem

Lageplan 



Bethlehem ist eine Stadt mit einer jahrhundertealter Tradition.
Die erste Erwähnung Betlehems in der Bibel findet sich in 1. Mose 35,19, wo es heißt, dass Jakobs geliebte Frau Rahel „an der Straße nach Efrata, das jetzt Betlehem heißt“, begraben wurde. Nach der Eroberung Kanaans durch die israelitischen Stämme fiel Betlehem dem Stamm Juda zu. Auch das Geschehen aus dem Buch Ruth spielt sich zu einem großen Teil in Betlehem ab und sowohl Ruths Schwiegervater Elimelech wie auch ihr späterer Mann Boas kamen aus diesem Ort (Ruth 1,1).
Der erste König Israels, Saul, stammte aus einer reichen Familie aus Bethlehem.
Betlehem war nach 1. Samuel 16,1 der Herkunftsort Davids, wo auch der erwartete Messias als Nachkomme („Sohn“) Davids zur Welt kommen sollte (Micha 5,1). In diesem Vers wird es als „Betlehem-Efrata“ bezeichnet, um es von einem anderen Ort mit Namen Betlehem zu unterscheiden, der im Stammesgebiet von Sebulon, ca. 11 km westnordwestlich von Nazaret, lag.
Nach Matthäus 2,1 und Lukas 2,4-11 wurde Jesus Christus in Betlehem geboren.
Jesus Christus, der im Alten Testament angekündigte Messias, wurde in Bethlehem in einem Stall geboren, wie es Matthäus 2 und Lukas 2,4-11 berichten. Auf den Feldern von Bethlehem hatten Hirten eine himmlische Erscheinung, die sie über die Geburt des Messias hinwies.
 

Anreise nach Bethlehem

Bethlehem lässt sich von Jerusalem leicht erreichen. Am Busbahnhof westlich des Jerusalemer Damaskustores fahren Busse über Beit Jala nach Bethlehem. Die Fahrt kostet nur 8 Schekel (Stand 2015).
Die Busse halten in Bethlehem ca. 2 km westlich des Krippenpplatzes.
Direkt an der Bushaltestelle wird man sofort von Taxifahrern angesprochen, die eine Fahrt in das Stadtzentrum anbieten. Für 15 Schekel (ca. Euro 3 - freundliches Feilschen ist angesagt!) wird man dann über eine lange Tour, vorbei an der Mauer, bis ins Stadtzentrum gefahren. Man kann aber auch problemlos zu Fuß zum Krippenplatz gehen. Die Fußstrecke ist in der obigen Karte angezeigt.

Die Geburtskirche (erbaut 4. Jh.)

Die Geburtskirche beherrscht den östlichen Teil des Krippenplatzes (Mangers Square). Man betritt die Kirche durch ein ca. 1,5 m hohes Tor. Die Kirche besteht aus einem langen Hauptschiff und einem kleineren Querschiff, in dem sich mehrer Altäre befinden. Rechts und links des Chores führen Treppen in die Geburtsgrotte.

Die Katharinenkirche mit Kreuzgang (erbaut 1881)

Im nördlichen Querschiff liegt ein Eingang zur Katharinenkirche, die 1881 von den Franziskanern errichtet wurde. Vor dem westlichen Eingang befindet sich ein kleiner Kreuzgang. Über Treppen in der Kirche gelangt man in das Kellerschoß, in dem ein weit verzweigtes Grottensystem angelegt ist. In einer der Grotten soll der Kirchenvater Hieronymus seine berühmte lateinische Übersetzung (Vulgata) vollendet haben.

