jüdische  Religion 

 

 

Judentum und Christentum

Worauf es mir ankommt, ist einzig und allein, zu zeigen, welche Lehren dem Judentum eigentümlich sind,      was die Juden von altersher von dem Eintritt in das Christentum abhielt und

auch in aller Zukunft abhalten muss.

So wahr es ist, dass die Menschen durch den gemeinsamen Besitz G'ttes in einem Bruderbunde zu einigen und,

dass echte Frömmigkeit sich in allen Religionsgemeinschaften finde, so wahr ist es auch, dass man sich in jeglicher Religion hinein fühlen,

sie in ihrer Geschlossenheit begreifen und

in ihrer Eigenart erleben muss.

Der Unterschied zwischen Judentum und Christentum,   ist noch immer der alte!   

  Das Wesen des Menschen!

 

Das Christentum lehrt, dass der Mensch von Geburt an mit Sünde behaftet ist, dass seine eigene Kraft nicht ausreicht, das Gute zu tun, dass Sünde und Schuld die herrschende Macht im menschlichen Leben ist“.

 

„Das Judentum lehrt, dass die Seele des Menschen von Geburt rein und sündlos ist, dass der Mensch von Natur aus mit der Fähigkeit begabt ist, das Gute zu tun und sittlich zu handeln aus eigener Kraft

 

Das ist, der grundlegende Unterschied.

Es ist bei einem flüchtigen Erfassen des Satzes kaum zu begreifen: dass von hier aus die Kluft zwischen den zwei Religionen sich auftun soll; dass von hier aus eine verschiedengeartete Wertung der Welt

und der Kultur sich vollzieht.

 

Beginnen wir mit der Darstellung der christlichen Lehre:

Das Christentum geht von der biblischen Erzählung von Adams Sünde aus.  Durch seine Sünde habe Adam Kräfte und Gaben, mit denen G'tt den Menschen ursprünglich ausgestattet hatte, verloren.

Die Folgen der Sünde des ersten Menschen

schildern die beiden Zweige des Christentums, Katholizismus und Protestantismus.

 

Der Sündenfall

 

Was im Menschen zurückblieb, das wäre eine gewisse Fähigkeit, gelegentlich einzelne „bürgerlich“ gute Handlungen zu verrichten, aber einen religiösen Wert haben diese Taten nicht, sie sind kein Mittel der Verbindung des Menschen mit G'tt. Er, der Mensch, sei nunmehr in eine völlige Verderbtheit, eine vollständige Unfähigkeit, aus eigener Kraft irgendetwas Gutes zu tun, sodass im Grunde alle Werke des Menschen Sünde sind, auch seine so genannten guten. Geblieben sei im Grunde nur die religiöse Anlage, die Fähigkeit, die ganze Qual,

der G'ttverlassenheit zu empfinden,

und die Fähigkeit, erlöst zu werden!

 

Dass fortan jeder Mensch

mit der Sünde in die Welt eintritt.

 

Diese Erbsünde bringe dem Menschen ewige Verdammnis; ihr fallen selbst die Kinder anheim,

die noch nicht mit Willen sündigen konnten.

Dem Reiche G'ttes setze sich so auf Erden   ein Reich des Zornes entgegen!

Mit aller Schärfe ist diese ganze Lehre in den      Briefen des Apostels Paulus ausgesprochen.

 

 

Wir sehen hier, wie die Sünde geradezu zu einer wiederg‘ttlichen,

die Menschen beherrschenden Macht, erhoben wird,  der niemand zu entrinnen vermag.

Aber wo ist der Sündlose?

Ein Mensch kann es nicht sein,  denn die Sünde hat doch  über alle Menschen Macht. 

 

Da sagt nun das Christentum:

G'tt, selbst gab die Sühne.

Er nimmt in Jesus Menschengestalt an, und so ist dann auf der Erde einer, der rein und fleckenlos ist.

Jesus nimmt die Sünden der Menschheit  auf sich und stirbt zur Sühne für sie.

Er wird durch seinen Tod der Erlöser der Menschen.

 

Wer an ihn und seinen Opfertod glaubt,  ist durch diesen Glauben befreit  von der Macht der Sünde.

So ergibt sich die Notwendigkeit und Unentbehrlichkeit der Person Christi,  des Erlösers.

 

 

Anders das Judentum

Seine Anschauung gipfelt in dem Bekenntnis:

die G'ttesebenbildlichkeit  des Menschen besteht darin,  dass er (der Mensch) in sich die Kraft

zum sittlichen Handeln trägt;  nicht Schwäche und Hilflosigkeit ist das unauslöschliche Merkmal seines Geistes,

sondern Kraft und Reinheit.

„Wir treten in das Leben ein  in der vollen Reinheit und Ursprünglichkeit  unseres G'ttentsprungenen Wesens,

als ob wir das erste Menschengebilde wären, das aus G'ttes Schöpferhand gerae hervorgegangen ist.“

Das Bewusstsein der seelischen Reinheit, mit der uns G'tt begnadet hat, vermittelt uns immer aufs Neue das Kraftgefühl,  aus dem die sittliche Läuterung  sich vollziehen kann.

Die jüdischen Weisen in Mischna* und Talmud* werden nicht müde,

in mannigfacher Wiederholung  den Gedanken immer aufs neue auszusprechen,  dass der Mensch unbefleckt und sündlos  geboren wird und die Kraft besitzt,  sich in Reinheit zu erhalten.

Die Sünde ist nach der jüdischen Lehre  also nichts Notwendiges!

Einem unbefangenen Beurteiler wird es hier  klar sein müssen:

dass das Christentum und  das Judentum   in vollständigem Gegensatz steht.

Das Judentum hat aus der Erzählung  vom Sündenfall  kein Dogma gemacht!

Christentum und Judentum erblicken  beide in der Erlösung  eine hohe Hoffnung,

einen gewichtigen Wert,  aber       beide denken Verschiedenes.

Das Christentum hat nun an dem Glauben  an die Erlösung eine folgenschwere Umprägung vorgenommen:

Um nun dem Menschen Erlösung zu bringen,  sei G'tt zur Erde hinabgestiegen,  habe in Jesus Menschengestalt angenommen und sich selbst für die Sünde  der ganzen Menschheit geopfert,  für die Sünde,  die vor ihm war, und für die zukünftige.

Das Christentum behauptet,  damit den entscheidenden Schritt  über das Judentum hinweg getan, den wahren Fortschritt der Religion  herbeigeführt zu haben: der Sündenvergebung. Was ist denn dann für den Juden „Erlösung“?

 Die Hoffnung auf seine Erlösung ist:

das Zusammenbrechen aller Tyrannei und Gewaltherrschaft und darum  zugleich die Hoffnung

auf das Ende all des Elends,  das auf ihn gehäuft ist,  weil er Jude ist und bleibt.

Dass Israel aus seiner Not und aus dem Druck,  der auf ihm lastet, erlöst werden wird,

ist der lebendige Glaube ganz Israels.  In diesem Sinne betet der Jude

zu G'tt als seinem Erlöser;  „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ (Hiob 19, 25).

 

Der Jude sagt:

wie der Mensch durch seine Schuld  von G'tt sich getrennt hat,

so muss er sich ihm wieder  durch seine sittliche Tat nähern.

Seine Reue und seine Busse     müssen aus ihm fließen.

 

Es ist der tiefe Unterschied zwischen

dem christlichen Erlösungs- und dem jüdischen Versöhnungsgedanken.

 

Das Christentum sollte die Fragen und die Kritik aus dem Judentum aushalten  und sich mit ihnen ernsthaft,

jenseits aller allgemeinen Reden á la „Jesus war auch Jude”, auseinandersetzen.

                           Dies ist es dem Judentum und sich selber schuldig. 

 

    Das   Christentum   kann   ohne   das   Judentum   nicht existieren,

wogegen   das   Judentum   ohne   das   Christentum   

in   seiner   Existenz   NICHT   bedroht   ist.

 

die Kirche 

bedeutet die Zusammenfassung  alles um Christus.

die Kirche als die von Christus gestiftet,  die die Sakramente spendet,  von Sünden losspricht,

die rechte Auslegung der Heiligen Schrift  angibt und verkündet,  was zu glauben ist.

Sie   ist   als   G'ttliche   Einrichtung   nie  einem   Irrtum   unterworfen.

 

Der Synagoge

fehlte von Anfang  an jede Möglichkeit,   sich nach dieser Richtung zu entwickeln,

und sie hat es  bis auf den heutigen Tag nicht getan.

Das Judentum  hat kein Sakrament zu verwalten,  kein Heil   auszuspenden.

 

Berliner Synogoge

 

3 Kirchen

   Formen                                                                

    gibt es:

 

Dom   

     

 

Kirche                                        

                                                                                

   Kapelle

 

Vier christliche Hauptgruppen gibt es: 

römischkatholische,  orthodoxen,          protestantischen, anglikanischen Kirche.

Mit rund 2,26 Milliarden Anhängern ist das Christentum die in der Welt

am weitesten verbreitete Religion,

vor dem Islam ca. 1,57 Milliarden und dem Hinduismus ca. 900 Millionen

Es gibt Weltweit  ca. 13,3 Millionen Juden

 

Viele Versuche wurden unternommen, um einen zusammenhängenden und systematischen Zugang zur jüdischen Theologie zu formulieren. Aber alle diese Versuche scheiterten, denn das Judentum bemühte sich nie um einen logischen Aufbau seiner Lehre.

Natürlich haben solche Bräuche und Handlungen ihren Ursprung in grundlegenden theologischen und moralischen Begriffen, aber bezeichnen-derweise bleiben diese theologischen Theorien des Judentums immer unsichtbar, wahrnehmbar nur durch die religiösen Taten, die ihnen entspringen.

 

Das Judentum kann NICHT missionieren !!!

 

Wer ist ein Jude?

Nach jüdischem Gesetz ist ein Kind Jude, wenn die Mutter Jüdin ist.

Ist seine Mutter keine Jüdin, wird ein Kind als nichtjüdisch angesehen,  unabhängig davon, wer der Vater ist.

Wenn man keine jüdische Mutter hat,  besteht die Möglichkeit des Übertritts zum Judentum.

Die Gültigkeit des Übertritts hängt neben den zeremoniellen Erfordernissen vom Entschluß ab, das "Joch des Königtum G’ttes" und das "Joch der Gebote" auf sich zu nehmen.

 

 

Bereits 1717 führte

       König Friederich  von Preusen                                                                                                                            (* 14. August 1688 in Berlin  † 31. Mai 1740 in Potsdam)

 

die Schulpflicht für jedes  Kind in Preusen ein,  was als eine äußerst  revolutionäre Tat galt. 

Frankreich folgte seinem Beispiel 100 Jahre später,

England und die USA hatten erst gegen Ende  des     19. Jahrhunderts die Wichtigkeit einer allgemeingültigen Schulpflicht erkannten.

Jedoch der Preußenkönig  war nicht  der Erfinder dieser Idee:

 

Das Prinzip der  allgemeinen Erziehung   bestand bereits seit mehr als

  3020 Jahren

 

und zwar genau seit dem Zeitpunkt,   an dem Mosche seinem Volk befahl,  die Kinder zu unterrichten und       

sich zu einem gebildeten Volk zu entwickeln.       

Das jüdische Volk  nahm sich die Worte Mosche zu Herzen und waren seit frühester Zeit ein Volk,  

in dem Bildung und Lehre   die Norm  und nicht ein Privileg  der Oberschicht darstellten. 

 

 

Kurz bevor die Römer Jerusalem eroberten, befahl ein Hohepriester mit dem Namen

Joschua ben Gamla

jeder jüdischen Gemeinde, mit Steuergeldern Schulen für mittellose Kinder einzurichten. 

Der Talmud lehrt:   “Eine Gemeinschaft, in der es keine Lehrer für die Öffentlichkeit gibt, verdient den Untergang.”

Sogar in den düstersten Umständen  blieb das jüdische Volk immer   eine gebildete und gelehrte Schicht.

Ein Mönch, der im 12. Jahrhundert Jh.n.d.Z. lebte, bestaunte das Phänomen,  “...wenn ein Jude, unabhängig davon, wie reich oder arm er ist, zehn Söhne hat, wird er sich eigenhändig um die Bildung jedes Einzelnen kümmern...

und nicht nur um die Bildung  für die Söhne,  sondern auch um  die für die Töchter.”

 

 

Es überrascht nicht,  dass die jüdischen Lehrmethoden  in jeder Zeit die fortschrittlichsten waren.

Für das Lernen von Mischna *und Talmud *

wird die Fähigkeit des kritischen Denkens vorausgesetzt. Das Lernen in Paaren, sowie das laute Lernen,

fördert die Kunst des Dialogs. 

 

 

Ein guter Schüler ist jemand,  der gute Fragen stellt  und   “seinen Lehrer weiser macht”.

 

 

 

Die Tora

 

Das Hauptanliegen der Tora besteht darin,

dem jüdischen Volk die  eigene Entwicklungsgeschichte nahe zu bringen.

