S H A L O M      I S R A E L

 

Erlebnis   Israel, Gedanken nach (m)einer Reise im Jahr 1982

 

Ist es denn wirklich wahr. Diese Frage stellt sich wohl mitunter wenn etwas erlebt wird, das so über alles begreifende schön und bewegend ist, dass man sich kaum traut, wirklich daran zu glauben.

 Träume ich auch nicht? 

Nein, am 07. Mai beginnt meine lang ersehnte Israelreise.  Das Taxi fährt bei mir vor und bringt mich zum Flughafen. Natürlich bin ich zu früh; kein Nachteil, wie ich rasch festellen kann: es gibt manches zu sehen.        

 

Meine Reise soll für mich etwas Besonderes sein, mehr jedenfalls als ein touristisches Vergnügen.

Ich will Israel sehen, vor allem Jerusalem, die “hochgebaute Stadt”, will erkunden, wieso Israelbesucher so beglückt zurückkehren, berauscht von der Fülle der bewegenden Bilder und Erlebnisse.

Etwas Besonderes wird die Reise schon am Flughafen, aber anders als ich glaubte. Abflüge reihen sich aneinander, Fahrgäste werden aufgerufen, passieren die Kontrollen rasch. Jedenfalls solange es  nach Mallorca, London oder sonstwohin geht. 

Kurz bevor die Abfertigung zu meinem Flug nach Tel Aviv beginnt, rückt bewaffnete Polizei an, ausgerüstet mit Maschienen-pistolen und Funksprechgeräten. Die Ausgänge werden gesperrt. Die Abfertigung beginnt: Ausweiskontrolle, Untersuchung des Handgepäcks, Leibes-kontrolle, kurze Befragung.

Ich sehe, dass unsere Sicherheit ernst genommen wird, bin darum mit den strengen Kontrollen ganz einverstanden. Ich spüre aber auch, wie von der Bedrohnung des Staates Israel, selbst jeder Flug in dieses Land betroffen ist.

Und wenn Schönheit und Gelingen eines Anfangs etwas aussagen über den weiteren Verlauf, dann muss meine Reise, nach Yerushalayim, ich sage den Namen nun in der warmen und klangvollen `Yerushalayim`, Version, dann muss dieser Besuch ein großartiges Erlebnis werden. Denn der Flug ist wie aus einem Glanz Prospekt. Südlich der Alpen ist das Wetter hell und klar, die Sicht vorzüglich, so dass ich über Jugoslawien und

dann entlang der türkischen Küste, deutlich kleine Siedlungen und größere Städte erkennen kann, einzelne Häuser gar, selbst Fahrzeuge auf den Straßen.

Und der Kapitän sagt: So schön sieht man das Mittelmeer selten: leuchtend blau, und das Weiße, das sind die Schaumkronen der Wellen. 

Und wir fliegen in 10.000m Höhe mit einer Geschwindigkeit von 850km/h.

Kann das überhaupt wahr sein? Ist  nicht doch vielleicht alles ein Traum? Wäre es ein Traum, der Sinkflug hätte mich geweckt. Von 10.000m Höhe in kurzer Zeit auf 2.000m und 1.000m herunter-zugehen, das spürt jeder, der eine mehr, der andere weniger: Druck auf den Ohren, eine leichte Benommenheit.

Und meine Gedanken: wie würde dieser Aufenthalt werden? Diese erste Begegnung mit dem Land Israel, auf die ich mich seit Monaten freute, der ich nun seit Tagen entgegenfieberte? 

Würde sie überwältigend sein? Verwirrend?     Enttäuschend?

Ich wusste nicht viel von dem Land, und das wenige stammte aus Büchern und aus den Berichten, die mir mein Freund, bei seinen vielen kurzen Besuchen bei mir in Deutschland berichtet hatte. Er schwärmte von Israel.

Ihm, und dem leider verstorbenen Dr. Zvi Sofer(† 1984) verdanke ich meine Kenntnisse vom jüdischem Leben sowie von

 

Dola Ben-Yehuda Wittmann   (*12.07.1902 †18.11.2004 Tochter von

                                                    (Ben Yehuda *7 .1. 1858 †16.12.1922)  

 

und zugleich began meine Sehnsucht nach Yerushalayim.

Dann Tel Aviv: keine Kontrolle mehr, ich erhalte den Sichtvermerk und kann den Ben Gueinrion Airport verlassen,

        

 

ein Sherut-Taxi (Sammeltaxi) 

suchen  und

nach Yerushalayim fahren. Auf dieser Fahrt schaue ich schweigend, erwartungsvoll und beeindruckt auf das fremde Land!

 

Fruchtbares Land

wird abgelöst von Bergland um Yerushalayim, schon sieht es streckenweise aus wie Wüste. 

 

Neben friedlich arbeitenden Einwohnern und reisenden Touristen

liegen hier und da am Straßenrand zerschossene Panzer.

 

Lebt Israel im Frieden?

Lebt es in der Bedrohung?

 

Ich entdecke die ersten Hochhäuser von Yerushalayim. 