Die evangelisch-lutherische Weihnachtskirche (erbaut 1891)

Wenn man vom Krippenplatz über die Papst Paul Vi.-Straße nach Westen geht gelangt man zur Weihnachtskirche. Sie wurde in den Jahren 1886 -1891 erbaut.

der Krippenplatz - Blick nach Osten 


die Geburtskirche - Blick nach Osten 


Katharinenkirche mit Kreuzgang 



die evangelisch-lutherische Weihnachtskirche - Blick nach Osten


die "Geburtskirche" in Bethlehem

Geschichte der Geburtskirche in Bethlehem beherrscht den östlichen Teil des Krippenplatzes (Mangers Square) und ist die Hauptsehenswürdigkeit in der Stadt. Dieser Ort steht in Verbindung mit einer Tradition aus dem 2. Jh., nach der an dieser Stelle in einer Grotte Jesus Christus geboren wurde. Anfang des 4. Jh. ließ Kaiser Konstantin den heidnischen Adonishain, den Hadrian an dieser Stelle errichtet hatte, niederreißen und dafür mit Hilfe seiner Mutter Helena eine Basilika erbauen. Dieser Bau wurde später angeblich von den Samaritern zerstört. Im 6. Jahrhundert wurde die Kirche in ihrer heutigen Form von Kaister Justinian wiedererbaut, wobei das östliche Oktogon durch eine Dreikonchenanlage ersetzt wurde (Querhaus mit Chorhaube = drei Atrien). 614 nC blieb diese Kirche wie durch ein Wunder während des Einfalls der Perser unversehrt. Die Kreuzfahrer renovierten die Basilika und die beiden Kreuzfahrerkönige Balduin I. und II. wurden hier gekrönt.

Beschreibung der Geburtskirche

Der große Vorplatz war ursprünglich das Atrium der Basilika und maß etwa 26 x 73 Meter. An der Südseite des Vorplatzes erheben sich die festungsartigen hohen Mauern des armenischen Klosters. Der Bau wurde hauptsächlich unter dem armenischen Patriarchen Krikor Baronder im 17. Jh. errichtet. Sehenswert ist eine mittelalterliche Halle aus dem 12. Jh. Am östlichen Ende des Vorplatzes befand sich die großartige Fassade der Basilika. Heute sind nur noch Umrisse des Hauptportales zu erkennen, wobei man noch die Reste eines verzierten Türsturzes erkennen kann. Urspünglich führten 3 Portale in den Narthex. Das Nordportal wurde zugemauert und verschwand hinter dem Strebepfeiler. Auch das Südportal verschand nach seiner Blockierung hinter den Mauern des armenischen Klosters. Das mittlere Tor ist noch sichtbar, wobei es zweimal verkleinert wurde. Einmal verkleinerten es die Kreuzfahrer zu einem mit seinem Spitzbogen gerahmten Portal. Um 1500 schrumpfte es zum "Tor der Demut" mit den Maßen 125 x 79 cm. Man betritt zunächst den "Narthex", den Haupteingangsbereich. In der Mitte des Narthex befindet sich eine Tür, die in die Basilika führt. Im Süden führt ein Raum in das armenische Kloster. Der nördliche Raum führt in die Wachstube. Die Behauptung, der niedere Eingang sollte die islamischen "Sarazenen" davon abhalten, zu Pferd in die Kirche einzudringen, ist frei erfunden. Das Hauptschiff der Kirche - ohne die Dreikonchenanlage - ist ein fast quadratischer Bau (27 x 26,3 Meter). Er wird durch vier Reihen mit je elf Säule in ein Hauptschiff sowie zwei breite und zwei schmale Seitenschiffe gegliedert.

Grundriss der heutigen Geburtskirche 



Grundriss des kostantinischen Oktogons an der Ostseite der Geburtskirche 

 

