berühmte portugiesische Seefahrer      


 


In Portugal merkst du rasch, woher der Stolz der Portugiesen kommt. Es gibt wohl kaum eine Stadt, die nicht mindestens ein Museum hat, das sich der spannenden Geschichte der Seefahrt und bedeutsamen Seefahrern widmet, die unter der portugiesischen Flagge in See gestochen sind. Bekannte Namen wie Vasco da Gama werden und Ferdinand Magellan werden geehrt. Das Seefahrerdenkmal in Lissabon am Ufer des Tejo zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Portugals. Die Liebe zum Meer wird auch in Musikrichtungen wie Fado oder dem Lieblingssport der Lisboa, dem Surfen an Orten wie Cascais oder Estoril, deutlich. Ein altes Sprichwort aus Portugal sagt: »Wenn du beten lernen willst, dann fahre zur See.« Ohne Karten und Instrumente, unter der ständigen Bedrohung durch Wetter und Krankheiten, welches Wagnis hinter dem der Neugier des Menschen, die Welt bzw. das Meer zu entdecken, steckt.

Wie abenteuerlich diese Expeditionen zur damaligen Zeit gewesen waren!!! Umso größer dann der Erfolg und die Anerkennung für Männer, wenn sie als gefeierte Helden in ihre Heimat zurückkehrten.

Dort, wo Padrão dos Descobrimentos, das Seefahrerdenkmal in Lissabon steht, soll Vasco da Gama damals zu seiner bedeutsamen Reise ins Ungewisse aufgebrochen sein.

Durch seine Entdeckung eines Seeweges nach Indien ist der portugiesische Seefahrer wohl einer der bekanntesten Entdecker seiner Zeit.

Von König Manuel I. von Portugal entsandt, machte sich Vasco da Gama 1497 auf den Weg. Nach knapp einem Jahr auf dem Meer gelang es ihm als ersten Europäer, einen Seeweg um die tückische Küste von West- und Ostafrika herum nach Indien zu finden. Sein Erfolg ermöglichte vielen anderen Seefahrern, ihre Ziele weiterzustecken und neue Perspektiven für die gesamte Welt zu liefern.


Aufgelistet nach Geburtsdatum


João Gonçalves Zarco *: 1390, Portugal Continental : 21 de Novembro de 1471, Funchal

 

 

 – der Wiederentdecker von Madeira

João Gonçalves Zarco, ein Vertrauter von Heinrich dem Seefahrer, landete 1418 auf der Insel Porto Santo, das zum Madeira-Archipel zählt. Auf der nächsten Reise wurde Madeira entdeckt, wo der portugiesische Seefahrer später auch sein Grabmal fand. Eine Statue in Funchal erinnert an den getreuen Kampfgefährten von Heinrich. Gemeinsam mit Heinrich misslang der Versuch, Tanger zu erobern. Zarco experimentierte mit der bestmöglichen Stationierung von Artillerie auf einem Schiff und lieferte so wertvolle Erkenntnisse für die Verteidigungs- und Angriffsmaßnahmen auf See.



 

Heinrich der Seefahrer *: 4 de Março de 1394, Porto †: 13 de Novembro de 1460, Sagres





Heinrich der Seefahrer (portugiesisch: Infante Dom Henrique de Avis) war nicht nur Seefahrer, sondern auch der »Macher« hinter vielen portugiesischen Expeditionen. Er war unter anderem Auftraggeber und Initiator der Entdeckungsreisen von João Gonçalves Zarco, Bartolomeu Perestrelo und Gil Eanes. Heinrich wurde 1418 zum Gouverneur der Algarve ernannt, wo er ein ehrgeiziges Programm startete, um einen Seeweg nach Indien zu finden. Zu Lebzeiten sollte ihm das nicht gelingen, aber seine Expeditionen legten den Grundstein. Nach seinem Tod dauerte es nur 36 Jahre, bis Vasco da Gama seine großen Vorleistungen schließlich vollendete.

Das Padrão dos Descobrimentos in Belém zeigt Heinrich als Anführer der portugiesischen Entdecker.





 


in Lagos



Bartolomeu Perestrelo *: 1395, Reino de Portugal †: 1457, Porto Santo


 


– der Schwiegervater von Christoph Kolumbus

Die Seefahrergemeinschaft war damals wohl ein kleines Völkchen, denn niemand geringerer als Bartolomeu Perestrelo, dessen Tochter Dona Filipa de Perestrelo die Moniz später Christoph Kolumbus heiratet, zählt zu dem illustren Reigen bekannter Seefahrer aus Portugal.