 

Das ist die heilige Stadt?


Fast überkommt mich etwas wie Enttäuschung.

Ist Yerushalayim vielleicht doch nur eine Stadt wie jede andere? 

 

Ich werde bald erfahren, dass es nicht so ist. Meine Spannung wächst als der Wagen hält, redet der Fahrer in Hebräisch: 

Ich muss aussteigen. Dann stehe ich mit meinem Gepäck auf dem Bürgersteig, vor mir eine hohe Mauer, eine kleine Eisenpforte, um mich Passante, gegenüber ein Parkplatz.

 

 

 

Als ich geklingelt habe, kommt eine junge Frau, die mich auffordert, hineinzugehen. Drinnen sitzen und stehen in einem schmalen Flur einige junge Leute, Studenten offenbar, die sich unterhalten und mir den Weg frei machen zu einem grossen, etwas altmodisch eingerichteten Zimmer.

 

In dem wartet er auf mich

 

Im ersten Moment verspüre ich etwas wie Befangenheit. Doch dann sehe ich in Görans Gesicht den unverkennbaren Anflug eines, nein

seines Lächeln`s, den ich so gut bei ihm kenne, dann auflachen:

“Du tust, als kenntst Du mich  nicht. Bist Du so benommen von der Reise?”

Händedruck.

Nein, das ist zu wenig. 

Er zieht mich an sich, wir spüren warm unsere Nähe, schauen lange in unsere Gesichter.

Seines wird plötzlich ernst, mit Nachdenklichkeit in seinen blauen Augen.

Er küsst mich, zieht mich noch fester an sich und ich , ich muss die Augen schließen, als er mit leicht bebender Stimme sagt:    Gut, dass Du da bist

 

Am späten Nachmittag, bis zum Abend sitzen wir in  einem zauberhaft schönen Park der zum Institut gehört, mit einer Fülle üppig blühenden Blumen und grossen Büschen. 

 

Die Studenten/Innen, aus zehn verschiedenen Ländern, darunter Argentinien, Namibia, Südafrika über Tanzania und Athiopien bis Indien, Pakistan und Hongkong, sitzen, lesen, schlendern durch den Garten, diskutieren. 

 

Er sitzt versonnen neben mir, sieht mich immer wieder an, lächelt, spricht wenig.  

Die Dämmerung setzt schnell ein, noch vor 21 Uhr ist es dunkel, das hatte ich mir, ich weiß auch nicht warum, anders in Israel vorgestellt.

Aber   anders   ist   in  Israel   vieles.

Im Garten werden Lampen eingeschaltet, die in Büschen und Bäumen hängen. Sie geben ein wenig Licht, hell ist es nicht.      

Nicht weit entfernt müssen junge Leute zusammensitzen, sie singen ein Lied. Es  ist ein fremdartiger Reiz darin, eine verhaltene Melancholie und doch keine Hoffnungslosigkeit. Er sieht mich lächelnd an, bemerkt meine Bewegung. “Du wirst es noch oft hören, meine Liebe. Alle kennen es hier.

       Yerushalayim shel Zahav:, Yerushalayim Stadt aus Gold.

http://www.youtube.com/watch?v=mjmMllp8hJg

 

Naomi Shemer       

 

hat es gedichtet, 1967, und schon im Junikrieg des selben Jahres sangen es die israelischen Soldaten, 

 

 sie sangen dieses Lied  Yerushalayim shel Zahav. Es war die Freude über die wieder gewonnen Stadt.

 

Jerusalem aus Gold Die Luft der Berge ist klar wie Wein Und der Duft der Pinien schwebt auf dem Abendhauch und mit ihm, der Klang der Glocken. Und im Schlummer von Baum und Stein,  gefangen in ihrem Traum; liegt die vereinsamte Stadt und in ihrem Herzen eine Mauer.

Jerusalem aus Gold und aus Kupfer und aus Licht lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein. Wie vertrocknet die Brunnen sind, wie leer der Marktplatz Keiner, der den Tempelberg besucht  in der alten Stadt. Und in den Höhlen der Felsen,  heulen die Winde. Und es gibt keinen, der hinabstiege zum Toten Meer,  auf der Strasse nach Jericho.

Jerusalem aus Gold und aus Kupfer und aus Licht lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein. .Aber als ich heute kam, um für Dich zu singen, und Dir Kronen zu binden, da bin ich doch das geringste all Deiner Kinder,  der letzte dem es zustünde, Dich zu besingen. Brennt doch Dein Name auf den Lippen wie ein Kuss der Serafim: Wenn ich Dein vergäße -  Jeruschalajim, Du ganz und gar Goldene.

Jerusalem aus Gold und aus Kupfer und aus Licht lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein. Ja, wir sind zurückgekehrt, zu den Brunnen, zum Markt und Deinen Plätzen. Der Klang des Schofars hallt über dem Berg,  dort in der Altstadt. Und in den Höhlen am Felsen  scheinen Tausende von Sonnen. Lass uns wieder hinabsteigen zum Toten Meer,  über die Straße nach Jericho.