Die vier Reihen von je 11 korinthischen Monolithsäulen (5,47 m hoch) waren mit Heiligenbildern verziert, die man heute noch erkennen kann. Das Hauptschiff ist durch Obergaden erhellt. Darunter befindet sich ein Mosaikfries, das in symbolischer Gestaltung die 7 ökumenischen Konzile darstellt. Im Hauptschiff schützt ein kleiner beweglicher Holzboden einige Überreste der Bodenmosaike aus der Zeit Konstantins. Das Querschiff der Dreikonchenanlage ist in Nordsüdrichtung angelegt. Die beiden Enden sind mit halbrunden Räumen (Konchen) abgeschlossen und mit diversen Altären ausgestattet. Im nördlichen Bereich befinden sich zwei armenische Altäre: der "Altar der Heiligen Drei Könige" und der "Altar der Jungfrau Maria". Im südlichen Teil sieht man den griechisch-orthodoxen "Altar der Beschneidung". Die Dreikonchenanlage, die Justinian erbaute, ersetzt einen Oktogon, das Konstantin über der Grotte errichten ließ. In der Mitte des Oktogons befand sich eine Öffnung, die von oben einen Blick in die Geburtsgrotte erlaubte. Der Chor, ebenfalls in Konchenform, beherbergt den Hauptaltar der griechisch-orthoxen Kirche. Er steht hinter einer großen Bilderwand (Iconostase) und nur an hohen Feiertagen wird der Blick auf den Altar freigegeben. Rechts und links des Chores führen Treppen in die ca. 12 x 3 m große Geburtsgrotte. Den Eingang bilden zwei marmorne Spitzportale mit Bronzetüren aus dem Kreuzfahrerzeit. In der Grotte steht ein Altar unter dem ein silberner Stern angibt: "Hier ist Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren worden." Im südlichsten Seitenschiff steht ein Taufbecken aus dem 6. Jh., das hier nach der Zerstörung der Taufkapelle aufgestellt wurde. Das Dach der Basilika ist aus englischer Eiche und Blei und wurde von Eduard IV. erbaut. Doch die Türken schmolzen viel von diesem Blei ein und stellten darauf Geschosse für den Kriege gegen Venedig her. Im 19. Jahrhundert wurde das Dach wieder vollkommen erneuert.


Vorplatz der Geburtskirche - rechts das armenische Kloster - Blick nach Osten


das zweimal verkleinerte mittlere Portal



 

der Türsturz des ursprünglichen Eingangs 


das Mittelschiff der Geburtskirche - Blick nach Osten 


Monolithsäulen mit korinthischem Kapitell 


Obergadenwände mit erhaltenen Mosaiken aus der Kreuzfahrerzeit 


Korinthisches Kapitell 


Bodenmosaiken


die Ikonostase 


die Ikonostase 




der Altar der Beschneidung 



Kanzel


 

Leuchter vor der Ikonostase 


Ausgang der Geburtsgrotte


Altar der Heiligen Drei Könige (armenisch) 

 


Altar der Jungfrau Maria (armenisch)



Armenische Türverzierung 


Die "Weihnachtskirche" in Bethlehem

Die Geschichte der evangelisch-lutherischen Kirche im Heiligen Land begann im Jahre 1841, als in Jerusalem ein anglo-preußisches Bistum gegründet wurde. Es war damals eine Zeit, in der die christlichen Großmächte gegenüber den nichtchristlichen Staaten eine Verantwortung empfanden, das Christentum zu schützen und zu verbreiten. So kam es auch zur Aushandlung des genannten anglikanisch-preußischen Bündnisses durch den preußischen Gesandten von Bunsen und der Gründung des Bistums in Jerusalem. Als nach der kurzen Amtszeit des ersten Bischofs, Professor Michael Solomon Alexander, Preußen mit der Benennung an der Reihe war, wurde Samuel Gobat, welcher der reformierten Kirche in der Schweiz angehörte, vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. nominiert und vom Erzbischof von Canterbury eingesetzt. Gobat war durch seine Erfahrung, seine guten Sprachkenntnisse und der Vertrautheit mit dem geistigen Leben im Orient für diese Aufgabe bestens geeignet. Die Bischof-Gobat-Schule auf dem Zionsberg trägt noch heute seinen Namen als Inschrift über dem Eingangstor. Gobat gründete außerdem 1854 eine protestantische Schule in Bethlehem. 1860 wurde dann für die wachsende Glaubengemeinschaft auch eine Kapelle erbaut. Die evangelisch-lutherische Weihnachtskirche wurde 1893 eingeweiht. Die lutherische Gemeinde umfasst derzeit etwa 350 Mitglieder.