Das erste Buch Mosche beginnt mit einer kurzen „Einführung“ in die Urgeschichte: die Erschaffung der Welt und

die nicht ganz geglückten Anfänge menschlicher Existenz auf Erden.

Dass sich die Menschheitsgeschichte doch noch zum Positiven ändert, hängt vor allem mit dem Wirken der Stammeltern Awraham und Sara, Jizchak und Riwka, Ja`akow, Rachel und Lea zusammen.

Die Tora präsentiert stets deren ganze Persönlichkeit.

Von dieser Offenheit und Ehrlichkeit lebt die Tora, lassen sich Lehren aus ihr ziehen, die bis in die heutige Zeit

hinein bedeutsam sind.

 

Der Aufbau der Tora

Die Tora ist auf zwei Stäbe gewickelt.   Diese Stäbe bilden die Ez Chajim   (Lebensbasic).

 

die 2 Säulen 

welche an der Vorhalle des

ersten Tempels  standen.

 

 

Boas  =                                                                                                                                         Jachim  = 

"in IHM   ist Kraft"                               “ER steht fest"

                                                              

           

ein einfaches Tuch  umhüllt die Rolle.

 

Darüber wird dann  ein bestickter Me`il  (Mantel)  gewickelt.

 

In sefardischen* Synagogen wird die Tora  nicht mit einem  Stoffmantel umhüllt,

sondern in einem Tik     (Holzkasten),    aufbewahrt.

 

 

Der Tik wiederum steht im

Toraschrein

 

Sämtliche Bestandteile  einer Torarolle  sind als Zeichen für  die Verehrung  der G'ttlichen Worte  reich verziert: 

Die Rolle wird mit  einem Tass    (Schild)  geschmückt.

 

Beliebte Motive  sind der Löwe  als Symbol  des Stammes Juda

 

 

Die Tora   ist die Hauptquelle  jüdischen Rechts,  jüdischer Ethik und Wegweiser  für Denken  und Lebenswandel

sowie für Beziehungen  zwischen  Menschen und G'tt  und Mensch und Mensch.

Regelmäßig und abschnittsweise  wird im Laufe  des Jahres an  allen Shabbat- und Feiertagen,

Montagen und Donnerstagen     (da sie einst Markttage waren)   aus der Tora gelesen.

Jedes Jahr am selben Tag  seit 5775 Jahren!!!

Die Thora hat:

a)     85.000 Worte
b)   319.000 Buchstaben und
c)   603.550 Zeichen

Wenn wir die Zahl  603.550  lesen dann erkennen wir, dass dies die Zahl der Kinder Israel ist,  die aus Ägypten auszogen.

Damit wird gesagt, dass jedes Zeichen in der Thora seinen Platz und seine Bedeutung hat   und

    nie verändert wurde / wird.

 

Die Tora ist  der Grundstein  des jüdischen Glaubens.

In ihr findet man 613 * Ge- und Verbote.

   Sie wird auch als Pentateuch bezeichnet, da sie aus den  5 Büchern Mosche besteht       (griech. pente = 5).

 

Man unterscheidet:

Minhag -- Brauch, z.B. regionale oder örtliche Bräuche

Mizwot  -- Halacha feststehende Gebote

Die Halacha ist nach jüdischem Verständnis  Israel von G’tt auferlegt,

und nicht durch eine gesetzgebende Institution gegeben; deshalb können Mitzwot –

im Gegensatz zu Minhag –  nicht von Menschen aufgehoben werden.

Die Gesamtzahl der Mizwot/Gebote ist 613:

365 VERbote: Mizwot lo taasse "Tue nicht!"

248 GEbote: Mizwot asse 'Tue!"

Die Zahlen sind nach jüdischem Verständnis nicht zufällig:

der Zahlenwert des Wortes Thora ist 611:

Taw = 400

Waw = 6

Resch = 200

He = 5

Total = 611

Dazu kommen noch die zwei ersten Gebote der Zehn Gebote*, in denen anochi "ich selbst" steht, und die Israel aus dem Munde G’ttes direkt und                     nicht durch Mosche vernommen haben soll.

Macht 611 + 2 = 613

Die Zahl der VERbote (365) entspricht                               der Zahl der Tage des Jahres und

die Zahl der GEbote (248)                                                 der Zahl der menschlichen Glieder

 

 

Zum Lesen der Tora     verwendet man den Jad (Deuter).

 

 

Dies ist ein silberner Stab,  an dessen Ende eine Hand  mit ausgestrecktem  Zeigefinger befestigt ist.

Der Jad fungiert als Lesehilfe und dient gleichzeitig dem Schutz der Tora vor unsauberen Händen.

 

Häufig wird der Torarolle  eine Kether   (Krone)

 

oder ein mit Glöckchen  verzierter Rimonim (Aufsatz)  aufgesetzt .      

Tass, Kether und Rimonim sind  meist aus Silber gefertigt.

 

Mit dieser "Ausstattung" erreicht eine Torarolle letztlich eine Höhe von ca. 1 Meter.

 

 

Die Herrstellung der Torarollen:

Heute werden die Torarollen von Sofer (speziellen Schreibern)  

mit Gänsekielen und Tinte*  ohne Metallzusätzen auf Pergament geschrieben. Das Pergament wird speziell für diesen Zweck in Handarbeit

* Tinte:      Der Hauptbestandteil

der speziellen Tinte  kommt vom Gallapfel, d.h. aus der Gallensäure, die vom *Gallapfel gewonnen wird.

(befruchtete Eier der  Eichengallwespe)

 

aus der Haut rituell reiner Tiere* gefertigt.  Jeder Buchstabe hat eine bestimmte Schreibweise.

Der kleinste Fehler macht die Rolle  für den rituellen Gebrauch untauglich.

Die alten, kaputten Torarollen  werden auf dem Friedhof beerdigt.

 

Torawimpel

 

Torawimpel

besteht aus der Windel, die ein Knabe bei seiner Beschneidung getragen hat. Sie wird in vier Streifen geschnitten und anschließend zu einem Band zusammen genäht. Die gemalte oder gestickte Aufschrift lautet (mit kleineren Abweichungen): N.N., Sohn des N.N., geboren am ... G`tt möge ihn würdig erweisen, dass er aufwächst zu Tora, zur Chuppa (=Ehe) und zu guten Werken. Amen.

In der Regel wird der Junge, wenn er zwei Jahre alt ist, zur Synagoge gebracht, die Beschneidungswindel wird dann um eine Torarolle gewickelt als Symbol dafür, dass er aufwachsen möge zur Tora.

 

 

das ABC

 

 .nebeirhcsegsknil hcan sthcer nov driw nehcsiärbeh   mi     

                                                            .geschrieben   nicht Tora   der in   werden Vokale   

                                                                ! lernen Thora die  ,also  muss man

                                                                

 

“Normal” 

 

Während Träume, Visionen, Gewissenstimme usw. meist im Brustraum wahrgenommen werden, kommen Offenbarungen stehts von oben bzw. von rechts oben zu uns.

Hebräisch ist eine Offenbarungssprache und wird aus diesem Grund von rechts nach links geschrieben.

Das erste Zeichen der 22 buchstaben

 Alef      (Schöpferkraft)    

 wird daher ganz klar   von rechts oben angefangen.

 

Name    Alef                           Aussehen (א)          Aussprache

 

•‏אִ‎           ein Punkt                                        kurzes   i

Chiriq Magnum

•‏אִי‎ ein stummes Jod nach Chiriq                     langes   i

Sere

•‏אֵ‎ zwei waagrecht angeordnete Punkte          kurzes  e

Sere Magnum

•‏אֵי‎   ein stummes Jod nach Sere                      langes   e

Seggol

•‏אֶ‎     drei im Dreieck angeordnete Punkte       kurzes  ä

Seggol Magnum

•‏אֶי‎     ein stummes Jod nach Seggol                 langes ä

Insgesamt 17 möglichkeiten den Buchstaben Alef א zu schreiben

 

Die Semiten, denen die Offenbarung anvertraut wurde von G’tt, bringen dies durch die Schreibweise von rechts nach links zum Ausdruck,

während die Japhetiten*die Offenbarung durch die Semiten empfangen haben schreiben von links  nach rechts.     

“Die babylonischen Verwirrungen”!

Aber nicht das Gegeneinander ist das Ziel  der Schöpfung sondern das Miteinander  in Harmonie und Frieden.

(*Japhetiten= einer der 3 Söhne Noahs (Genisis10) Stammvater der kleinasiatischen Völker)

 

 

der Talmud

 

Was ist der Talmud?

Der Talmud ist eine der wichtigsten Werke  des Judentums, man kann sogar sagen,

eine der Säulen des Judentums,

wenngleich seine Bedeutung für das orthodoxe und liberale Judentum  unterschiedlich groß ist!

Der Talmud ist die Diskussion der Mischna.*

Doch was ist die Mischna?

G’tt gab Mosche am Sinai nicht nur die geschriebene Thora, sondern auch die ‘mündliche Lehre’.

Diese Lehre bestand aus Religionsgesetzen für alle Halachah (Bereiche) und

und aus ergänzendem Material bestehend aus Geschichten, Gleichnissen und Begebenheiten ethischen Agadah (Charakters).

Jehuda ha Nasi    ordnete die mündliche Lehre  und hielt sie schriftlich fest

– was eigentlich für bedenklich gehalten wurde –

um jedoch die mündliche Lehre nicht zu verlieren oder zu verändern  schuf man also die Mischna (Wiederholung)

- die Sammlung der mündlichen Lehre.

Man teilte die Mischna in sechs Ordnungen auf:

Seraim = Saaten      Moed = Festzeiten    Naschim = Ehe und Famileinrecht   

Nesikin =Beschädigungen;Zivil und Strafrecht    Kodaschim = Heilige Dinge – Tempel und Opferriten      

Toharot = Reinheitsgebote

Der Talmud  besteht aus dieser Mischna und der Gemara (ihrer Diskussion).

(geteilt in 21 Teile: Tosefta, Barajta, Perusch, Schea’lah, Teschuba, Kuschja, Peruk, Tejubta, Sijua, Remijah, Hazzer-achah, Hattakefta, Ma’aseh, Schemaata, Sugja, Halachah,  Teko, Haggadah, Horaah, Schittah,  Schinnuj. (gespeichert))

 

Im Laufe der Geschichte wurden aber auch diese Texte kommentiert und beprochen. In jeder Ausgabe des Talmuds

ist deshalb auch der Raschi* -Kommentar zu finden.

Raschi ist ein Akronym für Rabbi Schlomo ben Jitzchak, *1040 in Troyes  †1105.

Ohne Raschis Kommentar, wäre der Talmud ein versiegeltes Buch für uns. Tatsächlich sind die Arbeiten Raschis

zum Talmud und zur Thora unvergleichlich. Alle weiteren Kommentare zum Talmud wurden von den Schülern Raschis hinzugefügt. Am unteren Rand gibt es noch Kommentare und Hinweise zahlreicher anderer Verfasser.

 

 

Aufbau einer Babylonischer Talmud-Seite

 

 

Den Talmud kann man nicht einfach nur lesen, den Talmud muß man lernen um einen Einblick

in dieser faszinierende Welt zu bekommen.

Je mehr man vom Talmud weiß, desto mehr Fragen stellen sich.

Wir beschäftigen uns heute fast ausschließlich mit dem Talmud Bavli der in den Lehrstätten Babyloniens entstanden ist,

 während es noch den Talmud Yerushalmi gibt, der in den Lehrhäusern Israels entstand.Was steht im Talmud? Wie ist er geschrieben?

Diesen folgend ist er in 63* Traktate eingeteilt:

                                                          (abgespeichert)

Ein Beispiel aus einem Traktat, aus der Aggadah:

Ein Nichtjuden, der zu Schammaj kam sprach: “Bekehre mich, indem du mich den ganzen Talmud lehren willst, solange ich auf einem Bein stehen kann.”  Schammaj stieß ihn fort, mit einem Maßstecken, wie sie die Zimmerleute gebrauchen.

Der Heide ging und kam zu Hillel* und fragte auch ihn, ob er ihn den ganzen Talmud lehren wollte, solange er auf einem Bein stehen könne.

Da bekehrte ihn Hillel auf seine Worte hin und sprach: “Ich will dich den ganzen Talmud lehren, solange du auf einem Bein stehen kannst.”

Und sprach zu dem Heiden: “Halte dich an den Schriftvers: ‘Du sollst deinem Nächsten nichts Ärgeres tun,

als du dir gern getan haben willst.’

Das ist der Urgrund des ganzen Talmud.

 

Der Rest ist Auslegung.  „Geh hin und lerne weiter!”