Jerusalem aus Gold und aus Kupfer und aus Licht lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.          übersetzt von Uri Avnery

 

Das ist sein Kommentar zu dem Lied. Ich versteh ihn. Ich kann mir in etwa denken, dass es für die Menschen in diesem Land, und nicht nur da, ein sehr wichtiges Lied ist. Das Lied der Liebe zu dieser Stadt, deren Faszination ich schon nach   wenigen   Stunden   spüre.  

Auf meinen ersten Gang durch die Stadt, am Abend mit ihm komme ich in die Ben Yehuda, Yerushalayim herrliche Fußgängerzone,

 

sehe viele Leute, finde zahlreiche Straßenmusikanten

 

und fühle mich in der warmen Atmosphäre dieser belebten Strasse sehr wohl. 

Mich Besucher irritieren allerdings bewaffneten Soldaten, die nirgendwo fehlen. Aber ich gewöhne mich schnell an das Bild. Für die Israelis ist das Alltag, und nichts Besonderes.

Kinder stehen dicht neben den Soldaten,

der Lauf der MP                  

berührt ihren

              Körper, sie          

nehmen nicht einmal sichtbar Notiz davon. 

Am Kikkar Ziyyon hat einer der dort ständig Wachenden Lust, sich eine Zigarette an zu stecken.

Er legt seine MP kurzerhand seiner Freundin auf den Schoß. Sie sitzt auf dem Geländer und

hält die blanke Waffe als wäre es irgend-eine Handarbeit.          

 

Nun bin ich also da, bin in Yerushalayim, der Stadt, die für Monate meine Heimat sein wird. Vielleicht sogar  für immer?

 

Es ist wie ein Märchen, noch wage ich kaum, es zu glauben.  Doch gibt es für mich störende Überraschungen in dem Märchen. Warum ist alles so laut?

Der Lärm in den Strassen ist ohren-betäubend. Autofahrer in Israel haben offenbar große Freude an ihren Hupen. Haben sie es denn so eilig?    

Nein, keineswegs.

 

Nachdem ich mich an die neue Umgebung ein wenig gewöhnt habe und nun den Betrieb in den Straßen zu beobachten beginne, fällt mir schnell auf, wie rücksichtsvoll die Menschen mitein-ander umgehen, wie freundlich und geduldig.

 

Überquert jemand die Strasse an irgendeiner Stelle mitten im Verkehr, kann er gewiss sein, dass die Fahrzeuge, an halten, die Fahrer dem Passanten freundlich zu winken. Aufs Hupen wird trozdem nicht verzichtet, es gehört offenbar zum Ritual. 

Nachts werde ich wach, höre lautes Motorengeräusch, anhaltend, sehr laut. “Sind das etwa Panzer?”, denke ich. Soldaten sah ich ja schon, habe von der Notwendigkeit der Wachsamkeit erfahren.

Aber er belehrt mich am Morgen. “Nein, das ist nur die Müllabfuhr, die Nacht für Nacht die vollen Container ausleert.”

(In weiß damit sie nachts gut erkannt werden)

 

Panzer also nicht. Gott sei Dank! Ich sehen in der ganzen Zeit keine in Yerushalayim, nur in der Wüste Juda einmal.

Auch Düsenjäger bekomme ich keine zu Gesicht. Dass diese, unsere Nerven quälend, immer wieder über uns hinweg donnern, kenne ich dagegen aus dem Westerwald.

Warum wohl? Wenn doch sogar Israel ein Land zwischen Krieg und Frieden, drauf verzichten kann, über bewohntem Gebiet zu üben, wo doch das Land Israel ausserdem so klein ist?      

 

Tag für Tag erkundige ich mehr von der schönen Stadt Yerushalayim,

gebe meinen Rundgängen einen immer größeren Radius. 

 

Tag für Tag erkundige ich mehr von der schönen Stadt Yerushalayim,                                                                      gebe meinen Rundgängen einen immer größeren Radius. 

 

Ich will umher gehen, will schauen und lauschen, will gar nicht alles sehen,  

Notre Dame Museum

Ich will die Menschen kennen-lernen, die Weise ihres Lebens, ihre Nöte und ihre Freuden. 

 

Yerushalayim wird mir so zu einer zeitweiligen Heimat werden können. 

 

Wohl drei Wochen nach meiner Ankunft wandern wir an einem Nachmittag zum Ölberg. 

 

Beim Damacus Gate wechsele ich noch Geld, dann gehen wir an der Mauer entlang, mehr schlendernd als wandernd, sehen uns beim Heros Gate ein wenig um,

 

blicken nur kurz zum

         Rockfeller-Museum       

 

hinüber, setzen dann unseren Weg

auf der Derekh Yerioh fort, vorbei am   

Lions Gate, 

 

bis zum Garten Gethsemane    

 

Von dort gehen wir einen schmalen, auf beiden Seiten von hohen Mauern begrenzten Weg hinauf, der an der russischen

          Maria-Magdalena-Kirche    

 

             vorbei zur Ölberghöhe führt.