Perestrelos Familie kam ursprünglich aus Italien. Der portugiesische Edelmann begleitete João Gonçalves Zarco bei den Entdeckungsfahrten von Madeira. Ihm wurde das Kapitanat auf Porto Santo übertragen, das später auf seine trauernde Frau Isabel Moniz überging.






Gil Eanes *: 1395, Lagos Conhecido(a) por: Ultrapassar o Cabo Bojador




 

Gil Eanes  rute Cabo do Bojador


– nach dem Kap Bojador ist die Seefahrt nicht zu Ende

Der portugiesische Entdecker wurde vermutlich in Lagos an der Algarve geboren. Er stand im Dienste von Heinrich des Seefahrers. Entgegen der Vermutungen waren das Kap Bojador an der südlichen Küste Marokkos befahrbar. Gefahren wie Sandbänke, Nebel und Untiefen ließen befürchten, dass Gil Eanes das Kap nicht umfahren könne. Ein Denkmal in Lagos erinnert noch heute an Gil Eanes Wirken für die Seefahrernation Portugals.


in Lagos



Gil Eanes 100 escudos




João Vaz Corte-Real *: 1420, Faro †: 1496, Angra do Heroísmo




– Kabeljau oder Nordamerika entdeckt?

Der adelige Seefahrer und Ritter wurde an der Algarve geboren. Es wird vermutet, dass Corte-Real nicht nur Grönland, sondern auch Nordamerika mit seinem Schiff erreichte. Vielleicht war es auch Neufundland, das auf Corte-Reals Liste der Entdeckungen gestanden hatte. Wenn das wahr ist, dann wäre nicht Christoph Kolumbus 20 Jahre später ebenso erfolgreich gewesen. Selbst die Wikinger waren im Jahr 1000 dorthin unterwegs. Corte-Real wird allerdings die Entdeckung von Terra Nova do Bacalhau, dem Land des Kabeljau, zugeschrieben.





Bartolomeu Dias *: 1450, Faro †: 29 de maio de 1500, Cabo da Boa Esperança, Cidade do Cabo, África do Sul





 – Premiere für die Umsegelung vom Kap der Guten Hoffnung

Auch Diaz startet vom Tejo aus seine große Reise und landet 1487 auf der Insel Santa Maria da Conceição, wie er sie nennt. Mit dem Setzen eines Padrão (eine Steinsäule mit dem Wappen Portugals und einem Kreuz an der Spitze) nimmt Portugal das Land für die portugiesische Krone in Besitz. Bei seiner Reise umrundet er den heute als Kap der Guten Hoffnung genannten Landvorsprung an der afrikanischen Küste. Bartolomeu Dias unternimmt mehrere Expeditionen. Die Fahrt mit Pedro Álvares Cabral wird allerdings seine letzte und so findet Dias dort sein Grab, wo er der erste Umsegler von Afrika geworden war.








Diogo Cão *: 1450, Vila Real  †c. 1486



 


– als erster Europäer am Kongo

Der portugiesische Entdecker und Seefahrer segelte im Dienste von Johann II. von Portugal. Die Entdeckung der Passage über den Kongo und Diogo Cãos Verdienste um seine Reisen verschafften dem Seefahrer Anerkennung von Papst Innozenz VIII. Die Entdeckungsfahrten von Diogo Cão sind aber insofern bedeutsam, da sie für die Erstellung einer Karte des Metellus sowie den Globus von Martin Behaim 1492 sehr hilfreich waren. Auch er ließ zwei Stelen am Kap Monte Negro und dem heutigen Kap Cross in Namibia aufstellen, um den Besitzanspruch Portugals zu festigen.






Afonso de Albuquerque *: 1453, Alhandra, Vila Franca de Xira †: 16 de dezembro de 1515, Velha Goa, Índia





 

– vom Obersten Stallmeister zum Seefahrer

Der nahe Lissabon geborene Afonso de Albuquerque war ein erfahrener Seefahrer und zweiter Gouverneur von Portugiesisch-Indien. Der an Mathematik und Latein interessierte Adelsmann erhielt die Auszeichnung des Obersten Stallmeisters am königlichen Hof von Manuel I. von Portugal. 1503 wurde Afonso de Albuquerque Befehlshaber mehrere Schiffe, die Kurs auf Indien nahmen. Der Portugiese eroberte die Insel Sokotra und plünderte mehrere Städte an der Küste der arabischen Halbinsel. Eine Intrige bei Hofe wurde Afonso de Albuquerque, der vieles erreicht hatte, schließlich zum Verhängnis.