 die evangelisch-lutherische Weihnachtskirche - Blickrichtung nach Osten


die evangelisch-lutherische Weihnachtskirche 


die evangelisch-lutherische Weihnachtskirche 


die evangelisch-lutherische Weihnachtskirche 


die evangelisch-lutherische Weihnachtskirche 



der "Krippenplatz" in Bethlehem

 ist das größte Platz von Bethlehem. Im Osten erheben sich die mächten Mauern der Geburtskirche mit dem Vorplatz mit den angrenzenden Mauern des armenischen Klosters. Im Westen steht die 1849 erbaute Omar-Moschee und ihr schlankes Minarett, daneben steht das Rathaus. Im Norden beherbergt das große moderne Gebäude ein Museum und das Informationszentrum (Bethlehem Peace Center). In den Seitenstraßen entdeckt man die verschiedenen Restaurants und Läden.


Krippenplatz - Blickrichtung nach Nordwesten 


Krippenplatz - Blickrichtung nach Norden 


das Rathhaus am Krippenplatz 


das "Bethlehem Peace Center" am Krippenplatz 


die Omar-Moschee an der Westseite des Krippenplatzes 


die Omar-Moschee


die Omar-Moschee 


beim Freitagsgebet vor der Omar-Moschee 




die "Universität" Bethlehem 

ist eine Hochschule in Trägerschaft der katholischen Kirche mit Sitz in Bethlehem im Westjordanland / Israel. Die Ausbildungsstätte wurde 1973 vom Vatikan gegründet. An ihr sind 3.254 Studenten immatrikuliert, davon sind 26 % Christen und 74 % Moslems (Stand 2014). Die Universität wird von den De La Salle-Brüdern geleitet.

die "Universität" Bethlehem



die "Universität" Bethlehem


Blick von der Universität Bethlehem auf Har Homa/Jerusalem



der "Markt" auf der Paul VI.-Straße in Bethlehem

Die ganze Woche über - außer freitags - ist auf der Paul VI-Straße / Al-Fawaghra-Str. / Al-Najajreh-Str. Markt. Ein Stand reiht sich an den anderen und es herrscht bis zum Krippenplatz ein reges Treiben. Der Marktplatz wird zur Zeit (2015) renoviert und steht für Markstände nicht zur Verfügung.




Läden an der Paul VI-Straße



der "Sternenstraße" in Bethlehem

war einer der ältesten Hauptadern von Bethlehem. Sie wurde früher auch das Tarajmoh-Viertel genannt, nach einem alten Familienclan, der hier wohnte. Die Sternenstraße war die Zugangsstraße auf der Würdenträger und Regierende die Straße besuchten. Über Jahrhundert war sie die Haupteinkaufsstraße für die Bewohner aus Bethlehem und Pilger. Jedes Jahr findet auf dieser Straße die Prozession der Patriarchen statt, die über die Straße bis zum Krippenplatz gehen, um dann in der Grabeskirche die Weihnachtsgottesdienste zu feiern. Auch wenn Bethlehem klein war, so wurde sie doch immer als eine Stadt erwähnt. Vermutlich liegt das an der Stadtmauer, die Bethlehem hatte, was aus alte Berichten und archäologische Funde abzuleiten ist. Durch das Zarara-Tor betrat man die Stadt. Dieser Eingang war laut Tradition auch das Tor, durch das damals die mit Jesus schwangere Maria und Joseph nach Bethlehem kamen, um sich hier registrieren zu lassen. Das Tor gab es schon zur Zeit der Kanaaniter, wurde später mehrere Mal aufgebaut, bis es durch die Mameluken im Jahr 1489 völlig zerstört wurde. 1999 wurde die Straße für die Jahrtausendfeier gründlich renoviert.

Beginn der Sternenstraße in der Nähe des Krippenplatze


das Zarara-Tor in der Sternenstraße in Bethlehem 


Aufstieg von der Sternenstraße in eine Seitenstraße



Sternenstraße in Richtung Nordwesten



Sternenstraße in Richtung nach Südosten



Sternenstraße in Bethlehem - ein Seitengang zu einer Nebenstraße



Sternenstraße in der Nähe des Davidsbrunnen



die "Milchgrotte" in Bethlehem

Die Grotte ca. 500 m südöstlich der Geburtskirche befindet sich die Milchgrotte, die man über die Milchgrottenstraße erreicht. Die Grotte ist eine natürliche Höhle im Kalkstein-felsen eines Abhanges und wurde seit der Eisenzeit benutzt.