Auf halber Höhe biegen wir ab und      

 

gehen durch eine kleine, gut gepflegte Gartenanlage zu einem Kirchlein.

 

Der Kapelle Dominus flevit,                  der Herr hat geweint.

Die Kirche ist in Form einer Träne gebaut.

 

Es soll dies die Stelle sein, an der Jesus, auf Yerushalayim blickend, über die Stadt geweint hat. 

 

Stumm schauen wir eine Weile hinüber zur Mauer, zum Felsendom, zur Silhouette der Stadt. Die fast auf gleicher Höhe auf der anderen Seite des Tales liegt. 

 

Ein ältere Herr, den wir zwei zunächst nicht bemerkten, kommt in diesem Moment an uns heran und spricht meinen Freund auf Hebräisch an. Er nickt und zieht dann mich zu sich heran und stellt mich dem Herrn vor.

Ein guter Freund von ihm. Dieser Freund lächelt, nickt ihm zu und wechselt nun zur deutschen Sprache über.

Ich fühle mich mit einmal sehr unsicher.

Der Herr muss um die Siebzig sein,

 

 

und wenn er aus  Deutschland stammt, hatte er sehr wahrscheinlich die Nazizeit bewusst erlebt,

ist vielleicht ein  Überlebender, oder jemand, der Angehörige in Deutschen KZ  verloren hat. 

 

Darüber aber wurde nicht gesprochen, zunächst nicht.

Fragen kommen, nach dem Leben in Deutschland, viele Menschen in Israel haben eine emotionale Bindung an Deutschland, trotz allem, was auch in den Gedichten von Mascha Kalekó

                                                                                                                

                                                                                                                   (07. Juni 1907  †21. Januar 1975)

 

           zu spüren ist. 

Fragen nach dem kulturellen Leben, nach der Literatur. Damit kann ich dienen, das Gespräch wird sehr angeregt. Fast muss mein Freund sich vernachlässigt fühlen.

Dann aber kommt das Gespräch auf Yerushalayim zurück. Ich spreche von der vorzüglichen Aussicht, die wir hier haben, und frage nach einigen Gebäuden. 

 

Der Herr wird sehr lebhaft. “kommen sie mit hinein in die Kapelle. Sie müssen von etwa der Mitte des Raumes aus über den Altar hinweg durch das grosse Fenster schauen. Dieser Blick ist schön, er ist auch berühmt.”

 

Nun sehe ich, wenn die Kuppel des Felsendomes in der Mitte des Fensters ist,

wirklich so etwas wie ein Panoramer der Stadt:

 

ganz links das King-David-Hotel,    

 

King-David-Hotel     

 

hinter dem der Turm des YMCA Gebäudes aufragt,   

 

YMCA    

 

 

ganz rechts das Rockefeller-Museum,   

 

dann von der

Felsendom-Kuppe die

 

Grabeskirche, der

 

Turm von St. Savior,die

Flankentürme von Notre Dame

und die

 

Kuppeln der russischen Kathedrale

 

 

Es ist ein bemerkenswert guter Überblick

 

Ich bedanke mich für den Hinweis. Von dem Eindruck des Gespräches und dem Anblick der Stadt bewegt, spreche ich begeisternd von der Stadt,  

 

ihren gepflegten Parkanlagen, von der rauhen Schönheit des judäischen Berglandes, rühme es als Natur mit herbem Reiz.

Der alte Herr zögert ein wenig. “Mit der Natur haben es die Deutschen immer schon gehabt, sie konnten sie rühmen, ihre Schönheit romantisch überhöht besingen. `Frühling läst sein blaues Band`,`nun ruhen alle Wälder`, man kennt das!”

Ich  bin betroffen von der Heftigkeit, mit der der alte Herr Jaácov mit einmal spricht. 

Nach einer Pause frage ich darum: “Darf Mensch deshalb die Natur nicht schön finden? Sie nicht besingen?”

Da tritt Herr Jaáov auf mich zu, ergreift meine Hand, fast betrübt. “Sie haben recht. Natürlich darf Mensch es. Aber es ist nicht  immer folgenlos gewesen, wenn ihr Deutschen in Kunst und Wissenschaft das Schöne, Wahre und Gute gerühmt habt? Wenn Eure Philosophen und Dichter vom Edlen sprachen und den Geist der Humanität beschworen?”

         –

“Verzeihen Sie. Ich darf nicht so zu Ihnen reden. Sie sind frei von Schuld. Sie sind jung. Sie sind in dieses Land gekommen, wegen der Liebe zu meinem Freund. Sie sind gebannt, sie werden unser Land lieben und uns verstehen.”  

 

Wissen Sie, es ist schlimm, zu wissen, dass ich fast alle nahen Menschen verloren habe, hingeschlachtet in Stätten des Todes, die wahrhaftig teuflisch ersonnenen Fabriken zur perfekt organisierten Vernichtung von Menschen waren.

Es ist nicht zu verstehen, wenn man,    wie ich, es überlebt hat,   danach weiterleben kann.