 




Pedro Álvares Cabral *: 1467, Belmonte †: 1520, Santarém




 

– der Brasilien aus Zufall entdeckte

Pedro Álvares Cabral war durch Vasco da Gamas tödliche Erfahrungen mit den Einheimischen gewarnt. Viele Soldaten reisten auf der portugiesischen Flotte mit. Zuerst ging es zu den Kapverdischen Inseln und dann erreichte Cabral eine Insel, deren Bewohner den Seefahrern völlig friedlich und unbedarft begegneten. Durch die Nord-Süd-Trennlinie, mit der Spanien und Portugal ihre Gebiete aufteilten, war Cabrals Entdeckung für sein Land äußerst wertvoll: Es ermöglichte den Zugang zu einem Teil der Neuen Welt, die durch die Trennung eigentlich Spanien vorbehalten war. Seine bedeutsame Entdeckung und die Wichtigkeit von Brasilien entdeckten die Portugiesen erst viele Jahrzehnte später.



 

Pedro Álvares Cabral 50-escudos-1968                               Pedro Álvares Cabral 200escudos




Ferdinand Magellan *3 de fevereiro de 1480, Sabrosa : † 27 de abril de 1521, Mactan, Filipinas



 


– Weltumsegelung mit tödlichem Ausgang

Auch Ferdinand Magellan (portugiesisch: Fernão de Magalhães) machte sich auf die gefährliche Reise, um den sagenumwobenen Seeweg nach Indien zu finden. Anders als Vasco da Gama überlebte er diese Weltumsegelung nicht.

Wie du dir vorstellen kannst, ging es nicht nur um Ruhm und Anerkennung, sondern um Profite. Kostbare Produkte wie Gewürze oder Seide, Gold und andere Versuchungen trieben die Seefahrer an Bord vieler Schiffe. Spanien und Portugal lieferten sich ein heißes Duell um die fruchtbarsten Missionen. Magellan startete mit fünf Schiffen und erst nach fast einem Jahr entdeckte er eine Meeresstraße, die zwischen der Südspitze von Südamerika und dem Feuerland liegt. Heute kennst du diese Straße unter dem neuen des mutigen Seefahrers, der Magellan-Straße. Nach Verlusten bei Schiff und Mannschaft erreicht er nach der stürmischen Überfahrt endlich ruhigere See, den er Mar Pacifico – Stiller Ozean – nennt. Doch es folgt eine monatelange Überfahrt, bei der Magellan letztendlich auf der Insel Mactan in einer Auseinandersetzung mit den dort lebenden Einwohnern den Tod findet. Mit Magallans Reise stellte er aber unter Beweis, dass die Erde eine Kugel wäre und nicht, wie bislang angenommen, eine Scheibe.


 







Vasco da Gama  *: um 1469 in  Sines †: 24 de dezembro de 1524, Cochin, Índia



– Admiral des Indischen Meeres  

Graf von Vidigueira  war ein portugiesischer Seefahrer und Entdecker des Seewegs um das Kap der Guten Hoffnung nach Indien sowie der 2. Vizekönig Portugiesisch-Indiens.