Alte Legenden ranken um diesen Ort. Seit dem 6. Jh. wird überlieft, daß sich Maria und Joseph hierher versteckt haben sollen, bevor sie mit dem Jesuskind nach Ägypten flohen, um der Tötung der Kinder durch König Herodes zu entkommen. Als Maria das Jesuskind stillte, sollen einige Tropfen Milch auf den Boden gefallen sein und ihn in weißen Stein verwandelt haben. Darüber hinaus soll seitdem dieser Ort Wunder wirken. Der biblische Text unterstüzt eine solche Legende nicht, denn Maria und Joseph flohen direkt aus dem Stall von Bethlehem nach Ägypten, nachdem Joseph im Schlaf durch einen Engel vor der Kindtötung durch Herodes gewarnt worden war.

Matthäus 1,1ff
1 Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen:
2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten...
13 Als sie aber hin weggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir's sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen.
14 Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich nach Ägypten
15 und blieb dort bis nach dem Tod des Herodes, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Hosea 11,1): »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.«

Kapelle der Neuzeit

Vor ihr wurde 1872 eine kleine Kapelle auf den Fundamenten einer alten Kirche aus dem 4. Jh. errichtet, die im 14. Jh. erneuert wurde. Die Fassade ist mit Perlmutt verziert. In einer Nische steht eine Statue von Maria. In der Mitte der Kirche führt ein Eingang in die Krypta. Die Grotte ist eine unregelmäßig, künstlich geglättete Höhle mit 2 Altären.

Die "Syrisch-orthodoxe Kirche" in Bethlehem hat ihre Wurzeln, die auf das 5. und 6. Jahrhundert zurückgehen, in Großsyrien, Kleinasien und Mesopotamien. Seit 1471 hat Jerusalem den Status eines ständigen syrischen Bistums. Die ersten syrischen Christen müssen sich etwa um 1838 in Bethlehem angesiedelt haben. Die meisten der syrischen Christen kamen in Folge der Massaker in der Türkei (Turabdin) zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Bethlehem. Im Jahre 1922 begann man mit den Bauarbeiten der syrisch-orthodoxen Marienkirche in Bethlehem und sie wurde im Jahre 1928 vom syrisch-orthodoxen Patriarchen damals, Elias Halule, eingeweiht.Die syrisch-orthodoxe Friedhofskirche des Heiligen Ephraim, benannt nach dem bedeutenden syrischen Theologen, wurde 1935 eingeweiht. Heute ist die syrische Gemeinde die drittgrößte in Bethlehem und besteht aus etwa 1000 Mitgliedern.  


Milchgrotte in Bethlehem


Milchgrotte in Bethlehem


Milchgrotte in Bethlehem


Milchgrotte in Bethlehem


Milchgrotte in Bethlehem



Syrisch-orthodoxe Kirche in Bethlehem 

Die "Griechisch-melkitische Kirche" (griechisch-katholische)  in Bethlehem ist ein Zweig der griechisch-orthodoxen Kirche, die die Autorität des römischen Papstes anerkennt. Die Kirche liegt ca. 1 km nordwestlich des Krippenplatzes. Im Jahr 2012 wurde der Neubau eingeweiht. Der Bau soll auch als pastorales Schulungszentrum dienen. Wenn man an der Klingel neben der Türe läutet, bekommt man Einlaß auf das Gelände. Von dem originellen Turm aus hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt Bethlehem. Römisch-Katholisch - Melkitische Kirche Kirche der Gottesgebärerin (Theotokos) Pfarrer Yacoub Abou Sada 334 Star Street P.O. Box 317 Bethlehem.