Hillel ha-zaqen; (*um 110 Jh.v.d.Z. †um 9 Jh.v.d.Z.)

war einer der bedeutendsten pharisäischen Rabbiner  aus der Zeit vor der Zerstörung des zweiten Tempels,  Hillel galt als weitherziger, geduldiger Lehrer, der die Nächstenliebe und Gewaltlosigkeit lehrte und zahlreiche Schüler hatte. Sein „Gegenspieler“ war Schammaj,  der die Tora in mancher Hinsicht strenger auslegte.

Bis heute sind Hillels Worte in der jüdischen Überlieferung von wesentlicher Bedeutung, vor allem in der jüdischen Ethik.

 

Reden,lesen,lernen, sich

auseinandersetzen mit dem Talmud

das ist jüdisches Leben

 

 

 

Die Kabbala(h)

 

ist/war der Inbergriff der mystischen Lehren  innerhalb des Judentums.

    Der Name bedeutet „überlieferung“.

Mit dem Geist des talmudischen Schriften haben diese NICHTS zutun. Die Kabbala(h) gehörte unzweifelhaft dem Mittelalter an. Bis ins 9jahrh. Stand das talmudische Judentum ablehnend dem gegenüber, von 10 – anfang 19 Jahrhundert gab es unter den Rabbinern Anhänger.

Das „moderne“ Judentum sieht in der Kabbala(h) nur noch eine historische Kuriosität.       (gespeichert)

 

Der Shabbat

 

 

Der Shabbat = inne halten    (nicht ruhen!)

Am siebten Tag, dem Shabbat, (von Freitagabend bis Samstagabend) soll die Arbeit inne halten.

An diesem Tag erweisen die Juden ihrem Schöpfer die Ehre.  Sie verbringen den Shabbat mit Gebeten, Bibelstudien, Erholung und beim gemeinsamen Mahl im Familienkreis.

Wie an Festtagen gibt es auch am Shabbat einen zusätzlichen    G'ttesdienst in der Synagoge.

„G'tt segnete den 7. Tag und sonderte ihn ab, denn an ihm hielt ER inne von all SEINEM Werken.“

ER heiligte diesen Tag, an dem ER inne hielt. Was G'tt für sich  in Anspruch nahm, nach 6 Tagen eine Pause einzulegen und Atem zu holen, das wollte ER auch dem Menschen, den ER sich zum Partner erschaffen hatte, nicht vorenthalten. Es war ein Geschenk der Liebe, dem Menschen den Shabbat zu schenken.

Atemschöpfen ist notwendig und Atem schöpfen kann nur der, wer inne hält. Das Ziel ist, das Leben zu bewahren. Sechs Tage der Woche magst du ein Knecht sein und dich unterwerfen für deinen Broterwerb.

Am Shabbat hat dein Brotherr kein Recht über dich, auch sollst du dich nicht selbst an diesem Tag versklaven,

– dein Leben steht auf dem Spiel. Vorbereitung am Freitag

Zur Vorbereitung auf den Shabbat backt man aus Weizenmehl vier challot (Shabbatbrote).   Nach dem Kneten des Teigs nimmt man ein Stückchen Teig und spricht darüber einen Segensspruch und opfert es im Feuer. "Die Wohnung wird gerichtet wie zu einem Fest, alle Geräte werden geputzt, und der Tisch wird weiß gedeckt. Man badet und zieht möglichst von Kopf bis Fuß frische Kleidung an. Man tut Geld und was man sonst in den Taschen hat, heraus und bereitet sich in jeder Weise auf den Shabbat vor, an dem nicht gehastet und nicht gearbeitet wird, an dem kein Geschäft und keine Alltagssorge existiert."

 

Juden fanden zahllose Mittel, den Tag in Licht, in Wärme, bei guten Speisen und in geselliger Runde genießen zu können, ohne das Arbeitsverbot zu übertreten. Es wurden besondere Shabbat-Lampen konstruiert, deren Licht mindestens 24 Stunden brannte. Hausfrauen, die am Shabbat mit ihrer Hausarbeit gleichfalls inne halten sollen, entwickelten wunderbare Gerichte, die die ganze Shabbat-Nacht auf kleinem Feuer vor sich hin köcheln und dann zum richtigen Zeitpunkt fertig und  wahre Delikatessen sind.

 

3 Mahlzeiten sind am Shabbat üblich und zu jeder liegen 2 weisse Brote auf dem Tisch, die mit einer eigens dafür kunstvoll gearbeiteten Decke bedeckt sind. Diese Decke gilt symbolisch für den Tau, der einst in der Wüste das Manah verhüllt hat.

Zählt man die Anzahl der Brote zusammen, ergibt sich die symbolische Zahl sechs,

sechs ist die Zahl der Stufen zum Thron der Herrlichkeit.

Juden fanden zahllose Mittel, den Tag in Licht, wahre Delikatessen sind. Wegen der vielen Shabbat    Vorbereitungen wird der Shabbat noch mehr bedeutungs- und wertvoller.  Mit der ganzen schweren Arbeit wird uns bewusst, dass wir einen sehr wichtigen Gast erwarten –

die  Shabbat-Königin.

 

beim Anzünden der Shabbatkerzen

unbedingt zu beachten!  erst die Kerzen anzuzünden und 

 

danach den Segenspruch zu beten.

Mit dem Segenspruch beginnt die Hausfrau der Shabbat.

 

 

die zwei Kerzen  stehen für Schamor und Sachor  - Gedenke und Halte und für die zweifache Erwähnung des Gebots

in der Tora "Gedenke des Shabbat".

Dieser Brauch ist vielmehr ein Gebot, das die Weisen angeordnet haben.

Es ist Brauch, dass die Braut zu Ihrer Vermählung zwei Kerzenleuchter geschenkt bekommt.Es dürfen  nicht weniger als zwei sein. Manche Frauen pflegen für jedes ihrer Kinder eine Kerze anzuzünden.

 

 

die Bracha = (Segensspruch)

בָּרוּךְ אַתָּה יְהֹוָה אֱלֹהֵינוּ מֶלֶךְ הָעוֹלָם, אֲשֶׁר קִדְּשָׁנוּ בְּמִצְוֹתָיו וְצִוָּנוּ לְהַדְלִיק נֵר שֶׁל שַׁבָּת:

 

Baruch Atah Adonai Elohejnu Melech Haolam, Ascher Kideschanu bemizwoitav veziwanu lehadlik ner schel Shabbat.

Gelobt seist DU, HaSchem, unser G’tt, König der Welt, der DU uns durch Seine Gebote geheiligt hast und uns geboten hat, das Licht des Shabbats zu zünden.

 

Man nimmt einen vollen Becher Wein in die rechte Hand und spricht stehend den Kiddusch:

       יוֹם הַשִּׁשִּׁי. וַיְכֻלּוּ הַשָּׁמַיִם וְהָאָרֶץ וְכָל צְבָאָם: וַיְכַל אֱלֹהִי בַּיּוֹם הַשְּׁבִיעִי מְלַאכְתּוֹ אֲשֶׁר עָשָׂה. וַיִּשְׁבֹּת בַּיּוֹם הַשְּׁבִיעִי מִכָּל מְלַאכְתּוֹ אֲשֶׁר עָשָׂה: וַיְבָרֶךְ אֱלֹהִים אֶת יוֹם הַשְּׁבִיעִי וַיְקַדֵּשׁ אֹתוֹ. כִּי בוֹ שָׁבַת מִכָּל מְלַאכְתּוֹ אֲשֶׁר בָּרָא אֱלֹהִים לַעֲשׂוֹת:

Der sechte Tag.

Da wurden vollendet der Himmel, die Erde und ihr Heer.

Am siebenten Tag vollendete G’tt SEIN Werk, welches ER getan hatte und ruhte am siebenten Tage

von SEINEM ganzem Werk, daß ER getan hatte. G’tt segnete den siebenten Tag und heiligte ihn,

denn am siebenten ruhte ER von all SEINEM Werk,   das ER ins Dasein gebracht hatte.

Lecha Dodi

Komm mein Freund, der Braut entgegen,
wir wollen den Shabbat empfangen.

Halte! Gedenke! in einem Wort
ließ uns hören der einzige G’tt.
Der Ewige ist einzig, sein Name ist einzig,
zum Ruhm und zum Lobgesange.

Komm, mein Freund, der Braut entgegen,
wir wollen den Shabbat empfangen.

Der ruhe entgegen, auf, laßt uns gehn!
denn sie ist uns des Segens Quell.

Von Anfang, von Vorzeit dazu ersehn,
Schöpfungsende, vom Anfang umfangen.

Und so weiter…

Bei der letzten Strophe des Lecha Dodi "wendet man sich zur Tür, wie um den eintretenden Shabbat selbst zu empfangen.

Sabbatteller

 

Wenn der Hausherr aus der Synagoge heimkehrt, segnet er die Kinder:

Segen über die Söhne: So mache Dich G’tt wie Ephraim und Menasse. 

Segen über die Töchter: So mache Dich G’tt wie Sarah, Rebekah, Rahel und Leah.

Segen über Söhne und Töchter

ER segne dich und behüte dich.
ER lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

ER hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Dann singt die ganze Familie das Schalom alechem.

                                                        Schalom alechem

1)     Friede grüß euch fein,                                   2)   In Frieden ziehet ein,

         Friedensboten Sein,                                             Friedensboten Sein,
   Ihr Boten aus den Höhn,                                      Ihr Boten aus den Höhn,
  Vom König aller Könige,                                        Vom König aller Könige,  Vom Heiligen -- Ihm sei Lob.                                              Vom Heiligen -- Ihm sei Lob.

3) Wollt Frieden mir verleihn,                                  4) Zurück laßt Friedens Schein,
Friedensboten Sein,                                                   Friedensboten Sein,
Ihr Boten aus den Höhn,                                           Ihr Boten aus den Höhn,
Vom König aller Könige,                                             Vom König aller Könige,
Vom Heiligen -- Ihm sei Lob.                                   Vom Heiligen -- Ihm sei Lob.

 

Nun setzt sich die Hausfrau auf einen geschmückten Platz. Vater und Kinder singen das Frauenlob  aus den Sprüchen Salomos:

Am Shabbat sind 39 Arten von "Arbeit" verboten. (gespeichert)  was ist am Shabbat  erlaubt?

Das Lernen, das Sich-befassen mit G'ttes Wort, das Nachdenken. Ein solches Nachdenken bewirkt keine äußere, aber eine innere Veränderung. Man wird in die neue Woche anders hinein gehen als man aus der alten heraus gekommen ist. Wenn wir neu beseelt sind, erfüllt mit neuem Atem und neuer Kraft, wenn wir uns innerlich verändert haben, werden wir dann auch in der Lage sein, unsere äußeren Umstände zu verändern. Eine Raupe kann niemals ein Schmetterling werden ohne durch den Zustand des Kokons gegangen zu sein. Das Besondere der Welt, ist, dass es eine Welt des Lebens ist. Das Eigentümliche des Lebens ist die fortwährende Veränderung. Leben bleibt nur Leben, wenn es immer wieder vergeht, sich verändert und neu ersteht. Natürlich war die Welt vollkommen und sehr gut am Ende des 6. Schöpfungstages, – aber nur für den Moment.

Das Schöpfungswerk war fürs erste vollbracht, aber nicht beendet. Wäre die Schöpfung so geblieben, wie sie war, –    sie wäre in Schönheit erstarrt & museal geworden.

Der Samstagmorgen

Am Shabbatmorgen pflegt man später aufzustehen als an Wochentagen, und auch der G’ttesdienst beginnt später. als ein erster Shabbatlicher Höhepunkt, folgt die Hymne Nischmat kol chaj ["Die Seele alles Lebens rühmt deinen Namen"]

Nun folgt die Vorlesung aus der Thora. Die Thora, ist dafür in 54 Abschnitte eingeteilt, so daß für jeden Shabbat des Jahres ein Sidraordnung (Abschnitt) festliegt; nach dem Anfangswort der Sidra wird der Shabbat benannt. Der jüdische Kalender hat nicht regelmäßig 54 Shabbatot, so daß in Ausnahmefällen zwei Abschnitte vorgetragen werden.

Samstagnachmittag:

Das Minchagebet [NachmittagsG’ttesdienst] ist am Shabbat ausführlicher als sonst. Es beginnt wie an Wochentagen mit dem 145. Psalm, dem aber ein besonderes Gebet 'Und es kommt ein Erlöser für Zion' sich anschließt, und nun folgt eine Thoravorlesung, wozu aber nur drei Personen aufgerufen werden. Gelesen wird der erste Teil des erst am kommenden Shabbat fälligen Abschnittes.