Über Vasco da Gamas Jugend und das Leben vor seiner großen Entdeckungsfahrt ist wenig bekannt. Er entstammt dem portugiesischen Adel. Seine Eltern waren Estêvão da Gama (Gouverneur von Sines und Silves) und Isabel Sodré, deren Familie ursprünglich aus England stammte und über gute familiäre Beziehungen zum Orden der Christusritter verfügte. Beide hatten gemeinsam zumindest fünf Kinder, einige Autoren gehen von sieben bzw. acht aus. Sein Vater gehörte zum Ritterorden von Santiago und war Komtur von Cercal sowie Verwalter (alcaide-mor) der Stadt Sines, die ebenfalls dem Santiago-Orden gehörte. Die Familie seines Vaters stammte aus dem südlichen Alentejo, war ursprünglich mit dem Ritterorden von Avis verbunden und wechselte erst später zum Ritterorden von Santiago. Estêvão da Gama gehörte zum Hause des Prinzen Dom Fernando, der auch Großmeister des (portugiesischen) Ordens von Santiago war. Später schloss sich Estêvão da Gama dessen Sohn, Dom Diogo an, Herzog von Viseu und Administrator des Ordens der Christusritter. Mit beiden kämpfte er in Nordafrika und in Kastilien. 1484 wurde Dom Diogo der Verschwörung gegen den König, seinen Onkel Johann II., angeklagt und ermordet, sein Anhang verfolgt. Der erste historische Beleg für den Lebensweg von Vasco da Gama stammt aus dem Jahre 1480. In diesem Jahr trat er in den Ritterorden von Santiago ein. Dies war die Voraussetzung, um später persönliche Einkünfte aus der Verwaltung und Bewirtschaftung von Gütern des Ordens ziehen zu können, bedeutete jedoch nicht automatisch die spätere Weihe zum Priester. Ein Noviziat in den Ritterorden dieser Zeit begann üblicherweise im Alter von 11 oder 12 Jahren, so dass auf das nicht eindeutig belegte Geburtsjahr von Vasco da Gama geschlossen werden kann: vermutlich 1468 oder 1469.

1492 beauftragte Johann II. Vasco da Gama mit Vergeltungsmaßnahmen gegen französische Handelsschiffe im Hafen von Setúbal und in Häfen an der Algarve, um damit auf die Angriffe französischer Piraten auf portugiesische Schiffe vor der westafrikanischen Küste zu reagieren. 1495 wurde da Gama als Anerkennung für geleistete Dienste zum Komtur der beiden Komtureien des Santiagoordens Mouguelas und Chouparia ernannt.

Nominierung Vasco da Gamas

Warum Vasco da Gama als Oberbefehlshaber für die Reise nach Indien ausgewählt wurde, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Die beiden Zeitgenossen und Chronisten João de Barros und Damião de Góis verweisen darauf, dass er die Nachfolge seines Vaters angetreten habe, der unter Johann II. einer der wichtigsten Verfechter der Suche des Seeweges nach Indien um Afrika herum gewesen sei. Gesichert ist jedenfalls, dass da Gama über sehr gute Beziehungen zu dem seit 1495 herrschenden König Manuel I. von Portugal verfügte und als ein Mann galt, der das Vertrauen des Königs genoss. Manuel I. ermöglichte Vasco da Gama auch den Eintritt in den Orden der Christusritter. Die möglicherweise fehlenden maritimen Kenntnisse Vasco da Gamas wurden durch die besten Piloten und Steuerleute Portugals kompensiert, welche die zu befahrenden Gewässer kannten – soweit sie den Portugiesen überhaupt bekannt waren. Außerdem begleitete Bartolomeu Diaz, der Bezwinger des Kaps der Guten Hoffnung, die kleine Flotte bis zu den Kapverdischen Inseln. Im Gegensatz zu dieser Position gehen verschiedene Autoren jedoch davon aus, dass sich Vasco da Gama schon früh als fähiger Seemann und Kapitän ausgezeichnet haben muss. Denn obwohl Bartolomeu Diaz bereits um die Jahreswende 1487/88 als erster Europäer die Südspitze Afrikas umsegelt hatte, erteilte König Manuel I. von Portugal nicht ihm, sondern da Gama den Auftrag, den letzten noch fehlenden Abschnitt der Gewürzroute nach Indien zu erkunden.

Bereits 80 Jahre zuvor war diese Suche von Heinrich dem Seefahrer begonnen worden. Das Ziel der Expedition war es, den arabischen, persischen, türkischen und venezianischen Zwischenhandel auszuschalten, der Gewürze wie etwa Pfeffer in Europa extrem verteuerte.