Griechisch-melkitische Kirche in Bethlehem


Griechisch-melkitische Kirche in Bethlehem



Griechisch-melkitische Kirche in Bethlehem



Syrisch-orthodoxe Kirche in Bethlehem


die "Katharinenkirche" 

in Bethlehem direkt nördlich an das Areal der Geburtskirche schließt sich die Katharinenkirche an. Sie ist über den Klostergarten aber auch über die Geburtsgrotte zu erreichen. Die katholische Kirche der Franziskaner wurde 1881 - 1888 über einem Kloster der Kreuzfahrer errichtet. Dieses wiederum stand auf den Fundamenten des Klosters der heiligen Paula. 1950 legten die Franziskaner den fränkischen Kreuzgang frei, der sich direkt vor dem Eingang der Kirche befindet und stellten ihn wieder her. In seiner Mitte steht eine Statue des Hieronymus auf einer 2,07 m hohen Säulen. Die Katharinenkirche ist schlicht gehalten und vermittelt mit den Bänke aus heller Eiche und den steinernen Altären ein modernes Ambiente. Die Kirche hat ein breites Mittelschiff und zwei schmale Seitenschiffe. Das Dach wird durch ein Kreuzgewölbe getragen. Durch die hohen Fenster fällt helles Licht in die Kirche. In das südliche Seitenschiff ist eine Kapelle eingelassen. Im Chor steht eine große Orgel, darüber befindet sich eine mit Glasmalerei verzierte große Rosette.
 Das Nordschiff ist der heiligen Katharina geweiht, das südliche der Geburt Jesu und das Mittelschiff der Anbetung der Heiligen Drei Könige. Der Fußboden ist mit Marmor und weißen und schwarzen Steinen ausgelegt. Der Hauptaltar im Mittelschiff stammt noch aus der Vorgängerkirche. Sie Seitenaltäre sind dem heiligen Franziskus und dem heiligen Antonius geweiht. Über Stufen im südlichen Seitenschiff gelangt man in die Kellergewölbe. Hier soll der Kirchenvater Hiernonymus seine berühmte lateinische Übersetzung angefertigt haben. An ihn erinnert auch eine Statue in der Mitte des Kreuzgangs.















Kirche der Franziskaner

Bethlehem - Katharinenkirche Kirche der heiligen Katharina in Bethlehem - Palästinensisches Autonomiegebiet



Hinter Mauern Bethlehem heute Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem

