das Ende der Zeiten  von Eco

Kurzbeschreibung

Vier Gelehrte (und der Ausdruck paßt wesentlich besser als sie auf ihre Professionen - Paläontologe, Historiker, Drehbuchautor und Semiologe/Autor - zu reduzieren) nehmen zu den Grundfragen menschlicher Existenz Stellung. Die Fragen nach dem Jahr 2000 (und nach den 1000er-Mythen), nach der Beziehung zwischen relativen Zeiten und der absoluten Zeit und nach der Einordnung unserer Epoche bzw. deren Zukunft bilden den Rahmen für die Befragung durch drei Interviewer. Die vier Zeitgenossen berufen sich in ihren Reflexionen, die sich auf essentielle Fragen wie dem Woher/Wohin der Menschheit generell, wie dem Leben nach dem Tod, der Bedeutung der Zeit oder der Konstruktion historischer Sichtweisen, auf die Antworten der großen Weltreligionen, aber auch diverser Sekten, auf die Weltsicht von Literaten und Philosophen, auf die Diskussionen innerhalb der modernen Wissenschaften und auf die Beiträge der Massenkultur. Da erliest man Altbekanntes (z.B. Entstehung des Kalenders), spannend Neues (z.B. über Schattenwelten), erschreckend Intensives (z.B. Reflexionen über den Tod), aber auch recht Provokatives. Daß Elefant und Fisch biologisch etwas gemeinsam haben. Daß die Hysterie um das Jahr 1000 wohl eine Erfindung der Renaissance gewesen wäre (und die Hysterie um 2000 eine der Medien). Daß das 20. Jahrhundert das Moralischste bisher gewesen wäre. Daß das Verschwinden des Gebrauchs des Konjunktivs in Beziehung stehen könnte zu der Vermischung von realen und virtuellen Welten. Daß die Menschheit sich vielleicht selbst vernichtet, nicht aber den Planeten. Dieses Buch ist spannend zu lesen und trotz der ungemein komplexen Thematik auch gut verständlich