Die Entdeckung des südlichen Seewegs nach Indien

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Die Route der ersten Fahrt da Gamas nach Indien (schwarz) sowie die Reisen von Pêro da Covilhã (grün und orange) und Afonso de Paiva (grün und blau)

Vasco da Gama verließ am 8. Juli 1497 den Hafen Restelo in Lissabon mit seinem Flaggschiff, der Nao São Gabriel (120 Tonnen) sowie der Nao São Rafael unter dem Kommando seines Bruders Paulo da Gama, der Nao Bérrio (in einigen Quellen auch Santa Fé) (100 Tonnen) unter Nicolao Coelho als Kapitän und einem Transportschiff unter dem Kommando von Gonçalo Nunes. Insgesamt nahmen an der Reise zwischen 150 und 170 Mann Besatzung teil. Der Flotte waren die besten Piloten (Steuerleute und Navigatoren) Portugals beigegeben, denen die Strömungs- und Windverhältnisse speziell im Südatlantik weitgehend vertraut waren. Für das Flaggschiff war das Pêro de Alenquer, auf der São Rafael fuhr João de Coimbra als Pilot und auf der Bérrio übte dieses Amt der erfahrene Pêro Escobar aus. Als Segelmeister der kleinen Flotte fuhr auf der São Gabriel Gonçalo Álvares, der bereits an der zweiten Reise Diogo Cãos teilgenommen hatte.

Vasco da Gama segelte mit weit nach Westen ausholendem Kurs durch den Atlantik und löste sich deutlich von der Küste, um bessere Windverhältnisse zu nutzen. Am 4. November erreichte die kleine Flotte die Sankt-Helena-Bucht an der Westküste Südafrikas. Anschließend umfuhr er das Kap der Guten Hoffnung in einem großen Bogen und landete am 25. November in der Mosselbaai. Der ostafrikanischen Küste folgend erreichte er am 7. April 1498 Mombasa, wo arabische Kaufleute versuchten, seine Weiterfahrt zu verhindern. Vasco da Gama segelte weiter zu der ostafrikanischen Stadt Malindi, einer Handelskonkurrentin von Mombasa. Deren Sultan stellte ihm einen Navigator für die Überfahrt nach Indien zur Verfügung. Am 20. Mai 1498 landete Vasco da Gama nahe Calicut an der Malabarküste. Zum ersten Mal hatte ein europäisches Schiff Indien auf dem Seeweg um Afrika herum erreicht. Die Verhandlungen mit dem Zamorin von Calicut verliefen zwar nicht wie erhofft, dennoch konnte Vasco da Gama am 8. Oktober voll beladen mit kostbaren Gewürzen die Rückreise antreten. Das erste Schiff seiner Flotte unter Nicolao Coelho erreichte die Heimat am 10. Juli 1499. Vasco da Gama selbst, der sich wegen seines tödlich erkrankten Bruders einige Wochen auf den Azoren aufgehalten hatte, traf am 9. September wieder in Lissabon ein, wo ihm ein triumphaler Empfang bereitet wurde. Zu Weihnachten 1499 verlieh das Königshaus Vasco da Gama die Herrschaft über die Stadt Sines, die sein Vater bereits ausgeübt hatte. Damit begann ein jahrelang schwelender Konflikt zwischen dem König und da Gama einerseits und den Ordensoberen der Santiagoritter sowie den lokalen Autoritäten der hochadligen und im Santiago-Orden einflussreichen Familie de Noronha andererseits, die diese Verleihung als Einmischung in die Rechte des Ordens nicht anerkannten. Weitere Ehrungen durch den König folgten. So durfte da Gama den Titel Dom führen, was auch seinen Brüdern und Nachkommen gestattet wurde. 1502 wurde ihm dann der Titel eines Almirante do Mar das Índias („Admiral des Indischen Meeres“) verliehen. Dies geschah sicher auch als Erwiderung auf die Ernennung von Christoph Kolumbus zum Admiral des Ozeanischen Meeres durch das spanische Königspaar einige Jahre zuvor. Das Logbuch seiner ersten Reise nach Indien, welches heute in der Biblioteca Pública Municipal do Porto aufbewahrt wird, wurde im Jahr 2013 zum Weltdokumentenerbe erklärt.

Die zweite Reise nach Indien

Die zweite portugiesische Indienexpedition leitete Pedro Álvares Cabral, der bei dieser Gelegenheit im Jahr 1500 Brasilien entdeckte. 1501 befehligte João da Nova mit vier Naus die dritte Reise. Die vierte Fahrt 1502 stand dann wieder unter dem Kommando Vasco da Gamas, nachdem dieser bei seinem Kinder- und Jugendfreund, König Manuel I., gegen eine erneute Berufung Pedro Álvares Cabrals zum Oberbefehlshaber der Flotte protestiert hatte. Diesmal brach er mit 21 schwer bewaffneten Schiffen auf. Das erste Geschwader (9 Naos) führte er selbst, das zweite befehligte sein Onkel Vicente Sodré und das dritte Geschwader stand unter dem Kommando seines Cousins Estêvão da Gama. Aufgrund seiner guten Beziehungen zum Königshaus nahmen an der Reise noch weitere Verwandte teil, so z. B. ein weiterer Onkel, Brás Sodré, und sein Schwager Lopo Mendes de Vasconcelos. Bereits auf der Hinreise legte Vasco da Gama in Ostafrika Stützpunkte an, unter anderem in Sofala.