Shabbatausklang Samstagabend:

Während man am Freitag, versucht so früh wie möglich zum Shabbat zu kommen, spricht man am Tag darauf, so spät es geht, das Abendgebet, um den Shabbat noch lange wie möglich zu behalten. Erst wenn es Nacht ist, beginnt man, den 144. und den 67. Psalm und Gebete mit andern Bibelstellen die uns für die redliche Arbeit in der Woche den Segen G’ttes verheißen, und durch einen besonderen Abschnitt in der Schmone Esre unterscheidet sich das Shabbat-Ausgangsgebet vom täglichen Abendgebet;

Man trinkt nun vom Wein, löscht mit dem Rest des Weins die Kerzen und wünscht sich "Gut Woch!" Diesen Wunsch beantwortet man mit "Gut Woch! Gut Jahr!Was geschieht eigentlich am Shabbat?  Es gibt eine jüdische Aussage, dass der Messias dann kommen werde, wenn die ganze Welt, wenn alle Menschen den Shabbat einhalten werden.                               Dann wird der Tag des Herrn anbrechen, an dem Friede herrschen wird, und alles Leid dieser Welt ein Ende gefunden haben wird. Obzwar es nicht so aussieht, dass dieser Zustand bald eintreten wird, scheint es aber immerhin möglich zu sein, und es klingt verlockend und wünschenswert,   –   einerseits.Andererseits aber klingt es so, als sei damit dann alles zu Ende, als liefen danach alle nur noch mit der Harfe in der Hand und frohlockend herum,  im Zustand ewiger Glückseligkeit.             Keine Angst!  Wir wissen inzwischen, dass nach jedem Shabbat eine neue Woche beginnt, und davor eine alte zu Ende gegangen ist. Denn die neue Woche wird anders sein als es die alte Woche war.                                         

Schawua tov!  Gute Woche! 

 

Eruv chatzeirot  עירוב) ) (Sabbatgrenze, Sabbatzaun)

Der eruv chatzeirot funktioniert so, dass alle Bewohner das gesamte Gebiet als ihr „Heim“ behandeln.

Das Gebiet muss jedoch von Mauer/Zaun/Seil/Draht um einen Häuserblock/Wohnviertel gezogen sein und eine ununter-

brochene Abgrenzung bilden und kann deshalb auch an Telefonmasten oder Gebäuden entlangführen. Natürliche Begrenzungen wie Flüsse können auch Teil des Eruvs werden.

 

 

 

der jüdische Kalender

 

Die jüdische Zeitrechnung beginnt mit der Erschaffung der Welt

 

Die Systematik des heutigen jüdischen Kalenders beruht im Wesentlichen auf Festlegungen des Patriarchen Hillel II. aus dem Jahr 359,  (3761 v. (Chr.)

Das jüdische Jahr ist ein Lunisolarjahr, das auf den Mondphasen (Monate) und dem Sonnenzyklus (Jahre) basiert. Das Jahr hat normalerweise 12 Monate. Die Monate beginnen mit dem Neumond und haben 29 oder 30 Tage. In fast jedem Monat fallen bestimmte Fest-, Fast- und Gedenktage.

Das regelmäßige Jahr umfasst 354 Tage. Um die Differenz von ca. 11 Tagen zum Sonnenjahr (365,25 Tage) auszugleichen, wird siebenmal in 19 Jahren (1., 3., 6., 8., 11., 14., 17. und 19. Jahr) ein 13. Schaltmonat eingefügt, der sogenannte

ADAR SCHENI    "schwangeres Jahr„.

Die Monate des Jahres sind Mondmonate, die Jahre sind Sonnenjahre. Und der Tag beginnt am Abend und endet am anderen Abend denn es heisst:

es ward Abend, es ward Morgen: ein Tag!

 

 

Jüdischer Kalender    5775    =     2014-2015

 

Die Hauptfeste des Judentums waren ehedem Pilgerfeste. Bei näherer Betrachtung der Daten fällt auf, dass sich viele christliche Feiertage an den jüdischen orientieren:

 

Pessach 14. 04. 2014   =   Osterzeit – 20.04.2014

Sederabend   =  wohl das Abendmahl bei Christen,

Schawuot 4-5.06.2014  =  ist Pfingsten 08.06.2014

Sukkot 15.10.2014  =  Erntedankfestes  29.09.2014

Chanukka–Festes  16.12.-24.12.2014  Adventskerzen anzuzünden,  

 

Die Namen der jüdischen Wochentage sind: 

Jom Rischon (יום ראשון, „Erster Tag“)          Jom Scheni (יום שני, „Zweiter Tag“)

Jom Schlischi (יום שלישי, „Dritter Tag“)        Jom Revi’i (יום רביעי, „Vierter Tag“)

Jom Chamischi (יום חמישי, „Fünfter Tag“)     Jom Schischi (יום שישי, „Sechster Tag“)

                             Shabbat* (שבת, „inne halten“)

 

Rosch haSchanah  

1. - 2. Tischri = (Neujahr) (25.09.2014)

 

 

Er fällt auf den 1.Tag des Monats Tischri und ist zugleich der Neujahrstag für die Jahreszählung. Wenn der Sommer des Lebens sich dem Herbst zuneigt, wenn der Höhepunkt der Kraft überschritten ist, an dem einem alles noch als selbstverständlich vorgekommen war, wenn erste Widersprüche zwischen Wollen und Können auftreten, dann fängt man an unsicher zu werden, an seiner bisherigen Situation zu zweifeln, eine Krise des Selbstverständnisses ist möglich. Es wird notwendig sich zu besinnen, wie man den Weg weiter gehen will, denn die Lebensernte ist noch lang nicht eingebracht.

 

Der Teller für G’tt       

 

Ei, Geflügel, Käse, Feige, Kartoffel, mit Bitterkraut, + Süsses

 

In seiner Versöhnung begründete G’tt Seinen Bund mit Israel. Diese 40 Tage bis hin zum Tag der Versöhnung werden seither als Tage der Buße und Umkehr angesehen. In vielen Gegenden stehen die Menschen in diesen Tagen in den frühen Morgenstunden auf und versammeln sich zu Slichot, dem (Bußgebeten), deren Kern das Widduy (Sündengebet) und das gemeinsame Aussprechen der 13 Eigenschaften G’ttes ist. Die letzten 10 Tage dieser Zeit beginnen mit dem Tag des Schofartones, dem Tag des Erinnerns und Gedenken, dem Tag des Geichtes G’ttes, an dem   

ER zu Gericht sitzt  über die Taten des Menschen.

 

 Shofabläser    

 

G’tt will lieber verzeihen und den Zurückkehrenden bei sich aufnehmen als ihn zu verwerfen.

Dieser Tag wird ernst begangen, wir sind voll Zuversicht auf G’ttes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, deshalb nicht traurig. Man kleidet sich festlich. Die Feiertagsfarbe am Tag des Gerichts , ist weiß: Weiß sind der Thorahschreinvorhang, die Thorarollenmäntel, die Vorbeterpultdecke, der Sterbekittel..

Ja, man trägt seinen Sterbekittel, denn bis zu diesem Tag sollte man sein Leben in’s Reine gebracht haben. Man sollte sich all dessen erinnert haben, was im vergangenen Jahr geschehen war, man sollte sich Rechenschaft abgelegt haben, eine Berichtigung des Lebensweges eingeleitet haben. So treten wir am Tag des Gerichts vor G’tt An diesem Tag be-ginnt jeweils auch das Shabbatjahr, jedes 7.Jahr, an dem die Erde in ihren ursprünglichen Zustand zurückkehren und ruhen sollte, und das Yovel-Jahr, jedes 50.Jahr, an dem aller Besitz an seinen ursprünglichen Besitzer zurückkehren soll;

 

es ist der Tag, an dem alles, auch der Mensch, zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurückkehrt.

Wenn dieser Tag sich vollendet wird das Urteil gesprochen.

Wir hoffen und wünschen, daß alles zum Guten wird, so essen wir nach dem Kiddusch an diesem Tag

das Festtagsbrot und einen Apfel in Honig getaucht, ein süßes neues Jahr wünschend  

Schanah towah !

 

 

Jom  haKippur  

am 10. Tischri = (04.10.2014)

 

 

Versöhnung heißt nicht Vergessen, heiß nicht Ungeschehen machen.

Die Folgen der Taten sind zwangsläufig und sind zu tragen.

Nach jeder Wunde bleibt eine Narbe. Versöhnung heißt auf Rache verzichten und den Willen bekunden, trotz allem,

was geschehen ist, dennoch den weiteren Weg gemeinsam in die Partnerschaft gehen zu wollen.Voraussetzung ist

Eingeständnis der Tat, Bereuung und Verhaltensänderung und, soweit möglich, Wiedergutmachung. Bevor wir uns mit der Bitte um Vergebung an G’tt wenden, ist es erforderlich erst unsere zwischenmenschlichen Beziehungen wieder in Ordnung zu bringen , uns miteinander auszusöhnen, wieder Frieden unter uns herzustellen.

 

Zweifellos der höchste Feiertag des Judentum!

Er ist der Tag grösser Busse, völliger Ruhe und strengsten Fasten. Zentralbergiff dieses Tages ist die

Teschuwah: Sündenerkenntnis, Sündenbekenntnis, Reue, und Besserung.

Thefillah = Gebet und     Zedaka = Gerechtigkeit

Diese Um-Rückkehr ist der Schlüssel zum Verständniss des Judentums!

 

 

 

Sukkot    

15. - 21. (22.) Tischri  = Laubhüttenfest  09.10. - 15.10.2014

 

Die Hütten erinnern an die behelfsmäßigen Behausungen, in denen die Kinder Israel  während ihrer 

Wanderung von Ägypten nach Kanaan     wohnten

 

Vorbereitungen

 

Heute noch werden Hütten gebaut, deren Dach aus grünen Zweigen besteht, so dass man während des beisammen Sitzens in einer Sukkah den Himmel bzw. die Sterne sehen kann. Die Forderung dieser eigentümlichen Bauweise demonstriet ein weiters Prinzip des jüdischen Glaubens: das Vertrauen auf den beständigen Schutz des Bundesherrn, auf G'tt. 

 

NEUZEIT

 

Zum Fest in der Synagoge nimmt der

Mensch einen Palmenzweig (Wirbelsäule des Menschen),

einen Myrthenzweig (Augen d. M.),

einen Bachweidenzweig (Lippen d.M.) und

einen Zitronenfruchtzweig (Herz d.M.) mit und zieht

mit denen in feierlichem Zug durch das G'tteshaus.

 

 

 

Nach Sukkot begeht man Schmini Azeret, den „Achten Tag der Versammlung“.

 

Simchat Tora 

22. bzw. 23. Tischri  =  Zyklus der Tora-Lesungen  17.Oktober 2014

 

ist das „Tora-Freudenfest“. An diesem Tag wird der jährliche Zyklus der Tora-Lesungen beendet und die Lesung eines neuen Zyklus beginnt.

Alle Torarollen werden aus dem Schrein genommen und mit Gesang und Tanz, durch die Synagoge getragen.

 

 

Chanukka Fest

25. Kislew - 2. Tevet = Chanukka Fest   16. – 24 Dez. 2014

 

Chanukka Leuchter

 

Dieser Leuchter dient einem kultischen Zweck  und wird von Juden lediglich während des achttägigen Feiertags Chanukka benutzt.

Der Feiertag ist eigentlich, im Gegensatz zu den meisten jüdischen Feiertagen, die biblischen Ursprungs sind, ein nationaler Feiertag, der sich während der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung zu einem  halbwegs religiösen Feiertag entwickelt hatIm 2. Jh.v.d.Z. gab es einen Aufstand der Juden gegen die Herrschaft der in Judäa herrschenden Seleukiden. Im ersten Buch der Makkabäer und im Talmud wird von einem Wunder berichtet: als der heilige Tempel befreit wurde und man daran ging, die Menora wieder in Betrieb zu setzen, fand man im Bereich des Tempels geweihtes Öl das lediglich für einen Tag gereicht hätte.  Die Herstellung von neuem Öl würde acht Tage dauern.                        Und da geschah das Wunder!  Das eine Kännchen reichte für acht Tage!

 

Avignon Chanukkalampe aus Stein

 

Die acht Lichter des Chanukka-Leuchters erinnern an dieses Wunder, aber noch viel mehr an den Sieg der Makkabäer!

Am Vorabend des ersten Tages der achttägigen Feier wird die erste Kerze gezündet. An den folgenden Abenden jeweils eine zusätzliche Kerze, so dass am achten Tag acht Lichter brennen.

Der Chanukka-Leuchter besitzt   8     Kerzenhalter und zusätzlich einen   neunten, den DIENER  

der täglich zum Anzünden der anderen Lichter dient.

 

Die Reihenfolge des Licht anzünden

Es wird das erste Licht auf der rechten Seite am ersten Abend angezündet. Am zweiten Abend fügt man zu seiner Linken das nächste Licht hinzu, und in dieser Weise fährt man fort bis zum achten Licht. Als erstes wird aber immer das hinzugefügte Licht angezündet, also von links nach rechts.

Der Grund für diese Reihenfolge ist,  dass man dem neuen Licht den Vorzug gibt, und somit auch dem immer größer werdenden Wunder Ausdruck verleiht.

 

Beim anzünden der einzelen Kerzen aufzusagenen Psalm

 

 

Wo zündet man die Lichter an?

Unsere Weisen haben angeordnet, die Chanukka-lichter am Eingang des Hauses zur Straßenseite, links vom Eingang anzuzünden, der Mesusa* gegenüber.