Aber,” nun schwieg er wieder… “aber, sehen Sie, es ist viel wenn man weiß, weil ich es selbst erlebt habe, dass einige der Mörder nach Dienstschluß musizierten, Gedichte lasen,

   Kultivierte Menschen!   Menschen mit Gemüt.

   O, wären sie doch dumme          Bestien gewesen!

   Ich weiss, sie könnnen nicht Anteil haben an der Schuld, sie sind doch noch so jung.”  

Ich weiss keine Antwort, verspüre Schmerz und Trauer, weil ich weiß, das stimmt, was  Herr Jaácov sagt; schlimmer, weil wir wohl alle ahnen, dass es auch in Zukunft stimmen wird.  

Als der alte Herr Jaácov   nun noch näher an mich   herantritt, sieht er bekümmert aus.

“Ich wünsche,  sie könnten mich verstehen".

Ich sehe ihn lange traurig an. Tränen rinnen mir über mein Gesicht.

 

Nach einer langen Pause frage ich sehr leise: “Können wir nicht uns bemühen, uns gegenseitig zu helfen?”

 

Der alte Herr Jaácov drückt meine Hand. “Ich weiß nicht, ob es gelingt. Ich habe Zweifel. Meine Antwort soll nicht billig sein. Trotzdem möchte ich nun zu ihnen Beiden sagen:

Shalom!

Und, bitte sagen auch Sie es zu mir. 

Und, und kommen Sie zu mir, kommen sie mich besuchen”. Wir bleiben allein zurück. Mein Freund deutet auf ein moderns Hochhaus, ich weine noch immer.    

 

“Das werden wir tun,” und

dann sage ich leise:

   ”Könnte ich jetzt wieder das Lied hören,    ` Yerushalayim shel Zahav`.

 

Häufig bin ich von der Haneviím, aus unterwegs, vor allem in der  Altstadt.

Dort lebt Yerushalayim. Dort in den Strassen und auf den Plätzen.

 

Alles getrocknete Früchte

 

leider sehr unscharf    aber voll mit Brot beladen

 

Beeindruckt bin ich von einer Frau, einer Araberin, die ich mehrmals am Damascus-Tor sehe.

   Auf dem Kopf trägt sie geschickt eine schwere mit Äpfeln hochbeladene Schüssel, im linken Arm einen Säugling von 5-7 Monaten, mit der rechten Hand schiebt sie einen Kinderwagen mit einem weiteren Kind, je ein drittes und viertes laufen, nebenher. Ich sehe das mit Staunen und Bewunderung, und nehme mir vor, mit meinen beiden Kindern 2 und 3 Jahre noch ruhiger und verständnisvoller um zugehen, nie aufgeregt mit ihnen durch Supermärkte zu hetzen, sondern sie Gelassenheit spüren zu lassen,  die ich bei den Menschen hier finde.

 

Das ich in einer anderen Welt bin, spüre ich auf Schritt und Tritt.

Die Menschen sind von einer heiteren-gelassenen Freundlichkeit.   

 

In ihrem Umgang miteinander überrascht mich immer wieder der selbstverständliche Ausdruck von Wärme, Herzlichkeit und ja oft fast Zärtlichkeit.

 

Mir wird schmerzlich bewusst,   dass die Welt, aus der ich komme,   die BRD,

an Israel gemessen,    eine kalte Welt ist.

Nach meiner Rückkehr   werde ich gerade das   doppelt deutlich spüren. 

 

 

So ist es hier:

laut, farbig und voller Leben,

aber bestimmt von

Humor und Gelassenheit.     

 

 

Wozu sich aufregen?

 

Wenn das eigene Leben  und die Existenz   des Staates    ständig gefährdet sind,

 

wer wird sich dann  über Kleinigkeiten erregen?

 

 

Es ist nicht erlaubt Ihn zu Fotografieren…           ich habe es nicht gewusst

 

 

Reizvoll und fremdartig zugleich sind die engen bunten Gassen, vor allem im Basar.

 

Einen mich begleitender älteren Deutschen sind Enge und Gedränge, die ungewohnten Gerüche unangenehm.

   “Würdest Du hier etwas zu essen kaufen?” meine Antwort ist im unverständlich :

”Ja, natürlich! Ich fühle mich hier wohl und genieße das Treiben.” 

 

 

 

Noch zu einem zweiten Bummel kann ich ihn überreden, später dann nur noch zu einem kurzen schnellen Gang durch den Basar im arabischen Viertel, dann reicht es ihm.

 

 

 

Wer nach Israel kommt,

nach Yerushalayim zumal,

will heilige Stätte sehen.

 

 

Aber wessen   heilige Stätte      gehen uns an? 

 

Die der Juden?

alte Synagoge in Jerusalem

 

Neue Hurva Synagoge

 

Die der Christen?

Dormitio Kirche    1900-1910 auf den christlichen Zionsberg erbaut

 

Grabeskirche

 

Grabeskirche               sooooooooo viel Gold und Silber unvorstellbar!!!