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Die Malabarküste Indiens um 1500. Lila: der Weg der Flotte.

Das Auftauchen der Portugiesen im Indischen Ozean und ihr Angriff auf das Monopol arabischer und indischer Händler im Indienhandel führte recht schnell zu einem latenten Kriegszustand. So musste sich Vasco da Gama noch 1502 unmittelbar nach seiner Ankunft in indischen Gewässern vor Calicut mit 15 eigenen Schiffen einer Flotte von mehr als 100 indischen und arabischen, zumeist kleineren Schiffen zur Schlacht stellen, die das portugiesische Geschwader abfangen wollte. Den Enterkampf vermeidend, konnten die Portugiesen durch ihr wirksames Geschützfeuer die gegnerische Flotte fast vollständig vernichten.

Durch Verhandlungen, das Ausnutzen von Rivalitäten unter den indischen Fürsten und rücksichtslose Gewaltanwendung gelang es, den ersten Widerstand der indischen Fürsten zu brechen, welcher von den arabischen Händlern gegen die neue Konkurrenz aus Europa gefördert wurde. Vasco da Gama festigte Portugals Stellung an der indischen Malabarküste, indem er die portugiesischen Faktoreien in Cannanore und Cochin weiter ausbaute und stärkte. 1503 errichteten die Portugiesen in Cochin mit Fort Emmanuel die erste europäische Festung auf dem indischen Subkontinent. Mit zum Teil erzwungenen Handelsverträgen, Privilegien gegenüber verbündeten indischen Fürsten sowie einer permanenten Flottenpräsenz begann Vasco da Gama Portugal recht schnell das Monopol im europäischen Gewürzhandel zu sichern und legte den Grundstein für das portugiesische Kolonialreich in Asien. Innerhalb weniger Jahre errang Portugal eine hegemoniale Stellung als Seemacht im westlichen Teil des Indischen Ozeans. Aus dieser Zeit ist auch die gnadenlose Versenkung eines arabischen Pilgerschiffes durch Vasco da Gama überliefert. Vasco da Gama verließ Indien wieder und kehrte im September 1503 nach Portugal zurück.

Ehrenvolles Adelsleben

Nach seiner erfolgreichen Rückkehr erhielt Vasco da Gama von König Manuel eine jährliche Rente von 400.000 Reais und wurde Angehöriger seines Hofes. 1507 verlor er die Auseinandersetzung mit dem Santiago-Orden. Am 21. März 1507 wies der König ihn und seine Familie an, alle Aktivitäten in Sines einzustellen und die Stadt zu verlassen. Er durfte das Gebiet nur noch mit Erlaubnis des Ordensoberen betreten. Daraufhin ließ sich Vasco da Gama in Évora nieder. Er legte alle Ämter der Santiagoritter nieder, gab die beiden Komtureien des Santiagoordens Mouguelas und Chouparia zurück und trat mit Unterstützung des Königs kurze Zeit später dem Orden der Christusritter bei. Die Gunst des Königs blieb ihm erhalten. Bereits 1508 unterstützte Manuel Vasco da Gama bei dessen Kauf der Statthalterschaft von Vila Franca de Xira. 1511 verfügte der König, dass da Gama auch weiterhin seine Einkünfte aus den Gütern Santiago do Cacém, Vila Nova de Milfontes und Sines beziehen konnte. 1513 wurde er von allen Gebühren und Steuern für Handelswaren aus Indien befreit. Zwei Jahre später erhielt er das Lehnsgut Nisa, wo er bis 1519 lebte. Aber im Jahre 1518 stellte Vasco da Gama beim König auch den Antrag, mit seiner Familie Portugal verlassen zu dürfen, was von vielen seiner Zeitgenossen als ein Übertritt auf die Seite Kastiliens interpretiert wurde. Im gleichen Schreiben forderte Vasco da Gama aufgrund seiner Verdienste vom König die Verleihung des Titels eines Conde (Graf) sowie die dazugehörigen Einkünfte. Der König lehnte eine sofortige Ausreise der Familie ab, stellte eine solche jedoch am Jahresende in Aussicht. Gleichzeitig wurden jedoch die Voraussetzungen geschaffen, dass Vasco da Gama in den Hochadel aufsteigen konnte. Mit dem vierten Duque (Herzog) D. Jaime (Jakob) de Bragança wurde ausgehandelt, die jährliche Rente von 400.000 Reais gegen die Herrschaften Vila da Vidigueira und Vila de Frades sowie alle mit diesen Besitzungen verbundenen Einkünfte, Rechte und Privilegien einzutauschen. Ende 1519 bestätigte der König diese Transaktion und verlieh Vasco da Gama den Titel Conde de Vidigueira (Graf von Vidigueira).