Sie sollen nicht tiefer als drei Tefachim (Handbreite)  über dem Boden stehen, aber auch nicht höher als zehn Tefachim.

Wer in einem Hochhaus wohnt, und die Fenster seiner Wohnung mehr als zwanzig Ellen (ca. 10 Meter) über der Strasse liegen, sollte die Chanukkalichter an der Türe des meist benutzten Raumes links, hinstellen und die Kerzen anzünden.

 

 an der K L A G E M A U E R

 

Wann zündet man die Lichter an?

Chanukkalichter werden sofort beim Erscheinen der ersten 3 Sterne angezündet. Ist man jedoch verhindert gewesen, kann man die Lichter noch während des ganzen Abends anzünden, dies aber, solange die übrigen Familienmitglieder noch nicht schlafen gegangen sind. Eine halbe Stunde vor dem Anzünden der Lichter soll man nicht essen und keine alkoholischen Getränke zu sich nehmen. Am Vorabend des Shabbat zündet man zuerst die Chanukkalichter an, dann  die Shabbatlichter. Weiter wäre zu bemerken: Die Lichter sollen so angeordnet werden, dass sie alle in gleicher Höhe stehen, keines soll höher oder niedriger sein, keines soll vor- oder zurückgesetzt sein, auch nicht in kreisförmiger Anordnung  und dass der Chanukka-Leuchter keine in der Tradition festgelegte Form besitzt. Es kommt hier lediglich auf das Anzünden von Kerzen während des achttägigen Festes an.

In israelischen Kindergärten werden die Leuchter von den Kindern nach reiner Fantasie gebaut.. Sie können auch aus Legosteinen  oder  …   so sein

 

 

Tu BiSchwat

am 15. Schevat = Baum-Früchte-Neujahr-Fest  16.01.2014

 

In der Antike galten für den Verzehr von Baumfrüchten besondere Regeln, die vom Tag ihrer Pflanzung abhängig waren. So blieben die Früchte eines Baumes in den ersten 3 Jahren unangetastet, im 4 Jahr wurden sie zum Tempel gebracht und erst im 5 Jahr durften sie verzehrt werden.Da man das „Geburtsdatum“ aller Bäume nicht kannte, wurde der  15. Schwat, zum „Neujahrstag der Bäume“.

Heute ist es Brauch, von den so genannten „sieben Arten“, mit denen das Land Israel gesegnet war, zu essen.

Sie umfassen Weizen, Gerste, Weintrauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln. In Israel selbst ist Tradition  Setzlinge zu pflanzen.

 

 

Purim

14. (15.) Adar   (16.03.2014) 

                                                               

(das persische Wort für Los ist Pur, Mehrzahl Purim)

Die Purim-Geschichte ist niedergeschrieben in der Rolle Esther, einer der Schriften unserer Bibel.     

An diesem Tag sollten alle Juden ermordet und ihre Habe geplündert werden. Durch die Klugheit Mordechais und den persönlichen Einsatz unter Lebensgefahr seiner Pflegetochter Hadassah, die unter dem Namen Esther von Achaschwerosch zu seiner Königin ernannt worden war, fügte G’tt eine Umdrehung des Plan Hamans:Haman und seine ganze Sippe wurden hingerichtet.  “Und den Juden ward Licht und Freude, Wonne und Ehre”, und sie feierten ihre Errettung, und es wurde bestimmt, dieses Ereignis jährlich und für alle Zeiten zu feiern. In dem Fest sind die Frauen voll miteinbezogen. War es doch Esther die das Volk gerettet hat.

Man hält ein Festmahl mit Wein und Fleisch süße gebackene Leckereien die Armen werden beschenkt

        daß auch sie feiern können.

       Man ist ausgelassen, man verkleidet sich,  und demonstriert damit,  daß man G’tt in jeder Gestalt dienen kann!

 

 

Pessach

15. - 22. Nisan   15. - 22. Nisan  = Überschreitungsfest   15.04.-23.04.2014

 

 

erinnert an die Knechtschaft der Juden in Ägypten, das „Überschreiten“ jüdischer Häuser durch den Todesengel

während der zehnten Plage. Für Juden ist dieses Fest bedeutsam, weil mit ihm nicht nur ihre physische Freiheit verbunden ist, sondern darüber hinaus

ihre geistige Selbstständigkeit:

 

 

Die freiwillige Orientierung an den Geboten G'ttes und der Wandel zu einem Volk mit eigenem Land.

Erst dadurch erhielten die Juden Unabhängigkeit und konnten somit ihrer Bestimmung folgen.               

Die Bräuche und Traditionen des Pessachfestes  sind heute mannigfaltig.

 

 

Eingeleitet wird das Fest durch

zwei an den beiden ersten Feiertagen abgehaltenen Sederabenden. Der Ablauf dieser Abende orientiert sich an einer

vorgegebenen Ordnung , ihr Herzstück ist ein rituelles Mahl, das von  der Haggada*,

 

  H  A  G  G  A  D  A

 

 

der Erzählung vom Auszug aus Ägypten, und vielen Liedern umrahmt wird.

 

Während der achttägigen Festzeit vermeidet man den Verzehr von jeglichem Gesäuerten.

Besonderen Bekanntheitsgrad erlangte dadurch

         die Mazza, das  ungesäuerte Brot.

 

den Seder und alle Anweisungen, enthält die Haggada. 

 

 

Kinder spielen beim Seder die wichtigste Rolle. Wir tun unser Bestes, um sie so lange wie möglich wach zu halten und einzubeziehen. Wir lernen von ihnen, wie man staunt, neugierig ist und sich über die Schönheit unseres Erbes freut.

 

 

Der Seder darf erst beginnen nach Anbruch der Dunkelheit.

An vier Punkten der Haggada wird je einen Becher geleert. Es wird darauf geachtet, dass alle Teilnehmer jeweils mindestens  15 ml trinken.  Wenn Sie Wein nicht vertragen, nehmen Sie Traubensaft.

Zum Gedenken an die Bitterkeit der Knechtschaft essen wir römischen Salat, Meerrettich oder ein anderes bitteres Kraut, und zwar zwei Mal: einmal gleich nach dem Mazzot-Essen und einmal in einem Mazzot-Sandwich.

 

Bessamimbüchse (Bitterkräuter)

 

Das Mahl endet mit einem großen Stück Mazza.  Essen Sie danach nichts mehr.

Am ersten Abend sollte die Mahlzeit vor Mitternacht enden. Tischgebet und Hallel (Loblieder) kommen immer nach den Mahlzeiten.  Jetzt folgen die letzten beiden Becher Wein: einer nach dem Tischgebet und einer zum Abschluß der Haggada vor dem Schlussgesang.

Aufbleiben, singen und Geschichten erzählen...

wie kommen Sie zu einem Pessach- Seder?

Indem Sie zu ihm gehen! Es gibt jedes Jahr Hunderttausende von Pessach-Sedern auf der ganzen Welt. Der größte und höchste findet in Katmandu, Nepal, statt.   Im Jahr 2006 nahmen über 1500 Menschen teil.

Wir erzählen die Geschichte nicht nur – wir schmecken sie. Alles, was wir essen oder trinken, gibt uns das Gefühl, am Exodus teilzunehmen.

Bittere Kräuter = Knechtschaft
Mazzot = Befreiung
Wein = Freiheit

 

 

Jom haScho'a

28. Nisan = Shoa und Heldentum  28.April jedes Jahr

 

 

 

Die erste Kerze gedenkt der Partisanenopfer.

Die zweite Kerze erinnert an die ermordeten Kinder.

Die dritte Kerze wird zum Gedenken an die Auslöschung ganzer Gemeinden entzündet. Die vierte Kerze ehrt die Minderheit tapferer Menschen, die Juden trotz Gefährdung ihres Lebens und des Lebens ihrer Familien halfen. Die fünfte Kerze wird für Israel angezündet.

Die sechste Kerze gedenkt der über sechs Millionen Juden  die Opfer des Nazi-Terrors wurden.

 

 

Yom haZikaron

4. Ijjar Gedenktag an die gefallenen israelischen Soldaten und Opfer des Terrorismus 5.Mai

 

 

 

Yom haAtzma'ut

5. Ijjar Tag der Unabhängigkeit 6.Mai 2014

                                                                 Theodor Herzl       und stehende  Ben Gurion

 

 

Yom Yerushalayim

28. Ijjar  =  Jerusalemtag  28.Mai 2014

      An diesem Tag feiert die jüdische Bevölkerung Israels, hauptsächlich diejenige von Jerusalem selbst,                                  

     die          Wiedervereinigung der Stadt Jerusalem.

Während des Sechstagekriegs   1967 eroberte Israel Ostjerusalem.

Durch den israelischen Sieg wurden die beiden bis dahin getrennten Teile von Jerusalem unter israelischer Kontrolle vereinigt und die Flagge Israels auf dem Tempelberg gehisst.

 

 

Tischa beAw

8. Aw’s  =  Zerstörung des Tempel in Jerusalem & Vertreibung

                                                                                      23. August 2014

Himmlischer Vater!

Tief bewegt wendet Jisrael heute seinen Blick rückwärts in eine Vergangenheit voll Elend und Bedrängnis. Trauer erfüllt unsere Seele, da all das Leid vorüberzieht, das du, o G‘tt, über unsere Vorfahren verhängt hast. Aber niemals traf uns deine Hand so schwer als am neunten Aw, jenem Schreckenstag, an welchem dreimal Jisraels Herrlichkeit in Staub und Trümmer sank.

Am neunten Aw hat Babylons Kriegsfürst Jerusalem zerstört, den Tempel in Asche gelegt und Jisrael aus seiner Heimat vertrieben. Sie wurden vertrieben und nirgendwo hat seitdem der Jude den Glanz wieder gewonnen, der ihn dort Jahrhunderte hindurch umstrahlt hat.

In der Erinnerung an all dies Unglück ist unsere Seele voll tiefer Trauer. Aber Jisrael und Jisraels heiliger Glaube lebt. Denn du, Allmächtiger, warst unser Licht in der Nacht, unser Schild in der Not. Darum konnten sie uns quälen, aber nicht vernichten.

O, gedenke deines Volkes, dass überall, wo deine Sonne leuchtet, auch die Sonne des Friedens und der Menschenverbrüderung die Herzen erwärme, auf dass Jisrael geholfen werde und der Erinnerungstag des neunten Aw in einen Tag der Wonne und der Freude sich wandle durch deine Gnade. Amen!

 

 

Schawuoth

 6. Siwan  =  Gebung der Thora

4 – 5 Juni 2014

 

 

Der entscheidende Inhalt von Schawuoth ist unmissverständlich:

Zeit der Gebung der Thora! Mit Blumen und Pflanzen als Zeichen der Dankbarkeit für die Ernte wird die Synagoge geschmückt. Und es werden Rosen in der Synagoge und im Haus verstreut als erinnerung an das grüne Land im Sinai.

 

Pessach wird als Tag der Verlobung

Israels mit G'tt bezeichnet,

Schawuoth als den Hochzeitstag. 

Pessach ist der Tag der physischen Befreiung,

Schawuoth die geistigen Befreiung:

das Gesetz ist G'ttlichen Ursprungs.

 

 

Yom Kippur Qatan  =  Neumond  

 

       Am vierten Schöpfungstag schuf G'tt die Gestirne, aufdaß sie trennen sollen zwischen Tag und Nacht und zu Zeichen seien für Zeiten, Tage und Jahre. Indem wir die Zeit in gleiche, wiederkehrende Zeitabschnitte einteilen, wird sie für uns erfahrbar, -eine wichtige Grundlage für -die bewusste Gestaltung unseres Lebens.

Seit Jahrtausenden dienen uns hierfür die Gestirne:

 

Die Vorankündigung und Segnung des neuen Monats Yom Kippur Qatan am Vortag des Monatsbeginns die Verkündung und Feier des Monatsbeginns die Segnung des neuen Mondes nachdem der neue Monat nun begonnen hat, erwartet man in den ersten Tagen das Sichtbarwerden der zunehmenden Mondsichel.

Man geht nach Einbruch der Dunkelheit ans Fenster, spricht, wenn man den neuen Mond erblickt, einen Birkath haLevanah (Segen) über ihn. In diesem Segen wird G'tt gepriesen, dem Mond gab ER die Gabe sich zu erneuern. Es sei uns ein herrliches Zeichen in den Tagen, die kommen werden, gleich ihm uns zu erneuern und unseren Schöpfer zu verherrlichen.

 

 

 

Bat – Bar - Mizwa

 

Was ist Bar-Bat-Mizwa?     =   Kind des Gebots, 

Dies ist die Bezeichnung einerseits für den religionsmündigen jüdischen Jugendlichen, andererseits für den Tag,

an dem er diese Religionsmündigkeit erwirbt, und die oft damit verbundene Feier.