 

Grabeskirche von Aussen

 

St. Anna-Kirche

von schlichter Schönheit

 

Auch die der Moslems?

 

Alle 3 Religionen auf      ein Foto

 

Alle wohl.

  Man muss nicht die Unterschiede verwischen, wenn man feststellt, dass die drei Religionen sich eben hier an

diesem Ort sehr nahe kommen, deutlich als Verwandte  erkennbar werden. 

 

Macht ein Christ seinen Weg durch die Stadt, 

 

kann er sich dem bewegenden Gefühl wohl nicht entziehen, das ihm überkommt, wenn er zum Beispiel im Bereich der früheren

Burg Antonia, dem Sitz des Pilatus, den Raum betritt, 

der Lithostrotos (Steinpflaster) heißt, und in dem Jesus von Pilatus gestanden hat (Joh.19,13), oder die ehemalige Wachstube der römischen Soldaten. Dort könnte tatsächlich der Platz sein, an dem Jesus die Dornenkrone aufgesetzt wurde.

 

Und dann durch die Via Dolarosa:

 

Via Dolarosa

 

Und wie bewegt und aufgewühlt es in mir war, als ich zum erstenmal an der West-Mauer sitze und bete,

kann ich nicht in Worten wieder geben.

 

Was mir aber auffällt:  an den    christlichen heiligen Stätten,    so in Bethlehem,    in Nazereth und

    in der Grabeskirche,    sieht es sehr bunt aus.

 Zwar gibt es auch hier stumme Beter, aber die Auswüchse des Tourismus wirken, auf mich, doch störend. 

 

Gruppen fallen immer wieder auf, die laut sprechen und immer wieder fotografierend durch     

die Kirchen     schlendern. 

 

Wenige verhalten sich in  Gebet oder Nachdenken.

    Würde,  die diesen Orten  angemessen wäre,

finden selten statt.

 

 

 

Ein jeder kennt das Gefühl. Du unternimmst eine Reise, kommst in eine fremde Stadt, ein fremdes Land, es gibt vieles zu erleben, Neues zu sehen, das ist gewiss.

Aber wirst du auch so wohnen, dass du dich in der Zeit deines Aufenthaltes am fremden Ort,

heimisch  fühlen kannst.

 

Oft bleibt ein Gefühl der Fremde. Dass es hier für mich nicht so ist, dafür sorgt die unvergleichliche Atmosphäre der Stadt     Yerushalayim. 

Und dafür sorgt vorallem mein Freund bei ihm fühle ich mich vom ersten Tag an zu Hause.    

 

Dola Ben-Yehuda kommt uns besuchen,      

     sie ist die Tochter von Ben Yehuda

     Ihr Vater   hat das “neue” Hebräisch    Evrit     “erfunden” . 

Seine Tochter ist eine schon ältere Dame (82) aber mit soviel Lebendigkeit.

Es wird ein langer sehr lustiger Abend mit köstlichem Essen von Dola zubereitet.

 

Zwei Tage später will ich Ihr das Kochgeschirr zurück bringen,

    doch sie ist nicht Zuhause und kurzerhand hänge ich die Tasche mit dem Geschirr an ihrer Haustür,

 

    sie hatte an dem Abend erzählt    von ihrer lieben Nachbarschaft.

Ca. 2 Std später ruft Dola ganz aufgeregt an und mein Freund holt mich zu dem Gespräch. 

“Nein also diese Aufregung!

Ich habe die Armee holen müssen da ich doch nicht wissen konnte was in der Jutetasche ist und bevor das Haus und ich in die Luft fliegen, habe ich das Bombenräumkommando gerufen! Ich hatte ganz vergessen das Du die Tasche hast hinhängen können… Es erschreckt mich doch sehr:  da hänge ich eine einfache Tasche mit Kochgeschirr an einer Haustür und aus lauter Angst    und leider doch berechtigter Wachsamkeit muss das Bombenräumkommando

gerufen werden.    Ich entschuldige mich    tausendmal bei ihr.

 

Mea Shearim, 

Conrad Schick  
*27. 01 1822 Bitz Deutschland.     23.12.1902 Jerusalem

Er war an der Gründung und Planung von Mea Shearim beteiligt, eine der ersten Siedlungen in Jerusalem, die außerhalb der Mauern der Altstadt gebaut wurde.

(das Schwedisch Theologisches Institut erbaute er damals als sein Wohnhaus)

 

die Strasse diesen Namens und der gleichnamige Stadtteil, sind nicht im eingentlichen Sinn heilige Stätte. Aber wer jüdisches Leben kennenlernen will, sollte sich einen Besuch in dieser eigen-artigen und eigenwilligen Welt nicht entgehen lassen.

 

Es ist das streng ultraorthodoxe Judentum,

das hier überlebt, es ist zugleich das Bild einer Welt, die eigendlich untergegangen ist, im Feuer der Vernichtung zerstört: die Welt des osteuropäischen Städtle, 

 

der Chassidim,     eben die Welt, die Roman Vishniac        in seinen Fotos festgehalten hat.