 "Friede sei mit Euch" wünscht ein 10 Meter hohes Plakat des israelischen Tourismusministeriums. Es klebt an der ebenso hohen grauen Betonmauer, die etwa einen Kilometer lang zwischen Jerusalem und Bethlehem trennt. Nach einer Ausweiskontrolle geht es durch ein schweres eisernes Tor nach Bethlehem. Jenseits dieses "Anti-Terror-Sicherheitswalls" beginnt für die Palästinenser das "Gefängnis" im "ummauerten Bethlehem". Leere Häuser, eine verwaiste Tankstelle und geschlossene Läden rund um das eingemauerte Rachels-Grab zeugen von der verheerenden Auswirkung des Sperrwalls mitsamt Grenzterminal, Wachttürmen, Kameraüberwachung und Grenzschützerinnen hinter dickem Panzerglas. "Bitte hier die Bombe ansetzen", haben Unbekannte mit Sprühfarbe auf die auf palästinensischen Seite der Mauer gesprüht neben Sprüchen wie "Jesus weint" oder "Keine Mauer kann die Wahrheit verstecken". Eine vierspurige Straße mit nagelneuen von Japan gestifteten Straßenlaternen führt zum Krippenplatz, wo die schwer befestigte Geburtsbasilika aus dem 3. Jahrhundert steht. Mit jedem Meter näher zum Zentrum wird das Leben immer "normaler": Läden mit üppigen Auslagen, Gemüsehändler mit buntfarbenen Früchten, moderne Computergeschäfte, Banken und Hühnchenverkäufer, deren frische Ware lebendig in Plastikkäfigen auf dem Bürgersteig gestapelt steht. Polizisten regeln Arme fuchtelnd den Verkehr, der sich laut hupend an jeder Kreuzung verhakt, weil niemand dem Anderen die Vorfahrt lässt. Vor der gähnend leeren Geburtsbasilika, in der eine griechische Frau unter einer Ikone der Maria mit dem Jesuskind grunzende Schmerzschreie ausstößt, erklärt Pater Jamal Khader einem kanadischen Reporter die Leiden der Palästinenser: "Es gibt drei Übergänge, den großen nach Jerusalem, einen ins Westjordanland nach Jericho und einen Dritten in Beth Dschala, der bald geschlossen wird. Die Übergänge sollen den Besuch christlicher Palästinenser verhindern. Regulierungen sollen Touristen entmutigen." Israel "erwürge" die Wirtschaft von Bethlehem. Auf der Hauptstraße in Richtung Hebron geht es vorbei an Steinfabriken. Riesige Blöcke "Jerusalem-Stein", mit denen per Gesetz alle Häuser in Amman, Ramallah und Jerusalem verputzt werden müssen, liegen bereit, geschnitten und behauen zu werden. Diese blühende Industrie stoppte selbst in den schlimmsten Tagen der Intifada nie. Ein paar Kilometer weiter versperren dutzende Taxis die Hauptstraße. Fliegende Händler brutzeln stinkendes Fleisch auf rauchender Holzkohle. Billiges Obst und geschnitzte Koraninschriften werden verhüllten Frauen und hübschen Studentinnen feilgeboten, die sich zum Taxistand jenseits der Betonklötze auf der Straße begeben. Auf Bethlehems Seite rufen die Taxifahrer "Abu Dis" oder "Ramallah". Jenseits der Blöcke werden Fahrten nach Hebron geboten. "Deutschland gut, Mercedes gut, Hitler gut", ruft Mahmoud und hämmert auf das Blech seiner Mercedes-Limousine für sieben Fahrgäste. Dreimal am Tag fährt er die halbstündige Strecke nach Hebron zum Preis von einem Euro pro Person. Palästinenser müssen mehrmals umsteigen, wenn sie von Hebron über Bethlehem und Ramallah nach Nablus wollen. Nur öffentliche Verkehrsmittel dürfen auf den Hauptstraßen verkehren, die auch Israelis benutzen. An einer Bude wirbt ein Plakat für Urlaub in einem palästinensischen Hotel mit Swimmingpool und Luxus. Rechts und links der Sperre am Naschasch-Checkpoint sind weder Zaun noch Mauer zu sehen. Kein Soldat prüft die Taschen. Betonblöcke versperren allein den Autos den Weg. Um zu erkunden, ob Bethlehem tatsächlich "eingemauert" sei, fahren wir in Richtung Osten. In der Ferne ist nur ein elektronischer Zaun mit Patrouillenstraße zu sehen, der Selbstmordattentäter aus Jerusalem fern halten soll. Ohne Straßensperre geht es hinaus aus Bethlehem, zu den Hirtenfeldern in Beth Sahour und von dort zu den Siedlungen Nokdim, Tekoa und Efrat. Weiter geht es hinauf zur deutschen Schule Talitha Kumi und von dort unkontrolliert durch die Sperre am israelisch-palästinensischen Verbindungsbüro. Seit Monaten steht da kein Soldat mehr. Obgleich Bethlehem doch angeblich "von einer Mauer umgeben" ist und die Menschen sich "im Gefängnis" befinden, war es möglich, die ganze Runde zu drehen: vom Zentrum Bethlehems bis weit ins Westjordanland hinein, an Siedlungen vorbei und zurück in die Geburtsstadt Jesu, ohne eine einzige bemannte Straßensperre zu passieren. Auf dem Weg zurück nach Jerusalem passieren wir nicht mehr das Mauertor am Rachelsgrab, sondern nehmen den Weg über das Dorf Waladsche. "Schalom", rufen wir dem Soldaten und zwei äthiopischen Soldatinnen an einer behelfsmäßigen Sperre vor Jerusalem zu. "Okay", flüstert er und winkt uns durch. Pässe oder Ausweiskarten interessierten ihn nicht.



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