Bei diesem Ritus wird der Jugendliche in die Gemeinde aufgenommen, bedeutet die religiöse Mündigkeit des Kindes an.

 

Bar=männlich Bat=weiblich

Bar-Bat Mitzwa, wird ein Jude automatisch an seinem dreizehnten Geburtstag.

Im allgemeinen wird die Aufnahme am Shabbat  nach dem 13. Geburtstag gefeiert.

Schon früh wird ein Kind auf die Bar Mitzwa und damit auf sein Leben als mündiger Jude vorbereitet. So heisst es in der Mischna "Im Alter von fünf Jahren lernt der Sohn die Bibel; im Alter von zehn Jahren die Mischna, und im Alter von dreizehn Jahre alle Gebote und Pflichten"

So läuft eine Bar Mitzwa ab

Selbstverständlich gibt es in den verschiedenen Gemeinden und von Land zu Land einige Unterschiede, wie eine Bar Mitzwa abläuft. Deshalb kann an dieser Stelle nur ein exemplarischer Ablauf geschildert werden: Sobald der Junge dreizehn ist, ist er im Judentum religiös mündig und darf zum ersten Mal die Tefillin und den Tallit anlegen. Die Bar Mitzwa selbst wird in der Regel am Sabbat gefeiert. In dem Gottesdienst, der am Sabbat stattfindet, wird der Junge endgültig in die Gemeinschaft der Juden aufgenommen und zählt dann als vollwertiges Mitglied. Allerdings muss der Junge dabei auch unter Beweis stellen, dass er viel gelernt hat. Viele Monate vorher schon bereitet sich der Junge, meist mit dem Vater und dem begleitenden Religionsunterricht auf seine Bar Mitzwa vor. Denn dort muss er einen Abschnitt aus der Thora vorlesen – natürlich auf Hebräisch. Dieser Vortrag geschieht in einem traditionellen Sprechgesang. Welche Melodie dafür verwendet werden muss, kann man anhand von Zeichen aus dem Text entnehmen. Das ist dann fast wie Notenlesen. Damit am großen Tag selbst alles glatt läuft, gibt es meistens noch eine Generalprobe ein paar Tage vorher. Hier zeigt der Rabbiner dem Jungen genau, wo was steht, was er machen muss und wo er stehen soll. Dann kommt der große Tag: Die Familie und Gemeinde finden sich in der Synagoge für einen Sabbat-Gottesdienst ein.  Jetzt muss der Junge beweisen, was er gelernt hat und sich das erste Mal vor die Thora stellen. Hier liest er vor meist mehreren hundert Leuten einen Abschnitt aus der Thora vor. Dies kann sich auch schon mal über zwanzig Minuten oder länger hinziehen. Die Thorarolle selbst wird nur für den Gottesdienst und zum Lernen verwendet und ist das wertvollste Besitztum der Gemeinde.  Auch eine kleine Ansprache des Jungen an die Gemeinde und das Vorlesen aus der Prophetenperikope kann Teil der Bar Mitzwa sein. In vielen Gemeinden folgt dann noch eine Übersetzung der Abschnitte von der hebräischen in die Landessprache. Es kann auch sein, dass der Junge erst in der Landessprache und dann in der hebräischen Sprache die zehn Gebote, auch Dekalog genannt, aufsagen muss.  Um diese Phase abzuschließen, spricht der Vater des Jungen eine Lobpreisung: „Gelobt seist du, der du mich von der Verantwortung für ihn befreit hast.“  Nun ist der Junge in die Gemeinschaft der Juden aufgenommen und muss nun die Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Der Vater ist aus dieser Pflicht entlassen. 

Am folgenden Tag kommt der vermutlich angenehmere Teil für den Jungen. Bei einem Festmahl zu Hause oder in anderen Räumlichkeiten außerhalb der Synagoge kommen Familie, Freunde und Bekannte noch einmal zusammen und feiern die Bar Mitzwa des Jungen. Das Essen muss selbstverständlich koscher sein.  Es ist untypisch, diese Feier ausschließlich im privaten Familienkreis abzuhalten, weshalb diese Feiern für deutsche Verhältnisse oft sehr groß erscheinen. Oft wird noch einmal eine Ansprache gehalten, die dem Jungen auf der einen Seite Mut machen soll, aber ihm natürlich auch seine neue Stellung in der Gemeinde und seine Pflichten klar machen soll. Natürlich bekommt der Junge an seinem „großen Tag“ auch Geschenke überreicht. Diese Geschenke sollten aber idealerweise etwas mit dem Judentum zu tun haben, wie etwa bestimmte Ritualgegenstände, jüdische Bücher oder Ähnliches.  Typisch für jüdische Feiern ist auch das ausgelassene Tanzen. Aber warum ist die Bar Mitzwa eigentlich eines der wichtigsten Feste für einen jüdischen Mann? In einem Film des Bayerischen Rundfunks über die Bar Mitzwa erklärt es der Vater Robert Rajber seinem Sohn folgendermaßen:

„Ich glaube, dass die Bar Mitzwa eines jüdischen Jungen, […], das wichtigste Ereignis ist im Leben von einem jüdischen Mann, denn ein jüdischer Mann hat im Prinzip drei ganz große Ereignisse in seinem Leben: Zum einen hat man, wenn man geboren wird, die Beschneidung. Das tut wahrscheinlich ziemlich weh, aber wir können uns beide nicht daran erinnern. Ein ganz großes Ereignis ist auch die Hochzeit im jüdischen Leben. Aber da zum einen weiß man nie, ob es die einzige Hochzeit ist. Da können noch mehrere darauf folgen. Also es ist nicht so einzigartig. Und außerdem bei der Hochzeit haben wir Jungs nur die Hälfte sagen, weil die andere Hälfte kommt nämlich von der Damenseite und das ist ja auch wie der Verlierer. Das einzige einzigartige Ereignis, wo du im Mittelpunkt stehst 

Und die Mädchen?

 
Seid 1960er Jahren hat es sich etabliert, dass auch Mädchen die sogenannte Bat Mitzwa feiern und zwar ein Jahr früher als die Jungen. Schon mit zwölf Jahren wird ein Mädchen als religiös mündig angesehen. Bat Mitzwa heißt übersetzt übrigens „Tochter des Gebotes“.

Was ist die Lebensaufgabe eines Juden?

In der jüdischen Bibel Thora steht geschrieben, dass Moses einen Auftrag von Gott bekam. Er sollte Späher nach Kanaan entsenden, die das Land erkunden sollten. Als sie zurückkamen, brachten sie wohlschmeckende Früchte mit, unter anderem auch eine Weintraube, die so gigantisch war, dass es zwei Männer brauchte, sie zu tragen. Der Herkunftsort dieser Traube soll das Tal Eschkol sein, das bis heute von niemandem gefunden wurde. Noch heute gibt es zahlreiche Legenden über diesen Ort. Oft wird gesagt, die jüdische Lehre entspräche der Fruchtbarkeit dieses Tals und die Süße stehe als Metapher für das Seelenheil der Menschen. Bei unterschiedlichen zeremoniellen Anlässen, wie eben zum Beispiel bei der Bar Mitzwa, wird der Junge vom Rabbiner angewiesen, sein ganzes Leben lang die Suche nach dem gesegneten Tal Eschkol nie aufzugeben.   Textquelle: http://www.brauchwiki.de/Bar_Mitzwa

 

 

 

 

 

Der Talmud  kennt zwei klar definierte Arten von Unreinheit: die eine Art von Unreinheit ist

permanent    Natur    und deshalb kann sie keine Handlung,

kein Ritual oder Handeln aufheben.die andere Art ist eindeutig rituell, kultisch und zeremoniell

im Wesen und Zweck und in der Gestaltung.

Von den Wiederkäuern und denen, die gespaltene Klauen haben,  sollt ihr  nicht essen: das Kamel; denn obgleich es wiederkäut, hat es doch keine gespaltenen Klauen; darum soll es für euch unrein sein; ebenso den

das Kamel;    

 

denn obgleich es wiederkäut, hat es doch keine gespaltenen Klauen; darum soll es für euch unrein sein; ebenso den

 

Klippdachs    

 

denn obgleich er wiederkäut,    hat er doch keine gespaltenen Klauen;  darum soll er für euch unrein sein; und den

 

Hasen  

 

denn obgleich er wiederkäut, hat er keine gespaltenen Klauen; darum soll er für euch unrein sein.

 

Schwein; 

es hat ganz gespaltene Klauen, aber es ist kein Wiederkäuer; darum soll es für euch unrein sein. 

 

Von ihrem Fleisch sollt ihr nicht essen, auch ihr Aas nicht anrühren, denn sie sind für euch unrein.

Da diese Gebote g‘ttlichen Ursprungs sind, ist es töricht, nach dem Sinn zu Fragen.

(es hängt zumindest auch teilweise damit zusammen, dass die unreinen Tiere Fleischfresser sind.)

Das Gebot des  Schlachtens gilt als äußerst schonendes, das Leid des Tieres minimierendes Verfahren. Bei einem scharfen Schnitt werden Speise- und Luftröhre schnell durchschnitten. Durch den Schnitt werden die beiden Hauptschlagadern durchtrennt - das Gehirn bleibt ohne Blutzufuhr, jede Schmerzempfindung ist ausgeschaltet.

Diese Technik führt für gewöhnlich den Tod binnen   3-4 Sekunden herbei. Die  Zuckungen sind mechanische Reflexe des  Tieres.

 

Kaschrut  / Koscher ("rituell rein")

ist die übliche Bezeichnung für religiöse Vorschriften im Judentum. Sie gilt für Herstellung und Gebrauch von Kultobjekten und von vielen Gebrauchsgegenständen, sowie für die Rechtsgültigkeit und Rechtsfähigkeit von Zeugen und vor allem für die Speisegesetze. 

Die Speisegesetze     beziehen sich besonders    auf tierische Produkte.

 

Als rein gelten: 

 

Lamm                                      

 

Rind            

 

         Ziege                                             

 

        Schaf        

 

Eines der Grundprinzipien von   Kaschrut,     (Koscher-Gesetze),

ist das Separieren von Fleisch-

und Milchprodukten:

Fleisch und

Milch dürfen nicht gemeinsam gekocht und gegessen werden. Deshalb gibt es jeweils eigenes Geschirr

und extra Platz für Fleisch-

        und für Milchprodukte.

       Fleischig:

Fleisch und Knochen von Säugetieren und Geflügel, die daraus hergestellten Suppen, Bratensoßen und jede Speise,

die selbst eine kleine Quantität davon enthält müssen von koscheren Tieren stammen, richtig geschlachtet und nach den Kaschrut-Gesetzen zubereitet sein.

Milchig:

Darunter werden Milch von koscheren Tieren, alle Milchprodukte, wie Butter, Käse, Eis und jede Speise, die selbst eine kleine Quantität davon enthält, verstanden.

Achtung: Einige „nicht-milchige“ Molkereiprodukte, Bonbons, Getreideprodukte, Süßstoffe oder Margarine können Spuren von Milch enthalten.

        Es gibt noch eine dritte Kategorie von Speisen:Parve

    sind, z.B. Eier, alle Früchte-, Gemüse- und Getreidearten.

Parve Lebensmittel können entweder mit fleischigen oder milchigen Speisen verarbeitet und gegessen werden.

Weitere typische Parve Lebensmittel sind: Erfrischungsgetränke, Kaffee, Tee und viele Arten von Süßigkeiten und Knabberzeug, verstanden.

Alle Produkte – fleischig, milchig oder parve – sollten gute, verlässliche Hechscherim (Koscher-Zertifikate) besitzen.

 

Es gibt 2 Dinge, die prinzipiell    

nicht verunreinigt

werden können.

  Die Thora, das Wort G'ttes.  

 

und      das Wasser,

 

dass der EWIGE uns zufließen lässt.

Durch dieses Wasser leben wir.

Im Schöpfungsbericht wird erzählt,      wie G'tt      ALLES

schuf, das Licht, die Finsternis, die Himmelskörper, Pflanzen, Tiere, den Menschen,

– nur das Wasser war schon da,  

vor der Erschaffung der Welt,  

und der Geist G'ttes schwebte    über dem Angesicht des Wassers!

 

 

 

Mikwe

 

Das Eintauchen in mindesten 750 Liter      lebendiges Wasser*

Eine Taufe wie im Christentum, wodurch der Getaufte nach christlichem Verständnis zum Christ wird,

gibt es im Judentum selbstverständlich nicht!

Die Unreinheiten von Personen ist hauptsächlich mit dem Tod verbunden. Die Monatsblutung, die sich aus der Nichtbefruchtung und dem Tod einer Eizelle ergibt, macht die Frau unrein.die Mikwe wird besucht vor allem:        Frauen am Vorabend der Hochzeit und verheiratete Frauen, die nach jeder Niederkunft und Monatsblutung untertauchen.

Leute, die sich zum Judentum bekehren.

Bestimmte Männer vor dem Shabbat. 