 

Freitag abend, nach Sonnenuntergang, bin ich Gast bei der Familie eines Rabbiner in Mea Sharim. 

 

Eine große Ehre für mich.

Gemeinsam begehen wir den   Sabbat-Empfang. 

Begrüssen wir    die Sabbat-Königin  

Die Wohnung ist für unsere Verhältnisse erschreckend eng: Küche, Wohnzimmer mit einer Liege für die Kinder und hinter der Küche noch ein Schlafraum. 

Das Wohnzimmer

klein,

in einem hohen

Regal sehr sehr

sehr viele Bücher. 

 

Sieben Kinder hat

der Rabbi, sie alle

leben in

der engen Wohnung.     

 

Ich erzähle von meinen Kindern, Blume die Tochter des Rabbis, 8 jahre alt, spricht in einer Mischung aus Deutsch, Jiddisch Englisch und Hebräisch.

 

Hier lerne ich nun das Leben der Orthodoxen Juden für    einen Abend kennen.

    Die Kinder laufen sehr ungezwungen herum, legen sich hin, kommen wieder zum Tisch, um sich etwas zu essen zu holen.

Bei uns in Deutschland würden man diese Kinder unerzogen nennen.

Aber so ist es nicht. Sie wissen, was sich gehört. Einem der Mädchen rutscht beim hinsetzen das Kleid ein wenig über das Knie. Streng gibt der Rabbi, ihr Vater, ihr ein Zeichen, und sofort kommt alles in Ordnung.

 

 

Äußerliche Ordnung ist aber nicht so wichtig. Was mich auch hier wieder sehr anspricht, ist die Liebe und Herzlichkeit, mit der alle mit einander umgehen. Als der Rabbi zu singen beginnt, singen alle mit, wenn auch nicht schön, so doch laut und schnell, aber alle nehmen teil, sind bei der Sache.

 

Wunderbar und etwas wunderlich mutet mich die Stimmung in Mea Shearim an, als ich beim Heimweg vom Rabbi durch die Strassen gehe.

Feiertäglich gekleidete Menschen   füllen spät die Strassen,     es ist wie ein Fest. 

 

 

 

Alle sind freundlich, sind in lebhaften Gespächen, die Kinder immer dabei.

 

In den Häusern sieht man die erleuchteten Fenster,

sieht die Sabbat-Leuchter mit brennenden Kerzen. 

 

Ich komme an erleuchteten Synagogen, deren es in Mea Shearim sehr viele gibt, vorbei.

 

 

Hier, in Mea Sheraim, kann man sie noch sehen die jungen und alten Juden mit Schläfenlocken und Kaftan, 

 

mit den großen schwarzen Hüten oder den prachtvollen Pelzmützen. Selten sind diese Menschen ohne Buch anzutreffen, selbst im überfüllten Bus unterbrechen sie ihr Studium der heiligen Schriften nicht. 

 

 

Man kann diese Welt sehen, kann sie studieren.

Sie wird wohl für uns immer   fremd bleiben.

Ein Stück Vergangenheit, das am Leben blieb.

Fremd selbst den meisten Israelis!

     Aber hier fühle ich mich zu Hause!

 

 

Wieder einmal sitzen alle Studenten/Innen beim Abendessen im Institut, wir warten, 

auf ihn das allabendliche Gebet spricht. Doch wir müssen heute lange auf ihn warten und

als er endlich kommt sehen wir ihm an, dass etwas Schreckliches passiert ist. 

“Der Mann meiner Sekretärin hat mich angerufen und gesagt das heute morgen beim Bomben-attentat auf dem Schulbus in Yerushalayim seiner zwei Töchter in dem Bus saßen und Rabea 12 Jahre, ist tot, und Talea 10, ist so schwer verletzt, das auch sie wohl diese Nacht nicht überleben wird”

Was ist das für ein Wahnsinn!!!

Am darauf folgenden Tag  ist die Beerdigung  der zwei Mädchen.

 

 

Noch einmal, in der letzten Woche bin ich mit meinem Freund Gast in der Familie eines Rabbis, nun zum Sabbath-Ausklang. Der Rabbi spricht perfekt deutsch, obwohl er in Israel 1950 geboren ist. Seine Eltern waren 1935  aus Deutschland geflohen. 

 

Sein Urgroßvater hat das erste Buch über jüdische Feiertage in

Hebräisch und Deutsch

    herausgebracht

    im Jahr 1863.

Dieses Buch,

das nicht mehr  gefunden werden konnte,  sollte neu herausgegben werden, aber es gab keine Vorlage mehr. Der Rabbi, bei dem ich nun bin, spricht bei einem USA-Besuch mit einem amerikanischen Rabbi darüber, und 

der Zufall will es, dass dieser Rabbi noch ein altes Exempla hat und beim Abflug schenkt er es dem Urenkel mit den Worten: Du bist der Erbe!

Im stillen, wie ich dann dieses    alte kostbare Buch halten darf,  denke ich:  “Wie gut, dass nicht alles

von den Deutschen vernichtet wurde!”