Dritte Reise und Tod

Im Dezember 1521 starb König Manuel. Sein Sohn und Nachfolger Johann III. (João III.) beabsichtigte, gegen die sich ausbreitende Misswirtschaft und Korruption im Estado da Índia unter dem damaligen Gouverneur Duarte de Menezes vorzugehen. Der Hof beschloss, die reichen diplomatischen und militärischen Erfahrungen Vasco da Gamas sowie seinen besonders in Portugiesisch-Indien klangvollen Namen für diese Aufgabe zu nutzen um die Autorität in Goa wiederherzustellen. Am 5. April 1524 verließ der zum Vizekönig von Indien ernannte Vasco da Gama auf seinem Flaggschiff, der großen Karacke Santa Catarina do Monte Sinai, in Begleitung seiner beiden Söhne Estêvão und Paulo Lissabon mit Kurs auf Indien. Für diese Reise war er mit besonderen Vollmachten bedacht worden; sein Sohn Estêvão wurde zum Capitão-mor do Mar da Índia (Kapitän des Indischen Ozeans und der Indischen Flotte) ernannt. Nach seiner Ankunft begann da Gama eine Reihe von Maßnahmen zur Reorganisation der Zivilverwaltung und der Militärstruktur einzuleiten. So wurden (fast) alle Befehlshaber der portugiesischen Befestigungen in Asien ausgetauscht und die regelmäßige Bezahlung der Soldaten durchgesetzt. Aber der Vizekönig da Gama war krank. Er starb nur drei Monate nach seiner Ankunft am Weihnachtsabend im südwestindischen Kochi an einer „Infektion der Nackenregion“. Zunächst wurde er in Kochi im Convento Santo António im Ornat der Christusritter beigesetzt. 1538 veranlasste sein Sohn Pedro da Silva da Gama, die Gebeine in die Kapelle des Klosters Nossa Senhora das Relíquias ins heimatliche Vidigueira zu überführen.

Nach der Auflösung aller Orden und Klöster in Portugal im Jahre 1834 wurden auch die Gräber der Familie da Gama in Vidigueira nicht mehr gepflegt, und sie verwahrlosten. Erst 1880 griff der portugiesische Staat ein und ließ die sterblichen Überreste Vasco da Gamas in einem Ehrengrab im Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymus-Kloster) im Lissaboner Vorort Belém beisetzen. Sein Grab liegt nun nur wenige Meter von den Gräbern der Könige Manuel I. und Johann III. entfernt, denen er als Entdecker und Vizekönig diente. Zudem befindet sich in unmittelbarer Nähe das Grab von Luís de Camões, der in seinen Lusiaden die erste Reise da Gamas literarisch verarbeitete.

Das Museu Naval (Seefahrtsmuseum) in Faro stellt Modelle historischer bedeutsamer Schiffe aus, darunter ein Modell des Flaggschiffes Vasco da Gamas auf seiner ersten Reise nach Indien – der Nau São Gabriel.

Vasco da Gama heiratete im Jahre 1500 oder 1501 die ebenfalls dem Adel entstammende Catarina de Ataíde eine Tochter des königlichen Statthalters von Alvor, Afonso de Ataíde, und dessen Frau Maria da Silva. Mit Catarina de Ataíde hatte Vasco da Gama sechs Söhne und eine Tochter.












FAZIT

In den ehemaligen Kolonien haben die Portugiesen viele Spuren hinterlassen. 

Den christlichen Glauben verbreitet und andere Religionen weggestossen.

Die Bevölkerung unterdrückt und zum Arbeiten gezwungen.



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