Durch dieses Untertauchen im Wasser wird wieder rituelle Reinheit erlangt. So, wie nach jüdischem Verständnis Seele und Körper eine Einheit sein müssen, damit der Mensch überhaupt sein Menschsein erfüllen kann, und einer der beiden, ohne den anderen,  zu Nichts im Stande ist, so ist es auch erforderlich, dass alle Anteile des Menschen in gleicher Weise rein sind, um in Heiligkeit das Leben führen zu können.

Dies ist die „Taufe“ im Judentum. 

 

 

David-Schild-Stern

 

König David »muss auf seinem Schild den ersten und den letzten Buchstaben seines Namens, getragen haben«. 

Das jüdische Alphabet um das Jahr 400 Jh.v.d.Z. war zum aramäischen hin gewandelt.

In diesem Alphabet ist der Buchstabe D ein Dreieck, wie heute noch das griechischen Delta.           

                           

Es wurden sehr wahrscheinlich       zwei Dreiecke übereinander gelegt,                womit der David-Stern geboren war.

 

So sind zum Beispiel antike jüdische Münzen mit diesen alten Buchstaben beschriftet.  

 

Eine Erklärtung: "Es gibt drei Verknüpfungen, für drei miteinander verbundene Einheiten:

Der Heilige, gesegnet sei ER, die Tora und Israel."

Die Jüdische Seele verbindet sich zu ihrem Schöpfer durch das Studieren und Beachten seiner Tora.

Das Dreieck stellt die Verbindung zwischen diesen drei Entitäten dar.

Die Kabbala* lehrt uns, dass G'tt die Welt mit sieben spirituellen Bausteinen erschuf. 

Seinen sieben emotionalen Eigenschaften.

 

       Seit 1948 Staatsflagge    

 

 

die Menora

Bereits im Sinai wurde den Kindern Israel angeordnet, im heiligen Tempel einen Leuchter aufzustellen,

   der Tag für Tag am Morgen mit Olivenöl erleuchtet   werden musste.

            Die Herstellung des Leuchters wurde  im 2. Buch Mosche,  Kap. 25,   wie folgt beschrieben: 

(Luthers Übersetzung)

           Du sollst auch einen Leuchter aus feinem Golde machen,   Fuß und Schaft  in getriebener Arbeit,

           mit Kelchen, Knäufen und Blumen. 

Sechs Arme sollen von dem Leuchte nach beiden Seiten ausgehen,    nach jeder Seite drei Arme. 

Jeder Arm soll drei Kelche wie Mandelblüten haben mit Knäufen und Blumen. So soll es sein bei den sechs Armen an dem Leuchter.

Die Menora   kann zu jeder Zeit angezündet werden.

 

       Es   gibt   sehr  viele   Deutungen:

            1  Kether  = Krone             2  Chokmah = Weisheit

    3  Binah  = Intelligens        4  Chesed  = Liebe

                   5  Geburah  = Kraft           6  Tifereth = Barmherzigkeit

 7  Netsach  = Sieg / Konstanz        8  Hod = Ruhm / Majesty

           9  Yesod = Zedek =Gerechtigkeit               10 Malkuth = Königreich /  G'ttliche Kraft

 

Abgesehen von dieser akribischen Beschreibung besitzen wir auch eine Abbildung der Menora.

Als im Jahr 70 Jh.v.d.Z Jerusalem erobert und der Tempel zerstört wurde, verschleppte der Eroberer Titus die Heiligtümer nach Rom.

Zu seinem Ehren wurde in Rom der Titusbogen errichtet, mit einem Relief, das die gefangenen Juden                      beim Tragen der Menora darstellt.  

Titusbogen in Rom

 

Nach der Gründung des Staates Israel (1948) beschloss die Generalversammlung,

dieses Symbol  als  das Staatswappen zu erwählen.

 

Die Menora vor der Knesset  mit Bildlicherdarstellung  von  den 5 Büchern Mosche.

 

 

K A D D I S C H

Das Kaddisch-Gebet

ist wahrscheinlich das eines der bekanntesten jüdischen Gebete überhaupt und viele Nichtjuden wissen davon und meistens wird es das ‘Totengebet’ genannt, was es aber nur indirekt ist, in Wirklichkeit ist es die Heiligung des g’ttlichen Namens und wir sagen es stellvertretend für unsere Verstorbenen um uns an sie zu erinnern. „Fülle des Friedens und Leben möge vom Himmel herab uns und ganz Israel zuteil werden, sprechet Amein. Der Frieden stiftet in seinen Himmelshöhen, stifte Frieden unter uns und ganz Israel, sprechet Amein.“

 

 

Mesusa

 

Eine Mesusa wird an einem Türpfosten befestigt und kennzeichnet so ein jüdisches Haus.

Es soll uns immer an unsere Verbindung zwischen  G'tt und unserem Erbe erinnern.

Die Mesusa besteht aus biblischen Passagen, dem auf Pergament geschriebenen Schma Jisrael   (Höre Israel)

Dieses Schma Jisrael deklariert die Einzigkeit G'ttes, weshalb es von einem Schriftgelehrten handschriftlich geschrieben sein muss.

Die Mesusa ist auch ein Symbol von G'tt, das ER über unserem Haus wacht und es beschützt. Auf der Rückseite des Pergaments finden wir einen der vielen Namen von G'tt, Scha-dai. Es ist eine Abkürzung und bedeutet

„Beschützer der Türen von Israel".

 

 

F A M I L I E N W A P P E N

 

Welche Bedeutung und Ursprung haben die beiden Hände auf vielen jüdischen Grabsteinen?

Die beiden gespreizten Hände sind im Grunde genommen ein Familienwappen, sehr wahrscheinlich das älteste der Welt.

Es kennzeichnet die Mitglieder der Familie Fohn, also der Nachkommen Aharons, des Bruders von Mosche aus dem biblischen Stamm Levi welch in den Heiligtümen Israels den Dienst leiteten. 

Die ältesten archäologischen Zeugnisse des Symblos auf Gräbern im antiken Israel werden in die Zeit

des erstens Tempels datiert.

 

 

Gemeindegebet  Minjan

und

warum sollen zehn Personen in

der Synagoge anwesend sein?

Als Jerusalem und der heilige Tempel zerstört wurden, hörten die Juden nicht auf, an G'tt zu glauben,    

  denn ihr G'tt war im Gegensatz zu den Heideng’ttern ein UniversalG'tt –

der Einzige und an Ort und Zeit nicht gebunden. der G`ttesdienst, war aber ohne einen Tempel nicht möglich. So entstand nach und nach die Gebete und die Versammlungsorte, die Synagogen, für die Verrichtung des G´ttesdienstes, der von nun an in der Form des Gebets verlief. Die Gebetszeiten wurden morgens, nachmittags und abens eingerichtet. Ausserdem wurde eine Gebetsordnung geschaffen und die Texte für das jeweilige Gebet wurden festgelegt.

Minjan bedeutet Zahl.

Dieses Wort steht für zehn männliche Personen, die jeweils mindestens dreizehn Jahre alt sind.

 

 

Tefillin

Kopf e Arm

 

Lederkapseln, die Tora-Stellen auf Pergament enthalten und mit Lederriemen an Hand

und Kopf befestigt werden. Und haben jeweils ein schwarzes Ledergehäuse, mit den auf Pergamen handgeschriebenen Torah-Abschnitten: 2. Buch Mosche 13,8-10 + 13, 11-16 und 5 Buch Mosche 6,4-9 + 13-12 stehen.

Dass bei den Hand-Tefillin die vier Abschnitte, in der Reihenefolge, in der sie in der Bibel erscheinen, auf einem Pergament geschrieben in einer Kammer untergebracht sind.

 

 

    Der Kopf-Tefillin muss genau zwischen den Augen und am Haaransatz sitzen

    

 

Höchster Punkt für Tefillin - 

Der Mittelpunkt der Knochenlänge zwischen Ellenbogen und der Schulter ist der höchste Punkt auf dem Arm für einen Teil der Tefillin.  Sie sollten auf den Bizeps unter diesem Punkt positioniert werden, leicht in Richtung Körper gelehnt.

Rechtshändler legen die Handtefillin auf den linken Arm , Linkshänder auf den rechten. 

 Sephardische Juden

wickeln die Handtefillin im Uhrzeigersinn um den Arm,

aschkenasische im Gegenuhrzeigersinn.

Die Tefillin müssen direkt auf die Haut bzw. das Haar gelegt werden. Trägt man einen Verband,  darf man keine Tefillin darüber legen.

Sowohl das Leder wie das Pergament müssen von rituell reinen Tieren stammen!

 

Sephardische Juden

 

bezeichnen sich die Juden und ihre Nachfahren, die bis zu ihrer Vertreibung 1492 und 1513 auf der Iberischen Halbinsel lebten und die sich nach ihrer Flucht zum größten Teil im Osmanischen Reich (Bosnien) und in Nordwestafrika (Maghreb) ansiedelten. Ein kleiner Teil siedelte sich auch in Nordeuropa an, insbesondere in den Seehandelsstädten der Niederlande (Amsterdam), und in Norddeutschland (Hamburg), aber auch in Frankreich (Bordeaux, Bayonne), in Italien (Livorno, Ferrara), in Amerika, Indien und Afrika.

Ihre Kultur beruhte weiterhin auf der iberischen Kultur. Darin unterscheiden sich Sephardim von den mittel- und osteuropäisch geprägten Aschkenasim*.

Im griechischen Thessaloniki befand sich bis zur Besetzung durch deutsche Truppen im Jahr 1941 die wohl größte europäische sephardische Gemeinde; es hieß daher auch Jerusalem des Balkans.

 

aschkenasische Juden

 

 

werden im Judentum mittel-, nord- und osteuropäische Juden und ihre Nachfahren bezeichnet. Sie bilden die größte Gruppe der heute lebenden Juden.

Die Bezeichnung stammt vom biblischen Personen- und Gebietsnamen Aschkenas (Gen 10,3; 1 Chr 1,6; Jer 51,27). Eingewanderte Juden übertrugen ihn im 9. Jahrhundert auf das deutschsprachige Gebiet und die dort lebenden Juden. Mit deren Verbreitung ging der Name auf alle europäischen Juden über, außer den iberischen:

Beide Bezeichnungen stehen auch für verschiedene Kulturkreise im Judentum.

Von etwa 1200 bis 1945 war Jiddisch* die Sprache vieler Aschkenasim, vor allem der Ostjuden.

 

Jiddisch

ist eine rund tausend Jahre alte Sprache, die von den aschkenasischen Juden in weiten Teilen Europas gesprochen und geschrieben wurde.

Un got hot gezen dos likht az es iz gut; un got hot fanandergesheydt tsvishn dem likht un tsvishn der fintsternish.

Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis

http://de.wikipedia.org/wiki/Jiddisch

 

 

Tallit   Katan

 

 Tallit Katan = Zizit = (kleiner Ponho)

Jüdische Männer tragen von Kleinkindalter an unter ihrem Hemd den Tallit Katan. An ihm hängen an allen vier Ecken Franzen, so wie es die Tora gebietet: "Sie sollen sich Franzen an ihrer Kleidung machen" ...

 

Der numerische Wert der Buchstaben des Wortes    Zizit   addiert sich auf 600. da es sich bei den Zizit um acht Fäden und fünf Knoten handel, ergibt das insgesamt 613. Das Herraushängen lassen der Schaufäden soll uns immer an die 613 und gebotenen Mizwot (Ge-Ver-bote) erinner, damit wir den Verlockungen der Umselt nicht nachgeben.

Das Anlegen eines Zizit:    Untersuchen Sie die Zizit jeden Tag und entwirre wenn nötig die Fäden. Sollte sich ein Faden aufdrehen oder reissen, muss der Rabbiner um Rat gefragt werden, ob die Zizit noch koscher ist. Vor dem Anlegen wird gesagt: Gesegnet seist DU, G´tt, unser G´tt, König des Universums, der uns durch SEINE Gebort geheiligt und uns das Zitzit-Gebot befohlen hat.

 

 

Die Kippa

 

ist eine vornehmlich in Ausübung der Religion gebräuchliche Kopfbedeckung männlicher Juden. Dabei handelt es sich um eine kleine kreisförmige Mütze aus Stoff, Wolle oder Leder, (von reinen Tieren) zuweilen reich verziert die den Hinterkopf bedeckt. Üblich ist die Kippa für Männer beim Gebet und an allen Gebetsorten ... und auf jüdische Friefhöfen; viele orthodoxe Juden tragen sie auch im Alltag. Ursprünglich bestand keinerlei Gebot für Männder, beim Beten den Kopf zu bedecken, weder im biblischen Gesetz noch in den Auslegungen des Talmud.

Bei Frauen hingegen gab es das Gesetz den Kopf zu bedecken schon immer.

 

Die Kippa   signalisiert G'ttesfurcht und Bescheidenheit vor G'tt;

      Im Laufe der Zeit ist die Kippa zu einem Erkennungszeichen des Juden geworden,

   der den Sitten Israels treu ist und die Erfüllung   aller Pflichten auf sich genommen hat.