 

 

Für einen der letzten Tage meines Israel-Aufenthaltes habe ich mir den Besuch in Yad Vashem aufgehoben.

 

Yad Vashem, den Besuch dort sollte ich nicht beschreiben.

Aber ich muss doch wohl andeuten, wie stark diese Gedänkstätte  für die

Opfer des Nationalszialismus

auf mich gewirkt hat.

Yad Vashaem ist um ein Vielfaches grösser, als ich es mir vorgestellt habe.

 

 

Ich weis,

das ich Yad Vashaem   nicht besuchen kann,   wie ein Museum,   obwohl einige Gebäude

ausdrücklich Museen   genannt werden:

ausser dem    unterirdisch angelegten

Museum zur  Geschichte des Holocaust   gibt es zahlreiche Denkmäler. 

 

Die Halle der Erinnerung

 

 

das Denkmal für die Kinder

        Janusz Korczak   mit “seinen” Kindern

 

die Halle der Namen

 

Es gibt eine Synagoge,  eine Bibliothek und  ein Archiv und  ein Kunstmuseum  für Bilder,

Zeichnungen und Skulpturen,  die in  den Konzentrantionslagern  entstanden sind.

Ich brauche lange,

um mich zu orientieren,

auch emotional.

 

Ich bemerkte meine  Fassungslosigkeit,   fühlte mich dem allen   fast ohnmächtig   gegenüber.

 

Fotos von Menschen, die wie Zwerge aussahen, wie abgebrochenes, totes Holz.

Dachau, Treblinka, Auschwitz.

 

Das Ende der Menschlichkeit.

 

Von Raum zu Raum  wurde das Grauen   unfassbarer.

 

In einer Halle sind  die Vernichtungslager als   Miniaturen nachgebaut,

Todesfabriken in Spielzeuggrösse.

 

sooo gross wie klein ist der Mensch

 

Das für mich das schlimmste “Denkmal”

 

   

Irgendwann   setzte ich mich   auf eine Bank,   ich war unfähig,   noch mehr aufzunehmen.

Ich spüre starke   Betroffenheit und Beklemmung   und weinte und weiß:   das,

woran hier erinnert wird,   muss eine

Mahnung       bleiben für     alle Künftigen. 

 

 

 

Könnte ich

hier wohl mit

Herrn Janosoff

oder

dem alten Juden

aus Presburg

oder

gar mit dem alten

Herrn Jaácov vom Ölberg stehen?

Würden

wir uns

dann die Hände reichen und

Shalom

sagen können?

 

 

 

 

Überwältigende Eindrücke gibt mir dieses Land. Geben mir seine Menschen. 

 

 

Ergreifend der Sabbath-Empfang an der Klagemauer. Die hier stehen und beten sind Menschen wie ich, denen die Tränen in den Augen stehen.

 

 

Beeindruckend  der Blick am Abend  vom Ölberg auf  das nächtliche Yerushalayim  mit ihm zusammen.

Hier vom Ölberg aus  möchte ich oft auf  Yerushalayim schauen,

vielleicht einen  Bibeltext lesen,  Beten, und so  möglicherweise Gott  erleben.

 

 

 

Als ich zum Rückflug starte,

    Weiß ich: es liegen erlebnisreiche,    eindrucksvolle, liebende und auch   erschütternde Tage hinter mir.

 

Israel,  

die Begegnung mit diesem Land  und seinen Menschen,  kann und will   ich nicht vergessen.

Ich weiß aber auch  und   möchte es weiter sagen:              

Israel kann nur   der begreifen,  der nicht als  neugieriger Tourist kommt,  sondern mit

der Bereitschaft,  zu schweigen  und  zu schauen,

sich beeindrucken zu lassen,  und  offen zu sein für  Begegnungen  mit den Menschen!        

 Den nur dann,  erfährt er Israel,  wie es wirklich ist  und  wird begeistert  zurückkehren,

berauscht fast  von der Fülle  der bewegenden   Bilder und Erlebnisse.        

                                                           

 

40 Jahre liegen zwischen          

   

den zwei  Fotos

 

 

Im stillen denke

ich (laut)

bei mir:

Shalom Israel!

   

 Shalom Yerushalayim!                 

 

    Shalom Yerushalayim

du Stadt   aus Gold. 

 

 

Ich für mich weiß:

ich werde hier

nicht

mit meinen Kindern leben können.    

                    
Ich habe die Wahl und weiß, das  
      viele Israelis diese nicht haben.

 

Ich werde immer diese tiefe stille Liebe zu dem Land zu “meiner” Stadt Yerushalayim in mir behalten.                                                                                                                               

Ich werde immer meine ganz ganz tiefe Liebe zu meinem  Freund halten, er ist das beste was mir in meinem Leben passiert ist und bestimmt werde ich nie wieder so etwas einmaliges erleben.                                                                                                       

Aber ich kann meine Kinder

    nicht dieser täglichen Gefahr und Bedrohnung in dem

    schönem Land

         Israel aussetzen…