 

             Orthodoxe Frauen            tragen Perücken   

 

Scheitel = Bezeichnung für die Perücke),   die die verheiratete Frau von Mädchen unterscheiden.    Verhüllen des Kopfhaares der Ehefrau – durch Schleier, Kopftuch, im alten Polen durch die Haube (Kupka) – ist seit ältester Zeit jüdische Sitte.

 

 

Warum tragen gläubige Juden Pejot (Schläfenlocken) und einen Bart?

 

Es gibt WOHL drei Gründe:

Es gibt ein Verbot, das die Rasur mit einem Rasiermesser verbietet,

wobei eine vollständige Rasur erreicht wird.

Dieses steht in der Tora, ohne Begründung.                 Dieses Verbot betrifft 5 Stellen am Kopf.

Da eine gewisse Unklarheit besteht, über den genauen Ort, rasieren sich religioese Juden überhaupt nicht mit einem Rasiermesser, weder Bart, noch Schläfen. Allerding können Sie sich die Haare kurz schneiden und rasieren , mit einem Rasierer, der nicht so genau rasiert wie ein Messer - dies wird von einem Rabiner kontrolliert. 

 

Schläfenlocken und Bart –

Sie werden als Zeichen getragen,

um sich als Diener G'ttes zu erkennen zu geben. –

Ich diene G'tt, und dies ist das Zeichen.

 

Der zweite Grung ist,

das G'tt diese Stellen geheiligt hat, wesshalb steht nicht geschrieben.

Der dritte Grund:

Im Alten Orient gab es Bräuche wie das Ritzen im Gesicht. Daher gibt es im Judentum dieses Verbot der Rasur. Die Schläfenlocken sind deswegen entstanden weil vorallen Dingen das Rasieren oberhalb eines bestimmten Wangenknochens verboten war um eben diesen im Alten Orient üblichen Brauch abzustellen.

Ultraorthodoxe Juden lassen sich deswegen Bärte wachsen, weil sie diese Verbot der Rasur auf das ganze Gesicht beziehen.

 

 

 

Dreidel

 

Dreieln Spiel

Der Dreidel ist ein Kreisel mit 4 Seiten.  Nun, Gimmel, Hej, Schin.

Für die Buchstaben werden bestimmte Wörter eingesetzt, die vorab bestimmt werden

und sind Kennzeichen für dazugehörende Farben. (wobei für das Schin drei Farben verwedet werden: das königliche gelb, das pristerliche lila, und das dunkle schwarz.)

Ness Gadol Haja Scham =

Banner – Gross – sein - dort.

Zum verstehen:      Banner - Mensch,                                         sein - dich,

                                       gross   -    Ärger,                                         dort - nicht.

Das Dreidel-Spiel ist eins der ältesten Spiele weltweit. Der Dreidel ist nicht, wie oft vermutet,

ein Gebetskreisel, sondern hat den Erzählungen nach seinen Ursprung im Jahr 170 Jh.v.d.Z.

Damals war die Ausübung des Judentums unter Todesstrafe. Von dieser Tatsache nicht einge-schüchtert, unterrichteten Lehrer weiterhin die jüdischen Schriften. Wurde eine Patrouille gesichtet, sollen sie vorgegeben haben, mit dem unverfänglichen Dreidel zu spielen. 

Das Spiel Selbst hat die Regeln:
נ – Nun – man gewinnt nicht, verliert aber auch nichts.
ג – Gimmel - man gewinnt den gesamten Kasseninhalt, 

         danach muss  jeder wieder was in den Pott legen.
ה – Hej - man gewinnt die Hälfte der Kasse
ש – Schin  man muss ein wasin die Kasse legen.         

                       Wer nicht mehr kann, scheidet aus.

Das Dreideln bezeichnet das Ziehen von Schiffen auf Flüssen mit aller menschlicher Kraft gegen die Strömung, entlang

immer den Leinenpfaden,   der Treidelweg, auch Trampelpfad genannt.

Wer also dreideln tut, schwimmt gegen den Strom!

 

 

Rabbiner

 

ist es im Judentum zwingend vorgeschrieben,

dass ein Rabbiner verheiratet ist?

Die Voraussetzungen für die Ordination eines Rabbiners sind, dass er sein Studium absolviert und die Prüfungen bestanden hat, dass er ein tadelloses Leben führt.

Die Ordination ist eine Erlaubnis zur Führung des Rabbiner-Titels, wie auch eine Bescheinigung, dass man von einer Gemeinde als Rabbiner angestellt werden kann.  Im Judentum gibt es keine Hierarchie, der der Rabbiner untersteht und

ihm eine Gemeinde zuordnet. Jede Gemeinde stellt in der Regel einen Rabbiner an.So war der Brauch und ist immer noch der Fall in den jüdischen Gemeinden außerhalb Israels.

      (Im Staat Israel, wo es keine Trennung von Staat und Religion gibt, haben sich neue Machtstrukturen etabliert,

und eine religiöse Bürokratie regelt das religiöse Leben.)

Von einem Rabbiner wird erwartet, dass er Frau und Kinder hat.

 

Wie steht das jüdische Recht zur Adoption?

Wie ist der Status eines von jüdischen Eltern adoptierten?

Ist ein Kind durch die Adoption automatisch jüdisch?

Das jüdische Recht kennt die Institution Adoption nicht! Tatsächlich werden Kinder von jüdischen Familien

in Israel und in anderen Ländern adoptiert. Nach weltlichem Recht erhält das Kind den Nachnamen der Eltern, nach jüdischem Recht jedoch nicht. Das Kind kann durch die Adoption nicht automatisch jüdisch werden, da Jude nur derjenige sein kann, der von einer jüdischen Mutter geboren wurde.

Ein Kind, dessen jüdische Abstammung ungewiss oder unbekannt ist, kann nur durch Konvertierung jüdisch werden.

 

 

Sexualität

 

 

                                              Drei Dinge sind, ein Vorgeschmack auf Olam Haba                      (die kommende Welt):

»Shabbat, Sonnenlicht und Sex«.

Das sagt der Talmud, damit ist gleich zu Beginn dokumentiert, dass Sexualität als etwas angenehmes, gutes,  ja sogar Heiliges wahrgenommen wird.  Weil das Judentum jeden Aspekt des Lebens umfasst, hat es nicht nur eine ethische Haltung zur Sexualität, sondern sie auch mit umfassenden Regelungen eingerahmt. Wie viele angenehme Dinge des Lebens, ist auch die Sexualität im Judentum nichts schlechtes, sondern sogar etwas sehr Gutes.Ähnlich ist es beim Essen. Es wird nicht nur zur bloßen Nahrungsaufnahme herabqualifiziert.

Es kann mehr sein als das.

Die sexuelle Vereinigung von Mann und Frau hat nicht nur den Zweck der Fortpflanzung, aber natürlich auch diesen.

Es kann mehr sein als das. Es geht viel weiter.

Soweit sogar, dass die Torah den Mann dazu verpflichtet, seine Frau zu befriedigen, ihr umfänglich zur Verfügung zu stehen. Selbst, wie oft der Mann einer Frau zur »Verfügung« stehen muss, ist reglementiert. Die Frau kann ihrerseits aber auch das männliche Verlangen jederzeit zurückweisen und der Mann ist verpflichtet, sich dem Wunsch der Frau zu fügen. Andererseits hat dieser auch ein Recht auf Sexualität. Dieses kann jedoch nicht etwa mit Gewalt eingefordert werden, sondern nur durch eine Verminderung der Entschädigungssumme bei einer möglichen Scheidung, welche die Folge ist, wenn die Frau sich längere Zeit dem Mann entzieht.

Eindeutig verbotene sexuelle Handlungen sind Ehebruch, Inzest und Sodomie.

Wie schaut es mit Sex vor der Ehe aus?

Die Frau besucht die Mikweh das erste Mal vor ihrer Hochzeit. Das Untertauchen in der Mikweh soll nicht körperlich reinigen, sondern geistig. Wenn er nicht direkt »verboten« ist, so ist er eher »schwierig«, denn wie wir gesehen haben, darf ein Mann nicht mit einer Frau zusammen sein, die Niddah (unrein) ist. 

der Homosexualität.

Der hebräische Text ist unmissverständlich.

Der Beischlaf von Männern ist verboten und wird unter schwere Strafe gestellt. Die entsprechende Bestimmung befindet sich im 3. Buch Mosche an zwei Stellen.

Sie passt nicht in unsere Zeit. Schließlich ist es eine Tatsache, dass die meisten Länder im 20. Jh. das Verbot der Homosexualität aufgehoben haben.  Trotzdem kann es nicht darum gehen, die Bibel nach dem gegenwärtigen Zeitgeist umzudeuten.

 

Tod

 

Begraben ohne Sarg

jüdische Tote werden nicht aufgebahrt, sondern so schnell wie möglich beerdigt - nicht in einem Sarg, sondern nackt in ein Leichentuch gewickelt.

Ein Sarg würde den ewigen Kreislauf Mensch-Erde

nur behindern. Statt Blumen liegen Steine auf den Gräbern. Manche faustgroß, andere so klein wie Murmeln. Wer ein Grab besucht, legt einen Stein darauf, als Zeichen dafür, dass er hier war, der Brauch stamme aus einer Zeit, als die Juden noch ein Wüstenvolk waren und die Gräber so markierten und vor wilden Tieren schützten.                             Auf manchen Grabplatten steht nicht nur der Name des Toten. An den Seiten sind auch die Namen von Familienmitgliedern zu lesen, die im Holocaust umgekommen sind und kein eigenes Grab haben.

 

Feuerbestattung?

 

Das Judentum kennt nur die Erdbestattung;sie ist traditionell und eine Selbstverständlichkeit.

Nach der Halacha, dem jüdischen Religionsgesetz, ist eine Feuerbestattung streng untersagt,

sie wird als schweres Vergehen betrachtet. 

 

Gibt es eine Hölle?    

Zur speziellen Thematik der Höllenvorstellung muss man sagen, dass viele Phantasien vom Parsismus in das Judentum übergeströmt sind. Sie konnten aber den jüdischen Rationalismus nicht grundsätzlich erschüttern. Auch zur Zeit Jesus, gerade zu dieser Zeit gab es aufgrund der ausländischen Unterdrückung, unter der die Juden litten, verbreitet Neigungen, in mystische Phantasien und Hoffnungen zu verfallen. Auch die Frühchristen, die Anhänger Jesus, hingen diesen nach. Welchen Weg diese Entwicklung unter den vom Judentum sich trennenden Christen  und unter den Kirchenvätern nahm, ist von christlichen Historikern zu erforschen.

 

die zwölf  Stämme Israel

 

Welche von den zwölf  Stämmen 

wohnen noch in Israel ?

 Im Jahr 720 vdZ wurde das Nordreich Israel nach zweihundertjährigem Bestehen von den Assyrern eingenommen und verschwand aus der Geschichte. Viele Flüchtlinge fanden ihren Weg in das Südreich und wurden dort aufgenommen, wobei diese ebenfalls im Stamm Juda aufgingen. Ab dieser Zeit ist die Rede nur noch von Juden, Israeli oder Hebräern.Im Jahr 586 v.d.Z. wurde Jerusalem von Nebukadnezar, König von Babylonien, zerstört und es begann die so genannte Babylonische Gefangenschaft. Im Talmud heißt es, dass Nebukadnezar die Völker vermischt habe. Man muss davon ausgehen, dass auch die Juden sich im Laufe von zweieinhalb Jahrtausenden vermischten.Am Anfang des Berichts über Awrams Leben steht die schlichte g‘ttliche Aufforderung: „Zieh Du aus Deinem Land, von Deiner Verwandtschaft und vom Haus Deines Vaters nach dem Land, das ich Dir zeigen werde“. Bereitwillig leistet er mit seiner Frau Sarai diesem Aufruf Folge, verlässt seine Familie, siedelt sich im Land Kanaan an. Damit wird er zum Iwri (Hebräer), zu einem Hinübergehenden.G‘tt schließt mit Awram einen Bund und verspricht ihm zahlreiche Nachkommen. Das Land Kanaan wird ihm und seinen Nachfahren als „ewige Heimstätte“ zugesprochen.

Als Zeichen dieses Bundes dient die Brit Mila (Beschneidung) der Vorhaut Awrams und seiner männlichen Abkömmlinge.Jom HaAzma`ut   (14.05.2014)

Gedenk Tag der Jude, an dem im Jahr 5708  = 1948

durch David Ben Gurion die Unabhängigkeit

des modernen Staates Israel verkündet wurde.

Mit der Staatsgründung schließt sich für Juden ein historischer Kreis, dem eigentlich nur der Begriff: der Rückkehr!

gerecht wird, kehren sie doch auf dem für ihre Ursprungsgeschichte wesentlichen Territorium zur Eigenstaatlichkeit zurück, einer Staatsform, die ihnen in 2000jähriger Diaspora verwehrt blieb.